Kondensation, Futtersaft und Varroa

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 08:33

Holometabole Insekten (Biene) und Hemimetabole Insekten (Milbe)
Juvenilhormon ist nicht Speicherbar.
Milbe : Ecdyson löst bei gleichzeitiger Anwesenheit von Juvenilhormonen die Larvenhäutung aus, fehlt hingegen das Juvenilhormon kommt es zur Adulthäutung. Dann nicht fertig Varroa also nix mit Hochzeit machen. Auschlaggebend ist dann der Faktor Zeit die bleibt zur Nahrungsaufnahme.
Immer steht der Hahn uffen Mist. :D
Gruß Jörn

(Ein Naturschwarm baut zum ersten Arbeiterzellen)
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 10:16

So und für die Biene, wären dann mal Allatostatin - Neuropeptide http://www.spektrum.de/lexikon/neurowis ... ptide/8690
und Allatotropin Interessant bis ich das durch habe bin ich 100 Jahre. :)
Gruss Jörn
Hö fast vergessen Biene : Ecdyson löst eine periodische Häutung aus , entscheidend ist dabei die Konzentration an Juvenilhormon, ob es zu einer Larvalhäutung oder Verpuppung bei holometabolen Insekten kommt. Mit saugendem Dracula könnte es auch zu Missbildungen führen :?:
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Mi 12. Nov 2014, 11:12

Erhebliche Beweise unterstützen die Ansicht, dass die metallinduzierte Toxizität bei der Erzeugung von ROS, die mit oxidativem Stress in Tieren, einschließlich Menschen (Valko, Morris, & Cronin 2005) beiträgt. Die Übergangsmetalle wie Eisen, Kupfer und Cadmium dienen als Katalysatoren bei der oxidativen Beeinträchtigung der biologischen Makromoleküle durch Eingehen einer Redox-Cycling-Reaktion. Daher kann die mit diesen Metallen verbundene Giftigkeit aufgrund der Produktion von ROS verursacht sein, wobei die Lipidperoxidation, DNA-Schäden, Erschöpfung der Sulfhydrylgruppen und veränderte Calcium-Homöostase, die zumindest teilweise für oxidative Schäden verantwortlich sein kann. ...

Eisen, das häufigste Übergangsmetallionen in Körper hat die Kapazität, um Ein-Elektronen-Reaktionen anzutreiben. Daher wird es als erforderliche Hauptkomponente im Metabolismus freier Radikale in biologischen Systemen betrachtet (Valko et al., 2005).

Unsere Ergebnisse bei Bienen zeigen, dass das olfaktorische Lernen und Gedächtnis [Anmerkung: Geruchssinn] durch Eisen-induzierten oxidativen Stress moduliert wird. Daher ist die Verwendung eines selektiven, neuroprotektiven und ins Gehirn durchlässigen Chelatbildner eine potentielle vernünftige Strategie zur Behandlung von Riechstörungen, um den Überschuss an im Gehirn freie redoxaktive Metall vorliegenden abzufangen.

aus: http://www.researchgate.net/profile/Tahira_Farooqui/publication/5442884_Iron-induced_oxidative_stress_modulates_olfactory_learning_and_memory_in_honeybees/links/09e415017166e7f1f4000000

Sprich: Eisen hat das Potential, neurodegenerative Prozesse auszulösen, bei der Biene hier eine Beeinträchtigung des Geruchssinns und des Lernens.

Die Entwicklung der Eisengranula im Bienengewebe wurde unter Verwendung sowohl anatomischer als auch analytischer Methoden untersucht. Das Eisengranulat fand sich nur in den Trophocyten der frisch-geschlüpften Erwachsenen und haben die gleiche Elementzusammensetzung wie die der Sammlerinnen. Die Granula nehmen an Größe und Zahl während der Alterung zu. Das Eisen in den sich entwicklenden Arbeiterinnen wurden durch protoneninduzierten Röntgenemissionsspektroskopie gemessen. Die Rate der Eisenakkumulation war in direktem Zusammenhang mit Eisenspiegel in der Ernährung, wobei das Eisen aus dem Pollen und dem Honig stammt, beides Hauptnahrungsquellen der Bienen. Bei den adulten Bienen erreicht der Eisengehalt des Fettkörpers einen Maximalpegel (2,4 ± 0,15 Mikrogramm pro Milligramm-1 Gewebe), unabhängig von der verzehrten Menge an Eisen. Der maximale Eisenspiegel bei Bienen wird dann erreicht, wenn die Arbeiter mit den Sammelflügen beginnen, was darauf hindeutet, dass die Eisenkörnchen eine Rolle bei der Orientierung spielen könnten. Alternativ kann Anhäufung von Eisengranula ein Verfahren zur Aufrechterhaltung der Eisenhomöostase sein.

aus: http://jeb.biologists.org/content/126/1/389.full.pdf?origin=publication_detail
J.exp.Biol. 126, 389-401 (1986)
IRON-CONTAINING CELLS IN THE HONEY-BEE (APIS MELLIFERA) II . ACCUMULATION DURING DEVELOPMENT
BY DEBORA HA. KUTERBACH AND BENJAMIN WALCOTT

Sprich: Egal, ob man zusätzliches Eisen füttert oder nicht, der Eisenbedarf der Bienen ist begrenzt und wird über Pollen und Honig gedeckt. Es ist natürlich zu überlegen, inwiefern das Winterfutter (Zuckersirup) genügend Eisen bereitstellt. Wie viel Eisen braucht die Winterbiene im Fettkörper? Da der Pollenkonsum der Winterbienen groß sein muß (ich denke da an den Fettkörper, der ja irgendwo herkommen muß), ist das Eisen zum Zeitpunkt der Winterbienen wohl über den Pollen verfügbar.

Die Folgearbeit dazu:

Die mineralisierten Konkretionen werden sowohl in Fettzellen wie in Epithelzellen des Mitteldarms der erwachsenen Honigbiene gebildet. Sie haben einen hohen Eisengehalt, sind elektronendicht und besitzen wahrscheinlich eine organische Matrix.[...]Außer den Hauptpeaks für P, Fe, Ca und K waren immer auch kleinere Peaks für Na, Mg, S, CI, Mn und Zn vorhanden.[...]ihre Zahl steigt besonders während der Periode, in der sich die Tiere von Pollen ernähren.[...]Wir vermuten, daß die eisenhaltigen Granula ähnlich wie die typischen, zahlreichen Sphärokristalle des Mitteldarms dazu dienen, überschüssige Ionen durch einen Prozeß der Biomineralisation auszuscheiden; ihre Bildung scheint an die Pollenemährung gekoppelt zu sein und stellt wahrscheinlich eine Anpassung an den hohen Eisengehalt dieser Proteinquelle dar.

aus:
Membrane-bound iron-rich granules in fat cells and midgut cells of the adult honeybee (Apis mellifera L.)
H. Raes, W. Bohyn, P.H. De Rycke, F. Jacobs
Apidologie 1989
https://hal.archives-ouvertes.fr/file/index/docid/890787/filename/hal-00890787.pdf
(Deusche Zusammenfassung ganz unten im Text)

Die Eisengranula scheinen zufällig in den Trophocyten der Arbeiterinnen und der Drohnen verteilt zu sein. In der Königin aber sind sie konzentriert und peripher/außen angeordnet. Dieser deutliche Unterschied in der Eisengranulatverteilung zwischen den Mitgliedern des Stockes weist darauf hin, dass diese Eisengranula einige biologische Funktionen haben könnten.[...]

Arbeitsbienen fliegen auf Nahrungssuche bei Tageslicht. Die Eisengranula werden zufällig in den Trophocyten verteilt. Bienenköniginnen befinden sich im Bienenstock für die meiste Zeit ihres Lebens. Ihre Eisengranula sind gruppiert und sind in der Nähe der Zellmembran positioniert. Die unterschiedliche Verteilung zwischen den zwei Kasten legt nahe, dass die Eisengranula biologische Funktionen haben. Der Anstieg des Eisengehalts von der frisch geschlüpften Arbeiterin bis zur erwachsenen Bienen, wo nur 3% durch abgelagerte Eisengranula war, legt nahe, dass die Eisengranula wenig mit der Ausscheidung von Abfall, wenig mit Eisenspeicherung oder mit Eisen-Homöostase zu tun haben. Unter den möglichen biologischen Funktionen der Eisengranula, kommt die Orientierung der Bienen in Frage. Es wurde vorgeschlagen, dass die Orientierung der Bienen können durch das Magnetfeld der Erde beeinflusst werden, und es hat sich gezeigt, dass eine Richtungsinformation durch den Schwänzeltanz und Nestbau gefördert durch das Erdmagnetfeld (Lindauer und Martin, 1968) beeinflusst werden. Studien haben auch in der vor dem Bauch der Arbeitsbienen (Gould et al.1978) magnetischen Remanenz detektiert. Zahlreiche Eisengranula in den Trophocyten des Abdomens wird angenommen, dass geringe Mengen an Magnetit (Kuterbach et al. 1982) enthält. Honigbienen wurden ebenfalls ausgebildet, um magnetische Felder unterschiedlicher Intensitäten (Walker und Bitterman, 1985) zu unterscheiden. Es deutet darauf hin, dass, obwohl die Honigbienen schwache Magnetfelder spüren können, sie diese Informationen nicht als Richtungsinformation verwerten (Tenforde, 1989). Es kann gefolgert werden, daß die Honigbienen magnetische Felder erfassen kann, obwohl die Beziehung zwischen Eisengranulat und Magnetsinn unbekannt ist.

Die zufällige Verteilung und amorphe Natur der Eisengranula (Kuterbach et al.1982; Kuterbach und Walcott, 1986b) macht sie nutzlos für den Magnetsinn - es sei denn, sie sind an das Zytoskelett verankert die IDVS an die Zellmembran. [...]Der Grund für die Auflösung der Eisengranula bei älteren Bienen ist nicht bekannt. Dieses Phänomen wurde nicht bei anderen Eisenablagerungssystemen beobachtet und weitere Arbeiten sind erforderlich, um diesen Punkt zu klären.

aus:
THE ULTRASTRUCTURE AND FORMATION OF IRON GRANULES IN THE HONEYBEE (APIS MELLIFERA)
CHIN-YUAN HSU and CHIA-WEI LI
J. exp. Biol. 180, 1-13 (1993)
http://jeb.biologists.org/content/180/1/1.full.pdf
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 11:27

Es ist natürlich zu überlegen, inwiefern das Winterfutter (Zuckersirup) genügend Eisen bereitstellt. Wie viel Eisen braucht die Winterbiene im Fettkörper?

Wenn Eisen als Element zur Ausbildung der Zellen und Nerven etc. zum tragen kommt, ist die Frage die ich mir stelle, reicht der Eisenanteil vom Futter das ich den Bienen zur Aufzucht der Winterbrut zur Verfügung stelle aus ?
Ick muss denken. :D
Gruss Jörn
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 14:05

Tja ja wie nu. ;)
Entscheidend ist aber auch, wie ein Stoff gebunden ist. So wird Eisen aus Mutermilch zu 50-75% aufgenommen, aus Kuh nur zu 7-10%, und aus Flaschennahrung nur zu 5-7%.
Nicht sauer sein ick habe zu viele Viecherl zu beackern, da vermischt es sich schon hier und da mal was.
Löslichkeit bleibt aber Löslichkeit, so oder so. ;)
LG. Jörn
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 14:56

Egal wie ich es drehe als Speicher komme ich nur auf Hämosiderin bei de Biene.
Egal ich kann mich auch irren.
LG, Jörn
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 15:16

Jut, Eisen 2 und 3 , verantwortlich für den Sauerstofftransport in die Zelle. Heisst wenn weniger Eisen im Futter also abnehmend, schnellerer Verschleiss der Membrankörper der Zelle.
Also weniger Bindung (Hämosiderin) schlechtere Versorgung mit Sauerstoff.
Als Vorschlag meinerseits.
Grüsse Jörn
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 16:02

So ooch nochmal zusammengetragen, der FE Anteil liegt im schnitt bei 100g Honig bei ca. 8,6 %. :)
Also Steinkohle statt Braunkohle, in diesem Sinne. Gruss Jörn
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Mi 12. Nov 2014, 16:05

Die Arbeit geht eigentlich über etwas anderes (Wirkungen von Varroziden), aber es findet sich auch eine knappe Zusammenfassung zu Vitellogenin:
Vitellogenin ist ein Speicherprotein, das von den Arbeiterinnen für verschiedene Stoffwechselzwecke einschließlich der Synthese von Futtersaft, der Alterung (Amdam und Omholt, 2002) verwendet wird, und bei der Immunität durch hormonelle Regulationswege beteiligt ist (Munch et al., 2008).

Weiterhin ist Vitellogenin ein Zinkträger (durch Falchuk, 1998 überprüft), und Zink beeinflusst die Anzahl der funktionellen Haemozyten in Honigbienen. Zinkmangel induziert oxidativen Stress und Apoptose in verschiedenen Zelllinien von Säugetieren, einschließlich Nerven- und Immunzellen (durch Mocchegiani et al, 2000 überprüft;. Amdam et al, 2004b.). Aus diesem Grund kann Vitellgenin als Freie Radikalen-Fänger gesehen werden, der das Niveau von oxidativem Stress mindert (. Amdam et al, 2004b;. Seehuus et al, 2006). Das Lysozym spielt für Insekten eine wichtige Rolle bei der Immunität gegen Bakterien (Daffre et al, 1994;. Lavine und Strand, 2002).

aus:
Immune-related gene expression in nurse honey bees (Apis mellifera) exposed to synthetic acaricides
Paula Melisa Garrido a,⇑, Karina Antúnez b, Mariana Martín c, Martín Pablo Porrini a, Pablo Zunino b, Martín Javier Eguaras
http://www.researchgate.net/profile/Kar ... 5c25000000
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon Rumpel » Mi 12. Nov 2014, 16:27

Speicherproteine sind Proteingemische meist pflanzliche Proteine genannt.
Im weiteren Sinn können auch Eisenspeicherproteine wie Ferritin als Speicherproteine bezeichnet werden.
Wenn Zink Organisch, über die Carbonylgruppe dann sind wa wieder bei der Bindung an den Sauerstoffatomen usw. ist Immer ein Haufen Holz.
Gruss Jörn
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