Meine Klotzbeute

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GkF
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Meine Klotzbeute

Beitragvon GkF » Do 17. Mär 2016, 10:10

Hallo,

wie im Vorstellungsbeitrag schon geschrieben, möchte ich ein Bienenvolk in einer Klotzbeute unterbringen. Die Beute ist schon fast fertig, aber ich stelle hier mal ein paar Bilder vom Bau ein. Ich hatte das Glück, einen Stamm mit Kernfäule im Wald zu haben, das erleichtert das Aushöhlen immens.

K640_klotzbeute.JPG


Der vordere Stamm soll die erste "Übungsbeute" werden. Der ist etwas kleiner und wird im ersten Jahr für einen Schwarm oder Ableger reichen (hoffe ich). Ich komme auf ca. 46l Rauminhalt.

Für verschiedene Kontrollen und Behandlungen habe ich einen, nach unten herausnehmbaren, Boden gemacht. Das geht, da ich den Stamm nicht direkt auf den Boden sondern auf "Füße" stellen will.

K640_Beute Boden.JPG


Hinten kommt eine schmale Tür rein.

K640_Beute Tür.JPG


Bei soviel Handarbeit kann man natürlich keine "Baumarktscharniere" verwenden, also das Schmiedefeuer angeheizt und ein wenig Eisen aus der Schrottkiste in Form gedengelt. Mittlerweile sind der Deckel und die Füße auch fertig.

K640_Beute  Scharnier.JPG


Das Flugloch habe ich unten angebracht und der Beute ein "Gesicht" gegeben und lasse sie "böse gucken", hält vielleicht manche "Neugierige" ein wenig auf Abstand. ;) Den Bart habe ich extra für eine größere "Landebahn" so dick gemacht. Da ich noch eine größere Beute bauen will, habe ich den Bart zur besseren Unterscheidung für die Bienen so kräftig eingefärbt. Die nächste Beute bekommt dann einen roten Bart.

K640_gesicht.JPG


Die Beute habe ich ein wenig wasserabweisend mit einer Mischung aus Bienenwachs, Tannen- Kiefernharz und Distelöl gemacht.

So, das wäre ein erster Überblick, das "Innenleben" schildere ich dann demnächst. Sollte jemand Verbesserungen oder Anregungen haben, immer her damit, ich kann immer noch etwas ändern oder bei der großen Beute Verbesserungen einfließen lassen.

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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon Bienenschwaermer » Do 17. Mär 2016, 11:32

Hallo GkF,

Deine Beute sieht gut aus. Die Idee mit dem herausnehmbaren Boden find ich auch praktikabel. Wenn Du zudem die Scharnierbänder komplett selber gemacht hast und sie gut "laufen", dann scheinst Du ein universeller Handwerker zu sein.

Viel Spaß mit Deinem "Holzstock" und halt uns auf dem Laufenden...
In des Jahres Mitten rüst' der Bien den Winterschlitten

Wolfram
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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon Wolfram » Do 17. Mär 2016, 15:23

Hallo Dieter.
eine wirklich schöne Klotzbeute die du da gebaut hast!
Die Scharniere sind wirklich ne Wucht.
Bin begeistert.
Hoffentlich bekommst du auch schnell einen Schwarm damit wir mehr zu sehen bekommen.
Gruß
Wolfram

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Gerald
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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon Gerald » Do 17. Mär 2016, 18:31

Schaut gelungen aus.
Weiß ist laut Buch von Alois Tropper „Bienenwirtschaft“ keine gute Farbe zur Fluglochkennzeichnung.
Seine Beobachtungen dazu, weiß zieht Krankheiten an. Solch gekennzeichnete hatten auf seinen Ständen immer Probleme
gegenüber anderen Farben, gelb dagegen ist ihre Lieblingsfarbe ( Pollenähnlich )

mfg
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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon GkF » Fr 18. Mär 2016, 09:55

Hallo,

schön, daß sie euch gefällt, hoffentlich funktioniert auch alles so, wie ich mir das vorstelle.

....Alois Tropper, ich habe mal gesucht, aber das Buch ist scheinbar momentan nicht zu bekommen. Ich werde es aber mal im Auge behalten. Ich stehe eigentlich viel mehr auf Bücher, besonders auf Alte, Internet ist mehr nur Mittel zum Zweck.

Der Bart ist mir aber wirklich etwas zu hell geraten, der sticht zu sehr hervor. Ich werde mich mal an meinem Bart orientieren und ihn etwas "eingrauen". :)

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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon GkF » Fr 22. Apr 2016, 09:59

Hallo,

um mal Waben von unten nach oben hängen zu können, habe ich Oberträger mit einem seitlichen Steg gebaut.

K640_Kl. Räh..JPG


Mein Gedanke ist, durch die Tür kann ich die Wabe seitlich rel. gut losschneiden. Gegenüber, an der Fluglochseite habe ich eine Leiste, die ich mit einem "Winkelmesser" vom Stamm lösen kann. Ich denke, die Bienen werden die Leiste "festkitten". So kann ich die Waben auch mal mit Brut nach oben hängen und später entfernen, wenn sie zu alt werden. Ich möchte keine Brut "entsorgen" müssen und möchte aber auch nicht in der brutfreien Zeit die Waben unten rausbrechen. Ob die Bienen mein System verstehen?

Honig möchte ich aus dem Klotz selbst nicht entnehmen, dafür kommt oben ein kleiner Honigraum mit Naturbau drauf. Mein Ziel ist, die Bienen möglichst mit ihrem eigenen Honig überwintern zu lassen und nur nach Bedarf zu füttern.

Vorgestern hab ich die Klotzbeute mal in die sonne gestellt.

K640_klotzb.JPG


Da steht sie nun und guckt recht kritisch.....
.....auch der Bart ist (nach dem Hinweis auf Alois Tropper) schon etwas grauer geworden ;)

Außen war sie recht warm, innen ist die Temperatur fühlbar kaum gestiegen. Die 5cm Wandstärke scheinen gut zu isolieren. Heute morgen war die Innentemperatur noch wärmer wie die Außenluft. Allerdings schrumpft der Stamm noch immer, ich muß ständig Deckel und Boden etwas abschleifen, weil sie wieder klemmen.

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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon GkF » Do 23. Jun 2016, 19:46

Hallo,

einige Tage sind mittlerweile vergangen und die Klotzbeute ist besiedelt. Einen Naturschwarm habe ich leider nicht bekommen, also ist es ein Kunstschwarm geworden.
Ich habe ja, wie weiter oben auf den Bildern zu sehen ist, zwei "Etagen" im Stamm. Zur Zeit habe ich 7 meiner "Dreiecksrähmchen" in der unteren Abteilung. Die 3 Größten habe ich mit Mittelwänden- Anfangsstreifen (ca. 5cm) versehen, die beiden Rähmchen daneben bekamen noch einen Anfangsstreifen von ca 1cm, die beiden Äußeren blieben frei.

Anfangs habe ich gefüttert mit solchen Flaschen, die aus eine Schiene aufgesteckt wurden und früher von hinten in die Hinterladerbeuten geschoben wurden. Die Bienen haben aber schnell "nach unten" gebaut und kamen an die Flasche, die lose auf dem nach unten herausnehmbaren Boden stand.
Ich habe dann einen "Teller" mit Konus in der Mitte gedreht, auf dem jetzt ein flaches, umgedrehtes Glas steht. Sinkt der Futtersirup, zieht das Glas innen Luft und es läuft etwas Futter heraus. Das sieht so aus:

K640_futter.JPG


Leider war kurz drauf am späten Abend noch ein ...unnatürliches, starkes Summen im Stock und obwohl fast dunkel und schon sehr kühl noch sehr viel Betrieb am Flugloch. Ich denke mal, da haben andere Bienen geräubert. Ich habe dann das Flugloch mit so einem uralt- Schiebeteil verkleinert. Das hat nur 3 kleine Durchgänge. Die Räuberei hat m.E. jetzt aufgehört. Morgens geht der Flugbetrieb langsam los, Abends geht er langsam zurück, dazwischen ist richtig Betrieb, aber kein aufgeregtes Summen mehr. Ich füttere momentan auch nur kleine Mengen, erst Abends, wenn der Flugbetrieb fast zum Erliegen gekommen ist.

Das Schöne ist, wenn ich den Boden zum Füttern abgenommen habe kann ich kurz mit einem Spiegel unten reinschauen, das sieht dann so aus:

K640_traube.JPG


Mittlereile sind die Waben schon größer geworden, aber die Bautätigkeit hat scheinbar etwas nachgelassen.

......aber lieb sind sie ja, sie haben mich noch nicht in die vorwitzige Nase gestochen, obwohl ich immer schauen muß, welche Pollenfarbe sie heimtragen.....

Leider kann ich nicht mal eine einzelne Wabe herausnehmen, höchstens die drei Größten zusammen, um mal nach der Brut zu schauen. Ich möchte aber auch nicht so massiv in das neue Volk eingreifen.

Was meint ihr, schauen, oder vorerst das Volk in Ruhe lassen?

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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon GkF » So 3. Jul 2016, 11:59

Hallo,

die Bautätigkeit ist scheinbar fast ganz zum Erliegen gekommen. Ich denke mal, jetzt nach fast 3 1/2 Wochen habe ich nur noch "alte" Bienen im Stock, die wahrscheinlich kaum noch Wachs produzieren. Langsam müßte aber auch die erste Brut soweit sein, die Bienen haben ja die ersten Tage sehr schnell Waben fertig gebaut.

Ein Ableger wäre wahrscheinlich einfacher gewesen, aber ich wollte den Stock möglichst ohne Brut besetzen.

Frage, gegenüber steht ein Holunder, die jungen Zweigen sind dick voll mit schwarzen Blattläusen, es sind aber nur Ameisen zu sehen, keine Bienen. Produzieren die keinen Honigtau? Oder wird Honigtau nicht von jeder/m Pflanze/ Baum genommen?

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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon GkF » Fr 23. Sep 2016, 21:20

Hallo,

Mittlerweile steht mein Klotz mitten im Wald an meinem Teich. Das Volk ist schön stark geworden und hat fast alles ausgebaut. Hab mal eine AS- Behandlung (Schwammtuch) gemacht und nach 2 Tagen 2 tote Varroen gefunden, 3 Tage später nochmal 3 Stück.

Der Platz ist m.M. nach ideal, direkt an einem Landschaftsschutzgebiet, mit einem großen Tal, Ost/ West- Richtung, das einmal im Jahr gemäht wird. Das Tal ist schön sonnig. Mein "Tal" hat Nord/ Süd- Richtung, ist schmaler, tiefer und weniger sonnig. Da blüht alles 1-2 Wochen später, so verlängert und ergänzt sich die Tracht ein wenig.

Da ich den Klotz doch nicht so einfach im "Regen stehen lassen wollte" bin ich z.Z. dabei, einen Unterstand zu bauen. Der soll ganz nach alter westerwälder Tradition errichtet werden, genommen wird, was drum rum vorhanden ist! Das Tragwerk ist aus Eichenstämmchen gemacht, die Wände werden ein Weidengeflecht, das Dach bekommt Schindeln (aber wahrscheinlich erst nächstes Jahr, das richtige Holz fehlt mir noch). Links, die offene Seite ist ziemlich genau Richtung Süden, mein "Kopffüßler" schaut momentan so Richtung Süd- Südost.

So sieht es z.Z. aus:
K640_Unterstand3.JPG


Im nächsten Jahr soll auf jeden Fall noch ein 2., ev. auch ein 3. Klotz dazu.....

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Michael
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Re: Meine Klotzbeute

Beitragvon Michael » Sa 24. Sep 2016, 19:25

Hallo Dieter,

das sieht schon mal sehr Gut aus. Das wird sicher ein schöner Unterstand, "etwas neidisch guck" :D

Lg Michi
Sum, Sum Sum, Bienchen summt herum...


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