Kondensatordach

Rund um das Dach des Warré-Bienenstocks, sowie dem Kissen.
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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Jul 2012, 14:49

tino hat geschrieben:...Wärmeverlust müssen die Bienen ja wieder ersetzen?


Der Wärmeverlust entsteht erst dann, wenn das Wasser außerhalb des Bienenstockes kondensiert. Innerhalb des Bienenstockes gibt die Luft ja nicht nur die Feuchte, sondern auch die Wärme ab, die aber im Stock verbleibt, während sie bei einer Ventilation des Stockes nach draußen verloren geht.

Gruß
Bernhard
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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Jul 2012, 15:23

Ich überlege ernsthaft, ob der Innendeckel von Bruder Adam ("Adamfütterer") nicht einfacher zu bauen ist. Allerdings könnte das Loch oben etwas zu klein sein? Einfach zwei Löcher reinmachen?

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Im Bild fehlt noch die Kappe, die direkt über das Loch und den Block gestülpt wird.

Der Abstand unterhalb des Fütterers von mir ist nicht verkehrt, denn dann werden beim Zurücksetzen keine Bienen gequetscht. Außerdem ermöglicht es der Luft sich oben frei über den Oberträgern in den Fütterer zu bewegen. Im Winter können die Bienen oben frei die Waben wechseln und so nirgends stecken bleiben und am Ende womöglich noch verhungern.

Aber dazu könnte der Adamsfütterer ja mit kleinen Leisten 9 mm unten nachgerüstet werden.

Gruß
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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Do 12. Jul 2012, 23:12

Geschäftig im Feierabend. Neben Stachelbeerkonfitüre... (gemogelt: hat meine Frau gemacht. ;) )
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..habe ich noch ein paar Innendeckel zusammengeschraubt. Modell Adamfütterer mit etwas weiterer Öffnung.
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Ich habe immer zu wenig Zargen und zu wenig Deckel. Egal wie viele ich vorbereite. :roll:
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Den Bienenabstand 8mm habe ich beibehalten. Das ist besser als Bienen quetschen. Ich habe das Deckelbrett in den Rahmen eingelassen, einfach ein Schlitz rundrum. Als Deckelbrett nehme ich 12mm starke Siebdruckplatten. Die halten Feuchtigkeit gut aus und halten lange.
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Der Aufstieg besteht aus zwei 3 cm starken Brettern, die ich auf 10x10cm zugeschnitten habe.
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Mit einem Lochbohreraufsatz ein Loch gebohrt. Fertig.
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Re: Kondensatordach

Beitragvon kaibee » Di 17. Jul 2012, 13:54

Deine Holzbauten in Ehren, Bernhard, aber ich werde ein Kondensator-Dach aus erdölbasierten Materialien ausprobieren...

Es gibt bei Holti einen Fütterer, den ich seit diesem Jahr benutze. Passend für die Warré habe ich einen Holzrahmen dazu gebaut. In meinen Sackleinentüchern habe ich eine Aussparung geschnitten, dass ich beim Aufsetzen dieses Fütterers aufklappen kann. Damit funktioniert er sehr gut.

Wenn man diesen Fütterer nicht mit dem Original-Deckel (nicht auf dem Foto) abdecken würde, sondern mit einer Holzplatte die ganze Kondensator-Zarge abdeckt, und wenn man die Kunststoffkappe gegen eine metallische austauschen würde, hätte man ein nahezu perfektes Kondensator-Dach. Feuchte Luft von Innen wird an der kalten Metall-Kappe kondensieren und in die gelbe Auffangschale laufen. Diese Schale ist zudem nach innen hin abgesenkt, sodass sich das Wasser in der Mitte sammelt. Wasser steht den Bienen zur Aufnahme zur Verfügung. Feuchte Luft außerhalb der Kappe wird ebenfalls an der Kappe kondensieren und sammelt sich in gleicher Weise in der Mitte des Auffangbehälters. ggf. könnte man den freien Raum um den Fütterer durch Hobelspäne reduzieren.

Über den Winter könnte man somit einige Liter Wasser sammeln, vorausgesetzt, es kondensiert so viel. Sollte den Schimmel in der Beute deutlich reduzieren.

Jetzt muss ich nur noch passende Metall-Kappen finden...
Ich werde berichten!

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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 28. Sep 2012, 14:42

kaibee hat geschrieben:Über den Winter könnte man somit einige Liter Wasser sammeln, vorausgesetzt, es kondensiert so viel.


Also heute morgen war ich wirklich überrascht. Ich habe bei derzeitig nächtlichen Temperaturen um die 10°C in dem Kondensatordach eines Volkes etwa einen halben Liter (!) Wasser gehabt. Das schwappte richtig!

Erstaunlich. Es funktioniert - wie errechnet - bereits ab 10 Grad Celsius im Plus. (Regenwasser war es nicht, da das Volk in einem Unterstand steht.)

Ich bin gespannt, wie das im Winter läuft. Es ist nur fraglich, ob der Wasserdampf so reichlich ist, wenn die Bienen sich zu einer Traube zusammenziehen und die Lebensaktivitäten und insbesondere das Brutgeschäft reduzieren.

Gruß
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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 28. Sep 2012, 15:02

Neu ist die Idee nicht:

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aus dem The British Bee Journal; April 1, 1880 - 238
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apicistus

Re: Kondensatordach

Beitragvon apicistus » Fr 12. Okt 2012, 00:39

Hallo kaibee,

kaibee hat geschrieben:
Wenn man diesen Fütterer nicht mit dem Original-Deckel (nicht auf dem Foto) abdecken würde, sondern mit einer Holzplatte die ganze Kondensator-Zarge abdeckt, und wenn man die Kunststoffkappe gegen eine metallische austauschen würde, hätte man ein nahezu perfektes Kondensator-Dach. Feuchte Luft von Innen wird an der kalten Metall-Kappe kondensieren und in die gelbe Auffangschale laufen. Diese Schale ist zudem nach innen hin abgesenkt, sodass sich das Wasser in der Mitte sammelt. Wasser steht den Bienen zur Aufnahme zur Verfügung. Feuchte Luft außerhalb der Kappe wird ebenfalls an der Kappe kondensieren und sammelt sich in gleicher Weise in der Mitte des Auffangbehälters. ggf. könnte man den freien Raum um den Fütterer durch Hobelspäne reduzieren.

Über den Winter könnte man somit einige Liter Wasser sammeln, vorausgesetzt, es kondensiert so viel. Sollte den Schimmel in der Beute deutlich reduzieren.

Jetzt muss ich nur noch passende Metall-Kappen finden...
Ich werde berichten!


Hast Du schon was Passendes gefunden? Wie wäre es mit einer Edelstahltasse, die Du über die Öffnung des Dorns stülpst? (Der Gedanke ist mir heute spontan beim Kaffeetrinken aus einer solchen Tasse gekommen.) Ein kleiner Blechtopf würde es bestimmt auch tun. Oder Du nimmst als Abdeckung für die Zarge einen Blech- statt eines Holzdeckels, an dessen Unterseite die Luft auch zu Wasser kondensieren müßte.

Insgesamt finde ich die Idee mit dem Kondensatordach richtig pfiffig, v.a.auch wegen der Multifunktionalität (auch als Fütterer und Bienenflucht). Ich selbst werde es vorerst bei der ursprünglichen Kissenzarge belassen und erst mal abwarten, welche Erfahrungen Du und Bernhard über den Winter mit der Konstruktion macht.

MfG,

Markus

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Re: Kondensatordach

Beitragvon kaibee » Fr 12. Okt 2012, 08:03

Hallo Markus,

das Projekt habe ich leider nicht weiter verfolgt.
Hatte auch nichts perfekt passendes gefunden. Werde zukünftig aber meine Augen offen lassen :) Eine Edelstahltasse ist wohl zu hoch...

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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 12. Jul 2013, 14:03

Moin Herr Kapitän! :wink:

Also die erste, hier gezeigte Version des Kondensatordaches hat unterschiedliche Ergebnisse zutage gebracht. An manchen Tagen war das Dach klitschnass. Leider aber zwischen Futterzargenseitenwände und Blechdach. Das führte zu Schimmel.

Durch Zufall kam aber folgende Konstellation zustande: auf der obersten Zarge liegt ein Innendeckel auf (Rahmen mit Zwischenplatte). Der Innendeckel hat ein rundes Loch. Darin steht einer dieser Plastikfütterer mit Domaufstieg. Dieses Futtergeschirr hat einen eigenen Deckel. Ich habe darauf einfach das Blechdach gelegt - das Blechdach hat allerdings 10 cm tiefe Seiten.

Das auf der Abdeckung des Aufstiegsdom zu liegen kommende Blech sorgte für eine starke Auskühlung an diesem Punkt und regelmäßig stand in dem Fütterer Wasser. Nicht wenig! Und häufiger als bei der anderen Konstruktion. Außerdem kein Schimmel, da der Fütterer wasserdicht und schimmelfest ist.

Ob das der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezweifeln, zumal da ja wieder Plastik im Spiel ist. Und ich stehe nicht wirklich drauf.

Ich habe eine Konstruktion gesehen, bei der die Abluft nach oben seitlich weggeführt wurde, durch doppelte Wände der Kissen-/Futterzarge. Müßte man auch darüber nachdenken.

Die Blechschieber, welche ich von Gatineau übernommen habe und die die kleinen Fluglöcher in den einzelnen Zargen abdecken, bieten auch einen Kondensationspunkt bei kühlem Wetter, an dem das Wasser kondensiert und über die Außenwand abläuft. Alleine für sich werden diese Schieber nicht ausreichen. Das meiste Wasser fällt eben oben im Kopf des Bien an.

Fazit: So ganz schlau bin ich immer noch nicht, wie die Kondesation zur Optimierung des Bienenstockklimas am besten umgesetzt wird.

Viele Grüße

Bernhard
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Himmel-Hund

Re: Kondensatordach

Beitragvon Himmel-Hund » Sa 13. Jul 2013, 20:26

zaunreiter hat geschrieben:Fazit: So ganz schlau bin ich immer noch nicht, wie die Kondesation zur Optimierung des Bienenstockklimas am besten umgesetzt wird.


Da kann ich helfen. ;)

Kondensation vermeiden - um jeden Preis! Da liegt das Optimum. 8-)


LG André


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