21 cm

Alles rund um die Zargen und Oberträger in einem Warré-Bienenstock.
m4fish
Beiträge: 47
Registriert: Mo 21. Nov 2011, 13:34

21 cm

Beitragvon m4fish » So 27. Nov 2011, 16:06

Über den Winter will ich Warre-Beuten bauen. In den Bauanleitungen die ich kenne geht man von einer Zargenhöhe von 21 cm aus. Bisher habe ich noch keine Begründung für dieses Maß gefunden. Da ich mit formaldehydfreiem Leimholz arbeiten will, stehe ich vor dem Problem, dass dieses nur in 20, 25 oder 30 cm breite angeboten wird. Gibt es Erfahrungen mit 20 oder 25 cm Zargenhöhe um nicht zu viel Verschnitt zu erzeugen?

Zweite Frage
Gibt es Erfahrungen mit einer Brutraumzarge in doppelter Höhe (zwei Zargen) um den Bienen zu ermöglichen ein größeres Brutnest anzulegen (ähnlich Dadant). Für die Honigernte werden dann Honigraumzargen in normaler Zargenhöhe aufgesetzt. Hat das schon jemand ausprobiert?

Grüße Michael

reichswaldimker
Beiträge: 71
Registriert: Mo 24. Jan 2011, 10:53
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: 21 cm

Beitragvon reichswaldimker » So 27. Nov 2011, 21:43

Hallo,
Warre hat einfach die 40 cm als Höhe des Brutnestes definiert. Würde falls das Brett breiter ist einfach ein paar Zentimeterstreifen abschneiden und dann als Oberträger verwenden.
Höher als 21 cm würde ich nicht gehen, der Honigraum sollte ja bei der Ernte brutfrei sein. Das sind dann 20/21 besser als 25 cm.

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: 21 cm

Beitragvon Mellina » Mo 28. Nov 2011, 09:53

Hallo Michael,

ich habe auch schon Zargen aus 20er-Brettern gebaut. Einen Unterschied zu den 21er Zargen konnte ich nicht feststellen.

Es gäbe, wenn Du am 21er Maß festhalten willst auch noch die Möglichkeit, statt Falze in die Bretter zu schneiden, auf 20er Bretter einfach einen Leistenkranz von 1 cm Höhe aufzusetzen, mit zwei Leisten in Zargenstärke und zwei schmaleren Leisten für die Falze. Das Ganze im optimalsten Fall mit Holznägeln befestigt.

Liebe Grüße
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

m4fish
Beiträge: 47
Registriert: Mo 21. Nov 2011, 13:34

Re: 21 cm

Beitragvon m4fish » Mo 28. Nov 2011, 22:55

Hallo Markus,
besten dank für den Link.
Michael

m4fish
Beiträge: 47
Registriert: Mo 21. Nov 2011, 13:34

Re: 21 cm

Beitragvon m4fish » Sa 3. Dez 2011, 16:07

Vielen Dank für den Link, - schöne große Waben.
So stelle ich mir das auch vor, für den Brutraum.
Ich werde mir auf einen gekauften (Varroa)-Warreboden eine Brutraumzarge in mindestens doppelter Höhe bauen. Vielleicht mit abdeckbaren Glaseinsatz, so dass man die Bienen beobachten kann. Muss ich mal mit dem befreundeten Tischler reden. :)
Darauf dann die Zargen mit normaler Höhe, als Honigraum.
Ich hatte eigentlich nicht vor, oft in das Wabenwerk einzugreifen. Kann man nicht, wenn das Wabenwerk zu alt ist, das Volk umziehen lassen und die Brutraumzarge komplett reinigen?
Trotzdem werde ich mir für die Oberträger etwas einfallen lassen. Vielleicht an die Oberträger 35 mm breite, dünne Seitenstreifen anheften, so in der Stärke wie das Holz von Spankörben. So dass die Waben keinen direkten kontakt zur Beutenwand bekommen. Dann müssten sie sich einfach ziehen lassen.
Soweit meine Vorstellungen – der Winter kann kommen.
Beste Grüße Michael

m4fish
Beiträge: 47
Registriert: Mo 21. Nov 2011, 13:34

Re: 21 cm

Beitragvon m4fish » So 4. Dez 2011, 14:02

Hallo Markus,
das mit dem Bee Space ist mir schon klar.
Wenn das Wabenwerk zu alt ist, umziehen in eine „frische“ Beute mit Anfangsstreifen. Das dann mit einem Freiluftkunstschwarm nach Sklenar. Wenn ich meinen Bienen-Prof. glauben darf, praktiziert er diese Methode schon länger und hält sie für die beste, gleich eine neue Königin mit ins Volk zu bringen. Er benutzt dabei eine leere Zarge, in der das Volk später untergebracht sein soll und hängt sie auch nicht in einen Baum o. ä, wie ich es schon an anderer Stelle lesen konnte.
So weit ist es aber bei mir noch nicht. Das sind Überlegungen die vielleicht später zum tragen kommen. Jetzt baue ich zuerst einmal eine hohe Zage für die Brut, so dass die Bienen die Waben so lang wie sie wollen bauen können und lasse die Bienen dort in Ruhe (so gut es geht).
Wie ich schon geschrieben habe, werde ich auch zwei oder drei konventionelle Magazine betreiben, um das praktische Handwerk zu lernen. Im Übrigen lasse ich mich von allem was ich lese und sehe inspirieren – mit dem Vorteil des Anfängers der noch nicht festgelegt ist :D .
Beste Grüße Michael

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4648
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: 21 cm

Beitragvon zaunreiter » Di 5. Nov 2013, 21:33

Noch ein Gedanke aus dem Imkerforum, hierherkopiert:


Wenn Du den Gerstung intus hast, stellt sich die Frage nach den Rähmchen nicht mehr so. Im Prinzip ist das Rähmchenmaß mehr oder weniger irrelevant. Es gibt nur ein paar Eigenheiten zu beachten. Je mehr Platz in die Breite auf der Brutwabe vorhanden ist, desto schneller verpollt und verhonigt so eine Brutwabe, da das seitliche Platzangebot (über 30 cm hinausgehend) die Bienen dazu verleitet. Aber wenn man darum weiß, kann man auch mit breiten Waben imkern. Entweder mehr Waben zum Ausgleich geben oder noch enger setzen, um Brut von Wand zu Wand zu haben.

Hochwaben wären für den Bien besser, sind aber definitiv unpraktisch zum Hantieren. Außerdem neigen sie zu Honigkränzen, was aber nicht verkehrt sein muß. Auch hier kann man mit den Eigenheiten arbeiten. Die "geteilte Hochwabe" in den Maßen der Warré (=Gerstung halbiert) kommt da dem Ideal für Bienen und Imker schon nahe.

Ich habe hier ja ein Sammelsurium an Rähmchen angesammelt und angehäuft. Ich denke, mit allen kann man gut imkern. Wenn man Gerstung verstanden und aufgesaugt hat, dann sowieso. Man muß nur noch mit eigenen Augen wahrnehmen, wie der Bien auf das Strecken und Drücken und Ziehen des Brutnestes reagiert. Und einen Rythmus mit dem Legegang der Weisel finden. Dann ist das gar nicht so schwer.

Viele Grüße

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Hainlaeufer
Beiträge: 318
Registriert: Fr 30. Nov 2012, 00:01

Re: 21 cm

Beitragvon Hainlaeufer » Fr 15. Nov 2013, 00:28

zaunreiter hat geschrieben:...Wenn man Gerstung verstanden und aufgesaugt hat, dann sowieso. Man muß nur noch mit eigenen Augen wahrnehmen, wie der Bien auf das Strecken und Drücken und Ziehen des Brutnestes reagiert. Und einen Rythmus mit dem Legegang der Weisel finden. Dann ist das gar nicht so schwer.

Viele Grüße

Bernhard


Mein Budget hat es zugelassen! Gerade den Gerstung bestellt! Allein schon was du da schreibst... ich kanns kaum mehr erwarten ihn zu lesen! ;)

Danke für den Buchtipp! (war zwar mal wo in einem anderen Thread, aber egal)

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4648
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: 21 cm

Beitragvon zaunreiter » Mo 6. Jan 2014, 11:53

Bei Langstroth und Co. betragen die Abstände zwischen Wabe und Wabe fast 4 cm(!) [Oberträger bei Langstroth 19 mm dick. Plus 8mm beespace und 10 mm Unterträger = 37 mm], sind das mit 7mm Oberträger und beespace nur 15mm oder 1,5 cm. Also etwa die Körperlänge einer Biene. Das macht gar keinen Unterschied für die Bienen im Vergleich zu einer durchgehenden Wabe. Wenn die Biene auf dem Oberträger steht, kann sie sich hochrecken zur Wabe oben und hochziehen.

Warré mit Rähmchen ist da schon etwas im Nachteil, da besteht ein Abstand von 22 mm/2,2cm. Aber auch hier immer noch 40 % weniger Abstand zwischen den Waben als bei Langstrothrähmchen.

Dagegen bleibt die vertikale Ausrichtung einer Hochwabe erhalten. Das Brutnest erstreckt sich auf der Warréwabe genau so, wie es auf einer Hochwabe gewesen wäre. Siehe:

Bild

Diese Waben standen in einer Beute übereinander. Das ist allerdings der Stand kurz vor der Einwinterung. Aber man sieht oben noch schön den Halbkreis, den die Brutkugel in die Wabe gezeichnet hat. Das Bild des Brutnestes unterscheidet sich kaum oder gar nicht von einer Hochwabe.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4648
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: 21 cm

Beitragvon zaunreiter » Di 7. Jan 2014, 22:54

Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


Zurück zu „Die Warré-Zargen und Oberträger“