Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Schwarmbetriebsweise - und verhinderung, Ablegerbildung, etc.
mahagugu
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Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon mahagugu » Do 23. Mai 2013, 09:38

Der Junischwarm vom letzten Jahr ist am 10.5.2013 geschwärmt und hinterließ auch keinen Honig,
der wirklich nutzbar gewesen wäre. Ca. alle 10 Waben zeigten das gleiche Bild ---
oben Honig unten Brut und Weiselzellen.

Natürlich freut man sich , dass die Bienen sich so schön vermehren, aber Honig will man dennoch haben,
wenigstens ein paar Kilo.

Für nächstes Jahr überleg ich mir, deswegen Schwarm zu verhindern.
Zur Auswahl stehen --- was ich bisher in Erfahrung bringen konnte:

- Brutdistanzierung (einfach leere Oberträger ins Brutnest einschieben)
- Königinnenableger (muss ich noch schauen ob mein Verfahren funktioniert)
- Schröpfen zB Zwischenableger Bilder oder Flugling

Wäre schön zu erfahren , wie ihr diesem Problem begegnet.

kaibee
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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon kaibee » Do 23. Mai 2013, 10:05

Verstehe ich das richtig: Du hast letztes Jahr einen Schwarm eingeschlagen, der letztes Jahr keinen Honig brachte. Das daraus entstandene Volk ist dieses Jahr wieder geschwärmt.

Im ersten Jahr bringen die Schwärme doch keinen Honig zum Ernten. Ich denke, wenn das Wetter und die Tracht in Ordnung sind, wirst Du dieses Jahr an dem Volk schon ein bisschen Honig ernten können.

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zaunreiter
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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon zaunreiter » Do 23. Mai 2013, 13:05

In diesem Jahr kann es durchaus sein, daß Du nichts ernten wirst. Mit oder ohne Schwarm.

Die einzige Methode, die das Schwärmen sicher verhindert, ist der Königinnenableger. Das heißt, die alte Königin wird mit drei Waben entnommen und in eine neue Kiste gesetzt. Im alten Volk alle bis auf eine Weiselzelle brechen, sieben Tage später nochmal kontrollieren.

Das alleine bringt aber noch keinen Honig. Hier spielt das Erweitern im Frühjahr und die Erhaltung der Aufwärtsentwicklung des Volkes eine größere Rolle. Hier würde ich es in der TBH wie in einer Dadant- oder Trogbeute versuchen. Brutnest mit Schied einengen, damit die Bienen eng und warm sitzen. Leerer Oberträger zum Bauen. Futterwaben hinter das umlaufbare Schied. Immer wieder die frisch angefangenen Waben ans Brutnest rücken und neue Oberträger zum Ausbau anbieten.

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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon zaunreiter » Do 23. Mai 2013, 13:42

Ich habe gerade bei Wyatt Mangum nachgesehen. Bei der ersten Frühjahrsinspektion achtet er darauf, daß direkt neben dem Brutnest Pollen und genug Honig vorhanden ist. Ansonsten hängt er eine Pollenwabe ans Brutnest und zwei Honigwaben, die er mit dem Stockmeißel leicht anritzt.

Er achtet sehr darauf, daß die Völker nicht hungern und füttert notfalls trockenen Zucker. Dazu gibt er leicht Rauch, schiebt die Randwaben des Brutnestes leicht auseinander, sprinkelt leicht Zucker in die Gassen, so daß die Bienen beiseite laufen und nicht unter dem Zucker begraben werden. Dann, wenn der Weg frei ist, schüttet er zwei Pakete Zucker rein, der sich auf dem Boden häuft, so daß die Bienen den erreichen können. Geht natürlich nur bei geschlossenen Böden. (Notfütterung.) Jedenfalls dürfen die Bienen in der Aufbauphase nicht hungern.

Wyatt erweitert dann mit Leerwaben auf beiden Seiten des Brutnestes, damit das Brutnest sich ausweiten kann. Er achtet darauf, daß das Brutnest nicht gegen eine Seite gegen eine Wand läuft, also links oder rechts begrenzt wird.

Mit dem Einsetzen der Tracht setzt er ein vertikales Absperrgitter für TBH ein. 12-14 Waben läßt er für das Brutnest.

Er entnimmt drei Waben mit verdeckelter Brut und Bienen, wenn die Beuten zu explodieren beginnen, um den Schwarmtrieb zu dämpfen. Damit erstellt er Ableger. Alle Weiselzellen werden entfernt, um nicht auf Schwarmvölker hin zu selektieren. Die Ableger erhalten Zellen von schwarmträgen und varroafesten Völkern. Dazu larvt er um und gibt diese Weiselzellen in Pflegevölkern.

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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon zaunreiter » Do 23. Mai 2013, 13:59

Man kann das kombinieren. Die hinter dem Schied leergetragenen Honigwaben nutzt man für die Erweiterung des Brutnestes. (Das Positionieren der Honigwaben hinter dem Schied löst ein Umtragen und damit Leeren der Waben aus, das Brutnest hingegen schwimmt dann im Futter.)

Dann läßt man die Völker stark werden bis zur Schwarmstimmung. Dann den Schwarm vorwegnehmen, indem die alte Königin mit verdeckelten Brutwaben für einen Ableger entnommen wird. (Oder schwärmen lassen, dann muß man allerdings den Schwarm fangen und verkleinern.) Mit der "Auf-den-Punkt-Methode" Weiselzellen in den Völkern heranziehen, die man vermehren will. Waben mit einer Zelle und verdeckelter Brut ohne Bienen in die anderen Völker geben und dort alle anderen Weiselzellen entfernen. Die brutlose Zeit nutzen, um Waben ausbauen zu lassen. Leerwaben werden dann mit Honig gefüllt.

Den Heckmeck muß man ja nicht bei allen Völkern machen, aber bei einem Volk, um den Eigenbedarf an Honig zu decken. Oder bei mehreren Völkern, um den ganzen Bestand mit Winterfutter = Honig zu versorgen, wenn die selber es nicht zustande bekommen.

mahagugu
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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon mahagugu » Do 23. Mai 2013, 16:57


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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon mahagugu » Do 23. Mai 2013, 17:07


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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon mahagugu » Do 23. Mai 2013, 17:14

Irgendwo habe ich gelesen man soll zwischen jeder zweiten oder dritten Wabe einen leeren Oberträger
einschieben. Der wird dann angeblich ausgebaut und das Volk ist mit bauen beschäftigt und kommt
später in Schwarmlust.

Aus Angst vor neuen Schwärmen habe ich das dann bei ein paar Ablegern so gemacht.

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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon zaunreiter » Do 23. Mai 2013, 19:30

Na, das Unterbrechen mit leeren Oberträgern sollte nicht einfach so gemacht werden. Und schon gar nicht einfach so bei Ablegern.

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Re: Schwarm vom letzten Jahr gab keinen Honig

Beitragvon sleipnir » So 26. Mai 2013, 11:06

Da kann ich dem Bernhard nur zustimmen.
Noch dazu bei diesen Temperaturen derzeit, sollte das Brutnest geschlossen sein.

gruß

bernhard