Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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zaunreiter
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon zaunreiter » Mo 9. Sep 2019, 17:16

Schlossimker hat geschrieben:weil ich nirgends etwas gefunden hab, ab welcher Braunfärbung Varroen in früheren Brutzellenzyklen entstanden sind (Mütterchen). Das ist wohl bei keiner Doktorarbeit relevant gewesen.


Siehe: viewtopic.php?f=16&t=1122&p=23546#p23546
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 19. Sep 2019, 00:04

Hallo, neues vom Einvolk-Imker ;-) und seiner kosmetischen Anwendung.
Erst mal Danke an Bernhard für die Unterstützung des Kaiserfranken.
http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=1122&p=23559#p23546
Naja, da gibt es keine wirkliche Unterscheidung der Nuancen von hellbrauntönen wie ich das gerne gesehen hätte (vielleicht sind die dargestellten Unterschiede die erforderlichen). Die als "altes Weibchen" bezeichnete sieht da ja nun auch nicht so dunkel aus. In jedem Fall hab ich anfänglich die seltenen grauen Männchen als junge Weibchen mit gezählt. Und vielleicht mal ein doch schon altes als junges Weibchen. Aber das sind wohl mehr marginale Fehler meiner Zählung. Da muss ich bis zum Einstellen vom natürlichen Milbenfall warten - und genauer bis zur Winteranwendung.

Nach der Anwendung von OXsub zeigen sich erste Auswirkungen am Flugloch:
_Keine Kotspritzer.jpg
Bild vom 29.08.2019, nach der 3.Anwendung, wenig Kotspritzer am Flugloch

_Kotspritzer.jpg
Bild vom 07.09.2019, 1,5 Tage nach der letzten (6.)Anwendung, Kotspritzer sind schon am Flugloch zu erkennen

_Deutliche Kotspritzer.jpg
Bild vom 12.09.2019, 6,5 Tage nach der letzten (6.)Anwendung, deutliche Kotspritzer sind am Flugloch zu erkennen. Weiter innen im Flugloch sind keine schwarzen Verfärbungen zu sehen. Die Bienen haben anscheinend Durchfall bekommen. So wie es aussieht haben sie, sobald sie das Licht außerhalb des Fluglochs gesehen haben, abgekotet. Dann war es wohl nicht ganz so schlimm.


Daneben haben sie wahrscheinlich Tote Brut im ganz jungen Stadium ausgeräumt - oder sind das bei der Anwendung gestorbene junge Wachsmottenlarven?
_Ausgeräumte Eier, obere Hälfte rechts.jpg
Bild vom 14.09.2019. Die dünnen, langen, gegliederten weißlich/gelblich/durchsichtigen Larven in der oberen rechten Hälfte. Windel war 3 Tage eingelegt

Gestern 17.09.2019 waren dann noch etwa 10 (meist) schon etwas vertrocknete sehr ahnliche und etwas kürzere (Bieneneier) auf der Windel zu finden. Eine, etwas 6mm lange und weniger als 1mm dick, weißlich mit etwas gelben Farbeinschlag und zwei schwarzen Punkten hat noch gelebt. Ob das Übergang von Ei zum Larvenstadium war oder doch Wachsmottenlarve kann ich nicht sagen. Hab mir viel zu Gemülldiagnose angesehen, aber da waren alle dargestellten Larven immer dicker. Ich vermute aber Bieneneier im Übergang zur Larve.

Die Bienenmasse hat nach meinem Eindruck nicht abgenommen, es sind vorsichtig geschätzt 7 Belegte Wabengassen, woraus ich 10500 Bienen schätze.

Varroen zähl ich natürlich weiter. Da gibt es nach jeweils einigen Wochen eine Fortführung des Diagramms, möglichst bis nach Abschluss der Winteranwendung.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 19. Sep 2019, 00:23

Hallo, neues vom Einvolk-Imker ;-) und seiner Winterauffütterung.
Am Samstag den 14.09. hab ich endlich eine Ablaufhahnkonstuktion gebaut bekommen (die Lieferung des Ebay shops aus Deutschland mit einer passenden Verschlusskappe mit Ablaufhahn und Belüftung ist erst heute, nach 13 Tagen angekommen). Den gekauften RuBee Sirup hab ich in mein 0,8l Glas gefüllt, mit Leinentuch verschlossen und umgedreht für Füttern von oben rein gestellt. So wollte ich die Zellen der 6 Waben oben verdeckelt bekommen. Die Saugrüssel der Bienen waren nach kurzer Zeit durch das Glas unten am Leinentuch zu sehen. Aber bis Sonntag 15 Uhr (20 Stunden später) waren etwas weniger als 0,1l abgenommen. So werden die Vögel nicht fett. Bisher hatten sie bei Zuckerwasser 1:1 und 3:2 bis zu 0,8l/Tag an guten Tagen abgenommen.

Da hab ich gleich an die eine nicht mit Kissendämmung gefüllte, bereits eingebaute Futtertasche gedacht und Kreissäge und Bohrmaschine angeworfen um eine Schwimmhilfe für die Futtertasche aus am Sonntag vorrätigem zu bauen. Eine Aufstiegshilfe hab ich vorsichtshalber auch gebaut - bei mir natürlich aus Leinentuch, Rand mit Draht verstärkt und um einen Futtertaschenrand gebogen. Um 18 Uhr den Zargenturm zwischen 1.und 2. Zarge etwas zur Seite geschoben, Deckel der früher eingesetzten Futtertasche mit Stockmeisel entfernt, Aufstieg eingesetzt und 1l RuBee rein gekippt. Die Schwimmhilfe eingefädelt und Zargen zu geschoben - wie ich es von Bernhard im Hinterkopf hatte. War mir so sicher, dass ich nur Smoker benutzt hab, und keinen Nahkampfanzug.
Futtertasche.jpg
Futtertaschen, Schwimmhilfe und Aufstiegshife, links einzeln, rechts zusammen gebaut.

Montag Mittag, nach etwa 18Std. war der Liter weg. Da hab ich noch mal nachgefüllt. Die Schwimmhilfe hat sich als zu schwer herausgestellt und war noch am Boden festgeklebt und ist nicht mit aufgestiegen. Dafür schwimmt sie nicht so hoch und die Bienen kommen leicht an den Sirup. Mit den selbst gebauten Naturwabenschneider hab ich sie dann wieder hoch gezogen.

Jetzt bin ich schwer am Überlegen, woran es liegt, dass sie aus dem Futterglas weniger als 1/10 verglichen zur Futtertasche in etwa der gleichen Zeit abnehmen.
- Weniger Fläche am Leinentuch des Futterglases, aber deutlich mehr als 1/10 zur zugänglichen Futtertasche?
- Ist es zu anstrengend für die Bienen gegen den im Glas entstehenden Unterdruck zu saugen?
- Sind beim Abnehmen aus dem Futterglas vielleicht nur die relativ wenigen Ammenbienen beteiligt, und es geht nicht schneller?
- Kennen sie das "Futter von oben" nicht so und holen nur meist den täglichen Bedarf ohne instinktive Not zum Umtragen?
- Haben die Bienen einen "Futter verschüttet/ausgelaufen" Instinkt, und tragen das direkt fühlbare Futter "vom Boden" schneller mit allen verfügbaren Arbeiterinnen um? (Habe früher festgestellt, das es schon mal einen dicken Futtertropfen auf der Windel gibt, wenn es einen größeren Temperaturanstieg gibt. Vielleicht weil es dann dünnflüssiger wird, oder den Bienen mal ein Malheur passiert. Sollten sie das daher besser kennen, das mal Futter herum liegt und schnell wieder "einsortiert" werden muss?)

Mandy Fritzsche füttert nach ihrem Blog zum Winter mit Zuckerwasser 1:1 per Futterglas von oben ein. Bei ihr funktioniert das, aber vielleicht nimmt sie nicht so viel Honig weg und muss eher weniger zufüttern.

Es sieht erst mal so aus, dass das Futterglas (von oben) eher nur für das dauerhafte Zufüttern für den täglichen Bedarf funktioniert, also nicht ein mehrfaches davon liefert (kleine Volker unterstützen). Mit dem Vorteil, die Futtereinrichtung ohne "Zerlegung" der Beute zu reinigen um Schimmel/Schleimpilz/Verderb zu verhindern.
Futtertaschen und Futterzargen scheinen zur schnellen Wintereinfütterung wesentlich besser zu funktionieren. Sind aber nicht so ohne weiteres zu reinigen - es sei den man tauscht sie beim Nachfüllen mit aus. Oder lässt sie von den Bienen sauber lecken. Dann hat man aber das Problem mit den Bienen drin beim Nachfüllen. Das habe ich auch bei meiner Futtertasche. Und ein/zwei Rauchstöße reichen nicht um die raus zu bekommen um ihnen das Ertrinken zu ersparen. Nach einer Zeit muss da nochmal und nochmal intensiv bis in die Ecken Rauch rein geblasen werden, bis es die letzte begreift und wenigstens nach oben krabbelt. Mir stinken danach immer die Klamotten nach Rauch. Eine Qual für einen militante Nichtraucher. Das werde ich nicht ewig so machen.

So haben sie heute den vierten Liter RuBee Sirup bekommen und sie haben kräftig angefangen oben die Ränder der Waben immer weiter in die Ecken aus zu ziehen und oben endlich an das Fensterglas an zu bauen.

Ich meine fast, dass man die Futterempfehlung wenigstens für Anfänger mit Kunstschwarm etwas präzisieren solle:
Immer zufüttern. Erst geringe Mengen um 0,25l/Tag, Zuckerwasser 1:1 oder Weizensirup, weil nix/wenig gebaut ist, und das nicht verhonigt werden sollte, beispielsweise auch mit Futterglas von oben weil da nicht so viel abgenommen wird, und es wird nicht so leicht überfüttert. Wenn dann die erste Zarge ziemlich ausgebaut ist sollte ein Fütterer verwendet werden, der das "Tracht ist im Überfluss vorhanden" Signal gibt, und den Bienen ausgeprägte Futterkränze an den Waben durch Umtragen anlegen lässt. Dann denke ich das sie auch eher die zweite Zarge in Angriff nehmen. Ich meine mit dem Futterglas von oben kann man kein "Tracht ist im Überfluss vorhanden" Signal geben. Was meint ihr?

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 19. Sep 2019, 17:55

Schlossimker hat geschrieben:Ich meine fast, dass man die Futterempfehlung wenigstens für Anfänger mit Kunstschwarm etwas präzisieren solle:
Immer zufüttern. Erst geringe Mengen um 0,25l/Tag, Zuckerwasser 1:1 oder Weizensirup, weil nix/wenig gebaut ist, und das nicht verhonigt werden sollte, beispielsweise auch mit Futterglas von oben weil da nicht so viel abgenommen wird, und es wird nicht so leicht überfüttert....

Klarstellung dazu: Wie im letzten Beitrag oben geschrieben nehmen sie den dickflüssigen käuflichen Sirup aus dem Futterglas das bei mir immer mit Leinentuch verschlossen ist, nicht vernünftig ab (<0,1l/24Std.). Wie es bei einem gelochten Deckel aussieht kann ich nicht sagen, hab ich nicht probiert. Aber ich meine Futterglas mit Stoff verschlossen und dickflüssiger (käuflicher) Sirup schließen sich aus. Zuckerwasser 3:2 hab ich so schon gefüttert und sie haben bei Hitze auch bis zu 0,8l/24Std. heraus gezogen - ist nicht so dickflüssig. Mehr haben sie nie geholt/24Std. - war immer ein relativ kleineres Völkchen. Aber da hab ich auch schon wieder etwas dazu gelernt - das Problem steht in meinem Fall eher neben den Beute. Dazu demnächst mehr, wenn die Bilder gemacht sind.

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