Verdampfen von Oxalsäure

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
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Klatsche
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Klatsche » Mi 23. Mär 2016, 12:56

Hi,

ich hab´ den Tipp aus einem englischsprachigen YouTube Video umgesetzt und mir diesen Volksverdampfer gebastelt. Der 12V Tauchsieder kostete bei Ebay 3,90 €, die Kupferkappe für Heizungsrohre im Baumarkt 95 Cent. Die Kappe hat vielleicht 1 mm Spiel, wenn man die Heizspirale ein wenig enger zieht, klemmt sie perfekt. Alles passt mit Alu-Schutzblech ohne Probleme ins 20 mm hohe Flugloch.

Eigentlich erwartete ich, dass so ein 4,85 Teil ruckzuck den Geist aufgibt und habe mir deshalb gleich 4 Tauchsieder bestellt. Nach ca. 50 Versuchen, um die optimale Menge und Zeit zu ermitteln und nach der Behandlung meiner 7 Völker, läuft das Ding aber immer noch wie beim ersten Mal. Zwei habe ich daher schon an befreundete Imker weiterverschenkt.

Mit einem gewöhnlichen PKW-Batterieladegerät brauche ich 8 Minuten, um 1 g restlos zu verdampfen. Dann Stecker raus und noch 5 Minuten warten, fertig. Zur Not geht´s also auch ein wenig günstiger.

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Viele Grüße
Michael

Claudia.1977
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Claudia.1977 » Do 24. Mär 2016, 12:31

Liebe Leute,
der Varrox Verdampfer ist o.k. inzw. gibt es auch Nachbauten bei ebay für ~30€ oder eben Selbstbau für ~15€?
Aber, dass Teelicht ist wirklich gut! Die OS verdampft über einen längeren Zeitraum. (Leider finde ich das youtube Video gerade gar nicht.)
Vielleicht ist die Teelicht - Variante einfach zu billig, dass man denkt die kann nicht funktionieren?
liebe Grüße Claudia
Warré/ TBH, 2014 www.Oekobeute.de
Bienenkugel, 2016 https://www.bienenkugel.de
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Immenpension » Do 24. Mär 2016, 14:21

die Wärmeentwicklung und vorallem Wirkung bei 15-20 min Teelicht ist aber nicht zu verachten! sicher kann ich sie noch durch entsprechende Schirme bzw. Leitbleche mindern, aber unter 30 cm wird es auf jeden Fall kritisch und man muß die Bienen auch gut abschirmen, sonst kommt die Kamikaze-Feuerwehr. Die einhergehende Erwärmung der Beute und die entstehende Zirkulation hat warscheinlich sogar einen positiven Einfluß. Die dürfte es aber bei der Tauchsieder-Variante etwas veringert auch geben.
Bei meinem derzeitigen TBH-angelehnten Bastelprojekt habe ich aber den nötigen Raum für diese Variante nicht mehr.
Grüße vom Karle




Keine Tierversuche!...? aber wie ist das mit der Bienenhaltung?

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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon lilie » Mo 22. Aug 2016, 17:18

Hallo,
ich habe am letzte Freitag begonnen mit Verdamfen.Bis jetzt sind je Volk zw. 20 und 30 Milben gefallen!???!!?
Was ist da los?
Lg
Susanne

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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Mo 22. Aug 2016, 17:52

Milben in der Brut?
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon lilie » Di 23. Aug 2016, 00:46

Ja kann sein!! :shock:

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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Topper » Fr 26. Aug 2016, 09:50

Vorab schon mal Sorry falls die Überlegung die ich gerade Anstelle hier schon abgehandelt wurde. Aber zumindest ich hab Sie nicht gefunden.

Über folgendes mache ich mir gerade Gedanken.
Angenommen die Behandlung gegen die Varronen beginnt im Sommer vor der Honigernte ( z.B. weil Heidehonig erzeugt werden soll), Blockbehandlung mit 6 oder 7x 1g Oxalsäure. Also insgesamt 7g Oxalsäure im ganzen Stock verdampft.
Dies Säure würde man dann doch im Honig wieder finden. Logischerweise natürlich nicht die vollen 7g da es sich ja überall niederschlägt. Aber zur Einfachheit nehmen wir mal an das 100% wieder im Honig zu finden ist.

Wenn nun 10 Kilo gerntet werden und die 7g Oxalsäure sich darin wiederfinden habe ich eine Anreicherung von 0,7g auf 1 Kilo Honig. Somit müsste der Honig doch eigentlich noch gefahrlos genießbar sein.
Immerhin haben z.B. Kartoffeln einen Durchschnittswert von 800mg / Kilo ( Quelle: Oxalsäuer.net). Und davon isst man gewöhnlich höhere mengen als ich mir Honig aufs Brot schmiere.

Oder habe ich was grundlegendes falsch verstanden bzw übersehen?

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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Fr 26. Aug 2016, 21:36

Richtig.

Von den 1 g verbrennen vielleicht 0,5 g direkt zu CO2. Es landet also etwa Hälfte der Oxalsäure im Bienenstock. Dann hat die Oxalsäure eine Halbwertszeit von zwei Wochen im Bienenstock. Die Studie zur Halbwertszeit wurde mit geträufelter Oxalsäure gemacht, die im Bienendarm landet. Es ist wahrscheinlich, daß die Halbwertszeit beim Verdampfen noch kürzer ist. Aber nach vier Wochen nach dem letzten Verdampfen sind nur noch Mikrospuren davon vorhanden, wenn überhaupt.
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Fr 26. Aug 2016, 23:29

Kann man auch hier nachlesen:
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Maximum_Residue_Limits_-_Report/2009/11/WC500015217.pdf

54 % der Oxalsäure bleiben erhalten nach dem Verdampfen (Sublimieren...) und der Rest wird zu CO2 (45 %) und Ameisensäure (1 %) zerlegt.
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Topper » Mo 29. Aug 2016, 07:46

Sehr schön.
Mit der Methode könnte man ja dann auch ein massiv belastetes Volk im Sommer behandeln und trotzdem ernten.

Ich bin mal gespannt auf die weitere Entwicklung. Ich behandle seit Dezember 2015 meine Bienen nur noch so. Und ich hatte keinen Ausfall. Bin zwar noch Anfänger, aber letztes Jahr habe ich im August Ameisensäure mit dem Schwammtuch benutzt.
Hat zwar gewirkt. Aber wirklich glücklich war ich dabei nicht.


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