Kissen für extrem kalte Winter

Rund um das Dach des Warré-Bienenstocks, sowie dem Kissen.
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zaunreiter
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Kissen für extrem kalte Winter

Beitragvon zaunreiter » Mo 6. Feb 2012, 15:17

John aus Kanada hat ein Dach für sehr kalte Winter entwickelt, das im Folgenden beschrieben sein soll. (Das Kissen ist gleichzeitig eine Futterzarge.)

Bei sehr kalten Wintern bildet sich in allen Beutensystem im Innern der Beute eine dicke Eisschicht durch Kondensation und Gefrieren von Wasser, daß die Bienen durch ihre Lebenstätigkeit in die Luft abgeben. Die Eisschicht bildet sich hauptsächlich oberhalb der Bienen unter dem Kissen und an den Seiten.

In Kanada gibt es sehr häufig einen warmen Föhn (warmer Luftstrom), der plötzlich über die Landschaft hereinbricht und ebenso schnell wieder verschwindet. Die Folge davon ist, daß das Eis oben beginnt zu schmelzen und auf die Bienen herabzutropfen. Der anschließende Frost tötet die Bienen ab.

Daher ist in sehr kalten Gegenden mit Wintern unter -15°C das Kondenswasser das größte Problem. In John's Gegend ist es oft -35°C kalt.

Das Kissen von John entfernt sich von dem originalen Warré-Kissen, da das Original für abgestorbene Völker sorgte. Der Taupunkt lag einfach innerhalb der Beute und die Feuchtigkeit in der Luft konnte nicht aus der Beute geschafft, bevor sie kondensierte. Mit dem Original bildeten sich ab Temperaturen unter -15°C sicher Eis in der Beute.

Bild

Das Kissen bleibt das ganze Jahr über auf der Beute. Es wird kein Leinentuch verwendet, sondern das Kissen direkt auf die Oberträger gestellt, wie im Bild zu sehen. Unten hat das Kissen einen kleinen Rahmen in der Höhe eines Bienenabstandes (8-10mm). Die Bienen steigen durch die Löcher in der Mitte in das Kissen auf und können dort gefüttert werden. Das Kissen ist also gleichzeitig ein Fütterer. (Der mittlere Teil ist um 12 mm niedriger gehalten, als das Kissen selbst.)

=> Ich kann mir vorstellen, daß das Kissen umgedreht vielleicht auch als Bienenflucht dienen kann?


Der Rahmen hat eine kleine Öffnung, die als Flugloch dient und im Winter für Frischluft sorgt, weil das untere Flugloch im tiefen Schnee versinkt. Außerdem kann die feuchte Luft besser aus der Beute entweichen.

Bild

Der mittlere Teil mit den Löchern steht quer zu den Oberträgern. Die warme Luft steigt in das Kissen nach oben, das Wasser kondensiert dort und wird im Fütterer aufgefangen. Dort wurden bereits Bienen beobachtet, wie sie im Winter Wasser holten, wenn es das Wetter erlaubte.

Bild

Das Kissen wird mit einer Speerholzplatte und einer Dämmplatte verschlossen. Die Beute wird im Winter mit schwarzer Teerpappe eingewickelt.

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Kissen für extrem kalte Winter

Beitragvon zaunreiter » Mo 6. Feb 2012, 16:08

Aufbau nach John:

| Luftspalt (Bienenabstand) | Sperrholzplatte | Luftraum (das Innere des Fütterers) | Sperrholzplatte | Styroporisolierung | Holzdach |


Das Kissen funktioniert als Luftentfeuchter gut bei -30°C:

Bild


Ein Teil der Luftfeuchte kondensiert jedoch in der Isolierung - das ist nicht so gut. Besonders wenn die Temperaturen nicht ganz so niedrig sind, fällt das Wasser eher unter dem Deckel aus.

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Das kann verbessert werden, wenn das Styropor mit einer Weichholzdämmplatte ersetzt wird und unter dem Deckel des Kissens die Fläche mit einer Alufolie überspannt wird. Auf diese Weise fängt die Kondensation bereits bei -8°C an.

Noch besser ist es, ein Metalldach direkt auf das Kissen zu legen. Dann startet die Kondensation schon bei Plusgraden (+13°C). So haben die Bienen schon bei einsetzendem Nichtflugwetter die Möglichkeit, sich dort beim Wasser zu bedienen und die Luft innerhalb der Beute zu trocknen.

Bild

Im Winter bei Temperaturen unter 0°C würde ein Aufbau mit einer Aluminiumfolie | 40 mm Weichfaserdämmplatte und das Metalldach für Temperaturen bis -35°C das Kondenswasser sicher aus der Beute im Kissen/Fütterer kondensieren.

Bild

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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