Röhren

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Hainlaeufer
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Re: Röhren

Beitragvon Hainlaeufer » Do 18. Jul 2013, 08:40

Hm. Nette Fotos. Das Thema Korkbeuten ist aber auch nur was zum anschauen. Kann mir schwer vorstellen das das in Mitteleuropa durch gehen könnte. Ich habe irgendwo auch mal gelesen das es wichtig wäre den richtigen Korken zu verwenden (die Frage wäre, woher und wie?), dann die Wabenmatscherei und das Bienenmorden bei der Honigernte, und dann hinter her auch noch im Faulbrutsperrgebiet plötzlich zu stehen... das kann nicht gut gehen. Ich sehe da schon mal eine riesige Feuerstelle!

Aber, lieb zum anschauen. Sollte ich jemals so weit in den Westen kommen, würd ich das auch gerne begutachten, vor allem mit so einem urigen Schutz.

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Re: Röhren

Beitragvon Hainlaeufer » Mi 15. Jan 2014, 23:50

Ich habe heute eine Doku über solche Klotzbeuten aus Frankreich gesehen! Es wurde auch gezeigt, wie man ein Volk in eine Kiste die man oben aufsetzte rauf trommeln bzw. treiben konnte. Das wirkte so einfach, ging wahrscheinlich auch nur deshalb so gut weil es angeblich noch Dunkle Bienen waren. Rein Theoretisch könnte man das ja regelmäßig machen, der Wabenumtrieb wäre somit gesichert.

Möchte mich in diesem Sinne auch für meinen Beitrag über diesem entschuldigen! Ich war offensichtlich zu kurzsichtig, jetzt verstehe ich es besser. Tolle Sache sowas, die Klotzbeute.

LG

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Re: Röhren

Beitragvon KMP » Do 16. Jan 2014, 00:05

Hainlaeufer hat geschrieben:Ich habe heute eine Doku über solche Klotzbeuten aus Frankreich gesehen! Es wurde auch gezeigt, wie man ein Volk in eine Kiste die man oben aufsetzte rauf trommeln bzw. treiben konnte.


Ein paar Bienenkiste-Imker haben letztes Jahr angefangen das auszuprobieren.

-K
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Re: Röhren

Beitragvon Hainlaeufer » So 19. Jan 2014, 15:28

Mhm!

Nun ja, ich hab letztes Jahr eh mal einen Thread aufgemacht wo ich um Hilfe bat bzgl. Ideen und Methoden um einen Bien aus einer Zarge mit schwarzen Waben zu treiben. Mittlerweile weiß ich durch eine Kontrolle das die Waben noch nicht so schwarz sind als ich damals dachte, dennoch dieses Jahr unbedingt aussortiert gehört. Ich werde wohl die Bienen runter wachsen lassen damit ich irgendwann die alte oberste Zarge entfernen kann, oder ich werde mal die Trommlermethode testen. Wenn ich Gefallen und Erfolg damit habe, werde ich es wohl öfters einsetzen. So sehe ich das bilden von Kunstschwärmen oder Bienenfleischschröpfen bei Warre ohne Waben ziehen zu müssen, als Erleichterung an.

Weißt du denn, KMP, wie den Bienenkistlern dabei erging?

LG

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Re: Röhren

Beitragvon zaunreiter » Mo 23. Mär 2015, 16:42

Eine Imkerei aus der Eisenzeit - vor 3.000 Jahren - wurde ausgebuddelt - mit Tonröhren als Bienenstöcke.
http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php ... 4&catid=82

100 Bienenstöcke standen da auf einem Fleck.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Röhren

Beitragvon zaunreiter » Mo 23. Mär 2015, 17:39

Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Friedrich

Re: Röhren

Beitragvon Friedrich » Di 24. Mär 2015, 12:13

Kann man aus den Funden auf eine Betriebsweise schlussfolgern ?
oder kann man sie ableiten von heutiger Bienenhaltung in Tonrören ?

Beste Grüße
Friedrich

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Re: Röhren

Beitragvon Rumpel » Do 26. Mär 2015, 09:53

Betriebsweise wie in Lagerbeuten, Krainer und Triangel - Bretterstock. zB.
Viel schöner ist die Exzellente Klimaanlage, da war das Wort Physik noch gar nicht erfunden.
Am Tage wird in Brütender Hitze gekühlt und in den Kalten Nächten geheizt.
Alles ohne Messtechnik, nur durch hinschauen.
LG. Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

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Re: Röhren

Beitragvon zaunreiter » Do 26. Mär 2015, 14:15

Friedrich hat geschrieben:Kann man aus den Funden auf eine Betriebsweise schlussfolgern?


Nein. Nur aus den heutigen Tonröhren-Betriebsweisen, die wohl über die jahrtausende unverändert blieben.

Vergleiche: https://de.wikipedia.org/wiki/Imkerei_i ... 3%84gypten

Zitat:
"Die Bienen legen im vorderen Bereich ihres Stockes die Waben für den Nachwuchs an, während im hinteren Teil der Honig eingelagert wird. Dies hat den Vorteil, das der Imker den hinteren Teil ungestört öffnen kann und den rückwärtigen Honigraum ohne Beunruhigung der Bienen, überprüfen oder bearbeiten kann. [...] Mit dem Khorab/Muftah (runde Eisenstange, mit diesem Gerät öffnet man den Bienenstock) werden die Röhren auf der Rückseite des Stockes geöffnet. Ein brennender Kuhdung-Kuchen wird in die geöffnete Röhre gestellt, um die Bienen aus dem hinteren Bereich zu vertreiben.[30]

Haben die Bienen den rückwärtigen Teil verlassen, nimmt der Imker das Räucherwerk weg und entfernt die nun freiliegenden, mit Honig gefüllten Waben von der Röhrendecke. Die Waben werden in ein Gefäß gegeben und in feine Stücke zerkleinert. Befindet sich Brut zwischen den Honigzellen, wird diese herausgeschnitten und zurück in die Röhre gestellt. Der Honig wird in einen trichterförmigen Container geschüttet und in Vorratsgefäße abgefüllt.[31]

[...]Anschließend wurden die Waben vermutlich in einen Sack gegeben, der hierbei als Wachsfilter fungierte. Die Waben wurden ausgetreten/ausgequetscht, so dass sich der Honig vom Wachs trennte und abgegossen werden konnte, dieses Verfahren wird als Presshonig bezeichnet und war vor der Erfindung der Honigschleuder, bei der die Honigwaben entdeckelt werden und der Honig per Zentrifugalkraft aus den Waben geschleudert wurde üblich. Noch heute ernten indigenen Völkern in Südamerika und Afrika den Honig mit Hilfe von Honigpressen.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen wurde pro Volk durchschnittlich 2 Pfund Honig und 70 Gramm Wachs geerntet. Die jährliche Gesamtproduktion im Alten Ägypten soll bei 300 Tonnen gelegen haben.[32] Da der Inlandsbedarf aber wesentlich höher war, wurde Honig aus Israel und Syrien importiert.[33]"
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Friedrich

Re: Röhren

Beitragvon Friedrich » Fr 27. Mär 2015, 10:51

Hallo Bernhard,
Danke für die interessanten Quellen, die zu weiterer Beschäftigung mit den Anfängen der Imkerei locken.

Beste Grüße
Friedrich


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