Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Rund um die Schwarmbetriebsweise im Warré-Bienenstock
Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » Sa 26. Mai 2012, 16:10

Besonders kleine Nachschwärme mit junger Königin benötigen etwas Futter um noch in diesem Jahr zur vollen Wintergröße heranzuwachsen. Dazu gehe ich wie folgt vor.

Den benötigten Puderzucker stelle ich mir selber her. Dazu nehme ich eine elektrische Kaffeemühle. (Die gibt es schon für 15 Euro und damit läßt sich auch gefrorenes Propolis zerkleinern.)
Bild

Ab in die Maschine damit.
Bild

Nach wenigen Sekunden ist der Zucker staubfein.
Bild

Dann den Honig dazu. Am besten Blütenhonig und aus der eigenen Imkerei. Ein Teil Honig zu zwei-drei Teilen Puderzucker.
Bild

Mit einem Spatel den Honig vom Löffel kratzen und weiter vermengen.
Bild

Zum Schluß ist der Futterteig so trocken, daß er sich gut formen läßt.
Bild

In ein Honigglas abfüllen.
Bild

Leergefuttert! So ein Glas scheint auch als Luftentfeuchter zu funktionieren.
Bild

Ein Honigglasdeckel habe ich an den Deckel der Zarge geschraubt. Ähnlich wie hier (aber ohne Gitter):
Bild

Leeres Glas abschrauben, neues Glas aufschrauben. Fertig.
Bild

Der Puderzucker macht den Honig trockener. Dadurch läuft er bei den warmen Temperaturen nicht direkt aus dem Glas aus, sondern sitzt darin etwas fester. Kippt auch weniger schnell um, also wird weniger schnell schlecht.

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » Sa 26. Mai 2012, 20:37

apiarius hat geschrieben:Besonders die Kleinen tun sich damit recht schwer.


Was meinst Du mit damit? Mit einer Fütterung? Mit Futterteig im Speziellen?

apiarius hat geschrieben:Dachte echt, hier wird mal was G´scheites verbreitet.


Es steht Dir ja frei, das Gescheite hier niederzuschreiben. Wenn ich das negative Beispiel bin, dann braucht es einen Gegenpart, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Deswegen ist es wichtig, daß Du dich mit Wort, Bild und Ton einbringst.

Eine Biene alleine macht keinen Bienenstock. Zusammen entsteht das Werk. Und wenn wir von zwei Seiten an der Wabe ziehen, so nimmt sie Gestalt an.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Jean Rouge
Beiträge: 19
Registriert: Mo 5. Mär 2012, 21:21

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon Jean Rouge » So 27. Mai 2012, 11:45

@Markus:
In welchem Verhältnis verdünnst du den Honig ? Ich habe letze Woche einem Schwarm verdünnten Honig gegeben, allerdings wurde er nicht richtig angenommen. Als ich dann noch einen Rest Apiinvert probiert hab, ging der wesentlich schneller weg. Das Apiinvert war etwas flüssiger als der verdünnte Honig - jedoch hatte ich Angst, dass der Honig bei zu großer Wasserzugabe zu schnell gärig wird. Wie lange dauert es bis zur Gärung ? Ich möchte nämlich gerne nur noch mit Honig füttern.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » So 27. Mai 2012, 12:24

Da Zucker + Honig hygroskopisch ist, zieht es das Wasser aus der Umgebungsluft an, das sich am Futterteig niederschlägt, so daß die Bienen losrüsseln können. Die im Honig enthaltenen Enzyme und Mikroben machen sich dann sofort an die Arbeit, den Zucker zu fermentieren. Milchsäurebakterien werden von den Bienen dazu gegeben.

Wenn ich solche kleinen Nachschwärme nicht füttere, dann sind sie tot bis zum Winter. Es gibt zwar kleine Nektartrachten hier und da - aber ihnen fehlt die Kraft zum Sammeln, sie müssen ja auch die erste Brut wärmen und Wabenwerk bauen.

Fütte ich nur Honig, dann läuft dieser aus und auf den Boden = Räuberei.

Wie also reichst Du den Honig zum Füttern? Hast Du keine Räuberei bisher beobachten können?
Gibt verflüssigter Honig bei Dir keine Fehlgärung?

Der Futterteig scheint so schädlich zu sein, daß die Bienen schwer beladen mit Pollen nach Hause kommen, die Waben kontinuierlich ausbauen und sich allgemeiner Gesundheit erfreuen. Video folgt.

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Jean Rouge
Beiträge: 19
Registriert: Mo 5. Mär 2012, 21:21

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon Jean Rouge » Mo 28. Mai 2012, 10:39

apiarius hat geschrieben:Was so alles im Honig enthalten ist dürfte bekannt sein. Genau das fehlt im Zucker- und ich behaupte, genau das mindert auch die Robustheit unserer Bienen. Ja, und mir wurde deswegen natürlich schon mehrmals gesagt- ich tick nicht mehr richtig.


Na, endlich mal jemand, der mir nach dem Mund redet :D
Ich werbe für meinen Honig mit dem Zusatz "Aus Imkerei ohne Zuckerfütterung" - und was für die Wintervorräte gilt, will ich natürlich genauso mit dem Unterstützungsfutter für die Schwärme halten.

Gruß
Johannes

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » Mo 28. Mai 2012, 11:15

Aber immer schön auf Faulbrut testen, denn wer sporenhaltigen Honig an kleine schwache Schwärme füttert... 8-)
(Ernst gemeint!)

Ist schon in Ordnung. Ich füttere ansonsten auch Honig, wo es nur geht, aber bei dem Wetter läuft der mir zu stark und verursacht Räuberei. Wenn ihr noch keine Probleme damit hattet, dann passt es ja.

Grüßle
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » So 17. Jun 2012, 14:46

Zitat aus dem Buch: Bienenzucht als Erwerb. Von Friedrich Karl Böttcher. ISBN: 3-431-02358-4

>>In der Natur werden die Bienen mit dünnen und dicken Nektar- und Honigtaukonzentrationen fertig. Bei dünnem Futter sollen sie sich stärker verbrauchen [Anmerkung: verbrauchen heißt hier: wegsterben] als bei dickem.
Um Bienenkrankheiten vorzubeugen, wird daher eine dünnflüssige Reizfütterung im Spätsommer empfohlen. Mit den sich in stärkerem Maß abarbeitenden und eher absterbenden Bienen verschwinden auch die Krankheitserreger in größerer Zahl aus den Völkern.

Aber auch der Imker hat mit dünnem Zuckerlösungen mehr Arbeit. Wenn man einem Volke zur Winterfütterung 7,5 kg Zucker im Lösungsverhältnis 1:1 geben wollte, müßte man 12 Liter verfüttern, während beim Lösungsverhältnis 2:1 nur 8,4 Liter nötig sind. Wir sparen also bei dickflüssiger Einfütterung Arbeit und Zeit. Auch die Bienen haben es erheblich leichter. 3,6 Liter Wasser brauchen sie nicht aus dem Futter zu entfernen. Außerdem haben Versuche ergeben, daß die Bienen beim Eindicken dünner Lösungen ziemlich viel Zucker verbrauchen. Bei dickeren ist das bedeutend weniger. Bei einer Lösung 1:1 z. B. beträgt der Zuckerverbrauch 20 %, bei einer Zuckerlösung 2:1 nur etwa 10 %. << Seite 146+147

>>Eine sehr gute Wirkung erreicht man mit einer Zuckerteigfütterung. Zuckerteig wird gern abgenommen und regt die Bautätigkeit gut an. Deshalb eignet er sich besonders zur Pflege von Ablegern, die zu schwach sind, um den Trockenzucker richtig zu belagern und als Dauerfutter für Einwabenvölkchen. Allerdings ist der Zuckerteig, der aus 3 Teilen Puderzucker und 1 Teil Honig, Zuckerfütterungshonig oder Invertzucker zusammengeknetet wird, verhältnismäßig teuer. ...<< Seite 132

>>Noch müheloser geht es, wenn man den Zucker zusammen mit dem Honig 14 Tage oder länger in einem verschlossenen Gefäß an einem warmen Ort stehen lassen kann. Nach dieser Zeit ist der Teig so gut wie fertig. Bei kleineren Mengen wird man so verfahren.<< Seite 132
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » So 17. Jun 2012, 15:45

Ich favorisiere und praktiziere die Honigfütterung. (Sollte keine Neuigkeit sein.) Für Spezialfälle bediene ich mich des Futterteigs - aus genannten Gründen.

Ich habe die Textpassage eingestellt und bewußt nicht kommentiert. Kann doch einfach so stehen bleiben, oder? Kann sich doch jeder selbst davon bedienen - oder eben nicht.

Du machst mich neugierig (wehe Dir!) - was hast Du denn genau gesehen? Hast Du einen direkten Vergleich zwischen flüssiger Fütterung und Futterteig gemacht? Konntest Du andere Ursachen für mögliche Rückschläge ausschließen? Jetzt mal Butter bei die Fische!

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon zaunreiter » Di 19. Jun 2012, 07:22

apiarius hat geschrieben:Tja, hab ich dazu noch nix geschrieben?


Doch. Jedoch sind mir einige Dinge immer noch unklar. Zum Beispiel:

apiarius hat geschrieben:Der Teig muss erst mal verarbeitet werden,


Was soll es denn mal werden, wenn es verarbeitet ist? Futtersaft? Eingelagertes Futter? Wachsschwitzen? Und wie sehen die Prozesse bis zum Endprodukt in den Bienen aus?


apiarius hat geschrieben:dazu wird Wasser benötigt- das alles kostet Leben(senergie),


Den Zusammenhang zwischen dem Wasser und der Lebensenergie mußt Du mir mal erläutern. Die Versuche der Bieneninstitute haben gezeigt, daß die Bienen bei der Verarbeitung von Flüssigfutter zum Einlagern 20 % mehr Energie benötigten als bei Teig. Dadurch arbeiten sie auch vermehrt und sterben schneller. Da ist die Lebensenergie viel schneller aus.

Die Oberfläche des Teiges zieht auch Wasser an, wenn die Bienen den Teig dann kontinuierlich abnehmen gibt es keine Probleme. Ich kann mir vorstellen, daß die Positionierung des Teiges im Volk eine Rolle spielen kann. Wo hast Du denn den Teig in den Beuten positioniert?

apiarius hat geschrieben:Das hab ich mehrfach beobachtet und natürlich verglichen.


Ja, aber wie und womit hast Du verglichen? Mit 1:1? Mit Völkern direkt daneben? Oder erst in der nächsten Saison? Wie hast Du andere Ursachen ausgeschlossen? (Nosema z. B.)

apiarius hat geschrieben:Aber auch bei Wirtschaftsvölkern, die zeitig im Jahr, detto nach Spättracht das Zeug bekommen, sind Probleme mit der Teigfütterung bekannt.
Hat davon bei Euch noch kein Imker berichtet? :shock:


Nö, habe ich selbst auch noch nie beobachtet. Und ich bin nicht blind, wenn da was vor sich geht. War das denn selbstgemachter Teig, oder das Weizenzeugs?

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

KMP
Beiträge: 693
Registriert: Di 5. Jun 2012, 11:12
Wohnort: Berlin

Re: Nachschwarm mit Puderzucker+Honig füttern.

Beitragvon KMP » Di 19. Jun 2012, 07:43

zaunreiter hat geschrieben:
apiarius hat geschrieben:Tja, hab ich dazu noch nix geschrieben?

War das denn selbstgemachter Teig, oder das Weizenzeugs?


Hallo Bernhard,

Nur eine kurze Zwischenfrage -- was ist denn als "Futterteig" hier gemeint? Selbstgemacht kenne ich als "Honig, Puddelzucker und etwas Wasser" (glaube ich gelesen zu haben). Aus dem Imkerladen kenne ich Apifonda -- ist das was Du als "Weizenzeug" meinst?

-Kevin
Kevin Pfeiffer - Kleinimker seit 2012


Zurück zu „Warré und Schwärme“