Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

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sleipnir
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon sleipnir » Sa 4. Feb 2012, 13:42

Also man kann sich für die Kurse anmelden, aber Termin wurde mir keiner genannt.
So weit so gut...
Die kleinste Tat ist besser
als der größte Vorsatz.

kaibee
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon kaibee » Di 5. Jun 2012, 10:01

Ich bin heute nochmal über die "Api Review Letters" von Thiele gestoßen. Schon mal vorab... als Wissenschaftler gefällt mir das gar nicht.

Die Aufmachung dieser Seite (http://www.thiele-und-thiele-consult.de/Apiculture_ge.html) erinnert (bewusst) an wissenschaftliche Publikationen. Mit Wissenschaft hat es aber kaum was zu tun. Schaut man sich mal die neuesten Veröffentlichungen an (http://www.thiele-und-thiele-consult.de/api-review-letters/review-letters_ge.html) findet man zum Beispiel den Review Letter 547 mit dem Titel: Bienen einfach und natürlich halten - Wie funktioniert's?

Bei diesem Titel ist einem eigentlich eh schon klar, dass kein wirklich objektiver, wissenschaftlicher Text folgen kann. Der erste Satz in diesem Review Letter:
Wer nicht nur mehr über das Phänomen Honigbiene wissen, sondern auch selbst sich aktiv an der Bienenhaltung beteiligen möchte, dem sei ein Crashkurs (Tageskurs) und weitere praktische Ausbildungen im Zentrum für wesensgemäße Bienenhaltung empfohlen.

Später kommt auch noch:
Tipp: Man hat mehr von den Crashkursen, wenn vorher der Fernkurs (Nr. 48) absolviert wurde.


Ich kenne die Personen dahinter nicht und kann über deren fachliche Qualifikation nicht urteilen. Aber die publizieren u.a. Werbetexte in der Aufmachung offizieller Veröffentlichungen. Nicht verboten, aber irgendwie hat es für mich einen Beigeschmack. Jeder muss von etwas Leben, von romantischer Bienenhaltung verdient man sich keine Brötchen, aber ob dieser Weg der richtige ist...?

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zaunreiter
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon zaunreiter » Mi 7. Nov 2012, 15:07

Ich habe Herrn Thiele mal angeschrieben und bezüglich der extensiven Betriebsweise der Warré ein paar Punkte relativiert. Ich bin aufgrund meiner Erfahrung der Meinung, daß eine naturnahe Haltung wie von Bienen - wie von Herrn Thiele gefordert - in der Warrébeute sehr wohl möglich ist.


Sehr geehrter Herr Thiele,

da ich im Artikel auf Ihrer Homepage zitiert werde und dort auch über die Warrébeute berichtet und geurteilt wird, erlaube ich mir mal einen kritischen aber wohlmeinenden Leserkommentar an Sie direkt. Ich bevorzuge die direkte Kommunikation - und hätte auch Ihrerseits eine Kontaktaufnahme erwartet. Das hätte einige offensichtliche Mißverständnisse vorab verhindert. Nun gut.

Um diesen Artikel geht es: http://www.thiele-und-thiele-consult.de ... -hive.html

So ganz unrecht haben Sie natürlich nicht mit ihrer Beurteilung, aber einige Punkte stimmen nun wirklich nicht.

Zitat:
"Das heißt, wenn eine Zarge oder mehrere Zargen abgenommen werden, ist das Brutnest geöffnet."

Antwort: Wenn Zargen abgenommen werden, ist nicht automatisch das Brutnest geöffnet. Im Stabilbau betrieben, wird die Beute erst zum Ende der Saison geöffnet, wenn das Brutnest schon stark geschrumpft ist und sich die Bienen zu einer Traube zusammengefunden haben. Da das zudem nur einmal im Jahr vorgenommen wird, ist der Effekt bei weitem nicht so schlimm, wie beschrieben.

Zitat:
"Schon der kleinste Einblick in das Völk erfordert eine Öffnung des Brutnestes"

Anwort: Die meisten Einblicke bei den naturgemäßen Warréimkern (hier gibt es Abstufungen in der Vewendung und Intention) erfolgen über die seitlichen Fenster der Beute. Der Zustand des Volkes wird über die Gemülldiagnose und über die Fluglochaktivität festgestellt. Es hat sich auch eingebürgert, mit einem kleinen Spiegel von hinten-unten durch den hohen Boden (geschlossen) das Volk und dessen Entwicklung zu begutachten. Des Weiteren wird eine Art Aufzug verwendet, der ruckelfrei, störungsfrei und ohne das Öffnen von oben die Beute anhebt und einen Blick von unten gewährt. Die Integrität des Brutnestes und die Nestduftwärme bleibt in der geschlossenen Glocke dabei erhalten.

Mitnichten ist eine Kontrolle daher mit so viel Aufregung verbunden, wie von Ihnen beschrieben. Natürlich gibt es unterschiedliche Strömungen im Gebrauch der Warrébeute und Imker, welche die Magazine zur Kontrolle auseinandernehmen und umgedreht betrachten. Aber solche Imker gibt es auch bei den TBH-Imkern, die jedes Mal die gesamten Topbars und Waben durchackern. Das ist aber nicht systembedingt.


Zitat:
"zudem ist es unerläßlich, mit Rauch zu arbeiten"

Das ist ja nun völliger Unfug. (Mit Verlaub.) Ich arbeite sogar in den meisten Fällen ohne Rauch, da die notwendigen Eingriffe in der extensiven Betriebsweise der Warrébeute schnell und unkompliziert vor sich gehen. Ich arbeite sogar vollständig ohne Schleier. Auch hier weil die Bienen schon aus Prinzip nur selten gestört werden und daher deutlich ruhiger sind als in den Rähmchenbeuten, die häufig geöffnet werden.

Zitat:
"Der Warré-Beuten-Imker hält es für bienengerecht, die Wabenstellung innerhalb der Beute nach Belieben zu verändern. Das Flugloch wird zwar an Ort und Stelle belassen, aber das Wabenwerk einmal quer zum Flugloch (Warmbau) oder einmal längs zum Flugloch (Kaltbau) durch "Drehen der Beute" ausgerichtet."

Antwort: Dieser bei Émile Warré beschriebene Eingriff wird heute nur noch von wenigen Warréimkern tatsächlich noch praktiziert. Ich habe selbst am Anfang das noch praktiziert, konnte aber keinen Wert darin erkennen und habe es allein aus praktischen Gründen danach unterlassen. Ein Eingriff weniger.

Zitat:
"Die Entnahme einiger Waben aus dem Randbereich bedeutet nicht, daß das Brutnest gestört wird. In Oberträgerbeuten oder Top bar hives wird gerade das Brutnest am allerwenigsten gestört. In Magazinbeuten, ...der Warré-Beute, ...gerät dagegen das gesamte Volk in Aufruhr, wenn der Imker auch nur einen kleinen Einblick in das Volk erhaschen will."

Antwort: Das ist eine nicht der Praxis entnommene Beobachtung, sondern eine theoretische Schlußfolgerung aus der Oberbehandlung, die bei der Warré in der extensiven Betriebsweise so nicht vorzufinden ist. Erweitert wird unten - kein Öffnen des Volkes von oben. Wird mittels Beutenaufzug erweitert, geht der Flugbetrieb ganz normal weiter, die gesamte Beute bleibt stumm, kein Aufbrausen - nichts.

Ebenso bei der Honigernte - hier wird zwar oben die Honigzarge/n entnommen, da sich aber zu der Zeit schon die Wintertraube gebildet hat, findet die Entnahme quasi auch am Rande statt. Es befinden sich kaum Bienen darauf. Das muß man mal gesehen haben, es funktioniert gut und ohne viel Aufhebens.

Zitat:
"Die Gewinnung apitherapeutischer Produkte wie Wabenhonig ist - ähnlich wie bei der Rähmchen- und Magazinimkerei - kaum möglich, denn der Honig stammt aus "bebrüteten Waben"."

Zunächst ist einmal festzustellen, daß Wabenhonig per se kein apitherapeutisches Produkt ist, sondern ein "Kunstprodukt". Der therapeutische Wert von Honig aus bebrüteten Waben ist höher einzustufen, weil:

- das Deckelwachs größere Anteile von heilenden Substanzen enthält, welche die Bienenbrut schützen sollen. Das ist vor allem in den östlichen Ländern bekannt und wird dort weitläufig als Heilmittel verwendet.

- ein größerer Pollen-/Bienenbrotanteil natürlich ein Gewinn für die menschliche Gesundheit ist (Bienenbrot ist ohne Zweifel von hohem Wert, wie anhand der ständig dazu veröffentlichten Studien unter http://apitherapy.blogspot.com laufend mitzuverfolgen ist!)

Die extensive Betriebsweise mit Erweiterung des Brutnestes nach unten verhindert ein Zuviel an Anreicherung mit Umweltschadstoffen im Wachs und Honig. Daher bleibt der therapeutische Wert erhalten, vor allem bei räumlich distanzierten Aufstellung der Völker fernab von Schadstoffquellen.

Zitat:
"Allenfalls wird Presshonig gewonnen. Aber Wabenhonig und Wabenhonig mit Bienenbrot und Tropfhonig kann bei der Warré-Betriebsweise fast nicht geerntet werden,..."

Antwort: Wenn das gewünscht wird, ist das mit einfachen Mitteln und Modifikationen ohne Weiteres möglich. Da ständige Eingriffe bei der extensiven Betriebsweise nicht vorgesehen sind, wird darauf aber verzichtet und Bienenbrot und Honig in einem Arbeitsgang - namentlich beim Pressen - gewonnen.

Ich bitte Sie daher diese Punkte in Ihrem Artikel etwas zu relativieren und womöglich anhand eigener Versuche mit praktischen Erfahrungen zu untermauern.

Gern bin ich bereit hierbei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Heuvel
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

apicistus

Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon apicistus » Mi 7. Nov 2012, 23:44

Hallo Bernhard,

na, da würde mich mal interessieren, wie der Herr Thiele sich zu Deiner Stellungnahme äußert (wenn er es denn tut).

Ich selbst habe den Beitrag auf der genannten Site auch gelesen und fand manche Äußerungen polemisch und einfach unrichtig. Die Bienenkiste kommt ja auch nicht besser weg - den Schaum vorm Mund des Autors kann ich mir bei derartigen Äußerungen jedenfalls lebhaft vorstellen. Da Herr Thiele mit seinem Zentrum für wesensgemäße Bienenhaltung offensichtlich auch nur Geld verdienen will, halte ich seine Attacken gegen Warre und Bienenkiste für absolut unangebracht.

MfG,

Markus

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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon Rabea » So 27. Okt 2013, 21:59

Hallo liebe Bienenfreunde,

ich bin ganz neu hier und habe noch keine Bienenerfahrung - bis lang habe ich nur
ganz viel gelesen und bin über Umwege nun auch auf diese tolle Homepage gestoßen.

Hat sich in dieser Angelegenheit zwischenzeitlich was getan?
Mich würde die Antwort von Hr. Thiele interessieren oder auch, ob jemand einen Kurs
dort belegt hat.

Lieben Gruß von Rabea

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sleipnir
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon sleipnir » Mo 28. Okt 2013, 20:47

Servus Rabea,

also ich habe keinen Kurs bzw. Seminar dort belegt.
Ist mir alles ein bischen komisch vorkgekommen.


gruß

bernhard
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon Rabea » Di 29. Okt 2013, 16:19

Hi Bernhard,

finde ich auch, aber vielleicht täuscht ja der erste Eindruck und
es gibt begeisterte Seminarteilnehmer hier?

Grüssies aus Norddeutschland
Rabea

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sleipnir
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon sleipnir » Fr 1. Nov 2013, 14:19

Servus Rabea,

ich denke selbst wenn es Seminarteilnehmer hier gibt, werden Sie sich nicht dazu äußern. :?


gruß

bernhard
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon Rabea » Fr 1. Nov 2013, 18:56

Hi Bernhard,

versteh ich gerade nicht - warum nicht?

Grüssies
Rabea

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sleipnir
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Re: Zentrum für wesensgerechte Bienenhaltung Thiele

Beitragvon sleipnir » Fr 1. Nov 2013, 23:19

Servus Rabea,

wahrscheinlich keine Lust zu schreiben oder Angst davor.
Genau weiß ich es auch nicht.


gruß

bernhard
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