Offener Boden

Hier werden die verschiedenen Böden und die möglichen Ständerwerke diskutiert.
Sid
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Offener Boden

Beitragvon Sid » Fr 22. Mär 2019, 06:22

lese Ich hier einzelne Bericht und Studien, komme ich irgendwie zu dem Schluss, dass der geschlossene Boden die bessere Wahl ist. Dennoch gibt es so viele beuten mit offenem Boden und auch aumeier und co werben dafür. Es ist doch ein gravierender Unterschied ob da ein Mega Loch ist oder nicht. Was sind die entscheidende Vor- oder Nachteile für Variante a oder b? Danke euch

biene0.1
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Re: Offener Boden

Beitragvon biene0.1 » Fr 22. Mär 2019, 23:33

Hallo Sid,
die Klimatiesierung und den damit verbundenen Luftaustausch müssen die Bienen machen. Das geht aber nur, wenn ein Boden die Beute nach unten abschließt. Das Flugloch ist die Stelle wo Luft aus der Beute entweicht und auch in die Beute hineingelangt.
Bei offenem Boden ist der Prozess nicht in der Qualität möglich. Wind und Temperatur wirken direkt in die Beute hinein.
Wichtig in dem Zusammenhang ist ein gut gedämmter oberer Abschluss bei gleichzeitig difussionsoffenem Material im Kissen (nach Warre´).
Gruß
Harald
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Sid
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Re: Offener Boden

Beitragvon Sid » Sa 23. Mär 2019, 01:40

Danke Harald, was ich mich Frage ist eher, was bewegt so viele mit offenem Boden zu arbeiten? Im Verein haben alle Zander oder dnm. Die gibts gsr nicht anders zu kaufen. Auf meinem Lehrgang wurde sogar vor Beuten mit geschlossenen Böden gewarnt.... die Argumente, Erklärungen hier auf der Seite lassen mich hingegen auch zum geschlossen tendieren aber worin liegt der Vorteil offener Böden, dass er so viele überzeugt? Sind es die Masse der Beuten die so z.B. Den Schimmel besser verhindern, die Rähmchen die das Kleinklima im Stock zerstören und es den Bienen somit erschweren selbst für den nötigen luftaustausch zu sorgen, oder oder... Grüße

Nöld
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Re: Offener Boden

Beitragvon Nöld » Sa 23. Mär 2019, 10:56

was bewegt so viele mit offenem Boden zu arbeiten?


Die Notwendigkeit… Mit Folie (dampfdicht) abgedeckte Beuten aus extrudiertem Kunststoff oder mit Ölfarbe gepinselt Bretterverschläge, siffen sich einfach voll ohne offenem Gitterboden. Das ist wie überwintern im Biwaksack.

Die Proportionen der meisten Beuten passen zudem nicht zur Größe der Wintertraube und deren optimalen Zehrweg.

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Re: Offener Boden

Beitragvon biene0.1 » Sa 23. Mär 2019, 17:59

Hallo Nöld,
das ist wie bei vielen anderen Sachen. Im Lehrgang wird das dem "Unbeleckten" so beigebracht. Und man glaubt das, wenn da der Lehrgangsleiter als erfahrener Imker das so sagt.
Die Reihenfolge war bei mir etwas anders. Zuerst habe ich gelesen und mich in die Bienennatur hineingedacht. Da war die Baumhöhle näher als die Heringskiste und offener Boden, Folie und Mittelwände.
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Re: Offener Boden

Beitragvon Nöld » So 24. Mär 2019, 08:36

Die angedrehten Konzepte funktionieren ja auch, solange man sich stur daran hält. Dies sagt wiederum ziemlich viel über die Qualität eines Konzepts aus.

Bei mir war es anders herum, meine Imkerpatin hat mir mit einer Woche Vorlaufzeit ein Volk hingestellt. Wäre sie nicht, wäre ich wohl noch immer ohne Bienen, eine schreckliche Vorstellung :)

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Re: Offener Boden

Beitragvon Manfred » So 24. Mär 2019, 12:54

Grüß Euch,

Der Gitterboden kam so richtig in Mode im Gefolge der Varroa-Milbe. In Kisten mit geringer Dämm-, Speicher- und Diffusionsfähigkeit
erwies sich die Zwangsbelüftung auf Kosten einer höheren Zehrung als vorteilshaft. In meiner kleien Imkerei wird er gerade wieder abgeschafft.

HG Manfred

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Re: Offener Boden

Beitragvon biene0.1 » So 24. Mär 2019, 23:44

Und schreibe doch mal über die Gründe für die Entscheidung.
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Sid
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Re: Offener Boden

Beitragvon Sid » Mo 25. Mär 2019, 17:24

Meine Entscheidung? Mit dem Vorsatz naturnah zu Imkern, den Profit hinten anzustellen suchte/suche ich die entsprechende Betriebsweise. Die Vereine die es hier gibt ähneln sich und arbeiten mit Zander, dn, Herold. Bienen aber ohne Paten zu halten und einfach irgendwie anzufangen, kam für mich nicht in frage. Also folgt, Lehrgang 5 Heroldbeuten und mein imkerpate.ich lese fast täglich diverse Artikel, Bücher Monatsberichte etc. traue mir dennoch noch nicht zu, eigenständig herum zu experimentieren. Habe Respekt vor diesem Organismus und werde erst lernen was mein Pate mir zeigt. Stelle dennoch einiges in Frage , diskutiere mit ihm, Pate, oder eben mit euch, da mir warre um einiges sympathischer rüberkommt als das was ich jetzt tue. Schätze ich werde das was ich jetzt in der Praxis lerne, auch teilweise später mit anderen Betriebsweisen verwerten können. Beantwortet? Offener Boden? Wie schnell kühlt eine Windböe den Raum im Winter aus? Wieviel Feuchtigkeit steigt im Frühjahr durch Verdunstung des Tau s auf? Wieviel Energie wird so vergeudet? Die Imker prahlen mit ernten von 40-60 kg / jahr. Wenn das Realität ist, gebe ich gern 15-20 kg an winterfutter zurück, erspare mir das austauschen von futterwaben im Frühjahr, erspare mir das Zuckerwasser aber ... soweit bin ich ja noch nicht.

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Re: Offener Boden

Beitragvon Hainlaeufer » Mo 25. Mär 2019, 22:03

Ich hatte mehr oder minder das Glück bei jemanden zu lernen, der mich wirklich weit nach vorne brachte. So weit, sodass ich keine Ängste hatte, einfach die Beuten zu ändern, oder mich vom Gelernten abzuwenden und andere Methoden anzuwenden. Alles lief super, alles schön und gut. Aber!
Ich erkannte nicht rechtzeitig die Probleme, die dann nach und nach auf mich zukamen. All diese hoch gepriesenen Inputs im Internet, wo man dachte damit den richtigen Weg zu gehen, wandelten sich hinterher zum steinigen Holzweg um.
Wenn ich könnte, würde ich am liebsten die Zeit zurück drehen, und alles anders machen. Und da gehört auch der offene Boden dazu.


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