Kondensation, Futtersaft und Varroa

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 03:00

In der Apitherapie wird Bienenwachs als Wärmeauflage verwendet - daß das Bienenwachs also Wärme speichert, war mir bekannt. Wie gut und verlustfrei die Wärme allerdings gespeichert wird, das war neu. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Latentw%C3%A4rmespeicher

Eine gute Isolierung sollte demnach mit einer dicken Schicht Bienenwachs hinzubekommen sein?

Gruß
Bernhard
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 03:09

Zitat:
Die Taupunktdifferenz beeinflusst auch das Wohlbefinden von Menschen, vor allem bei sommerlichen bzw. tropischen Temperaturen. So empfinden die meisten Menschen einen Taupunkt von 20 °C bei einer Lufttemperatur von 30 °C (Tropentag) als ein angenehmes Klima (ungefähr 55 % relative Luftfeuchtigkeit). Hingegen ist ein Taupunkt von 20 °C und eine Lufttemperatur von 22 °C (ungefähr 88 % relative Luftfeuchtigkeit) sehr unangenehm, man schwitzt und friert zugleich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Taupunkt

Genau das! verusacht den Bienenbart (Vorlagerung vor dem Flugloch) und nicht die Temperatur alleine.

Gruß
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 03:27

Bei 20 Grad Celsius hält die Luft gerade mal 10 g Wasser - pro Kubikmeter!

Bild

Bei einem Zuwachs von einem Kilogramm Honig müssen drei Kilogramm Wasser verdunstet werden. 3.000 Gramm Wasser. Dafür wären 300 Kubikmeter Luft zur Aufnahme notwendig. Bei 20 Grad Celsius Lufttemperatur.

Eine leere (!) Warrézarge faßt 0,02 Kubikmeter.

Es wäre die Luft aus 15.000 leeren Warrézargen notwendig, um das zu verdunstende Wasser aufzunehmen.

Das funktioniert nicht mit Ventilation! Nicht mal mit einem Lüfter. Vor allem, weil die Luft ja schon Wasser enthält. Denkt an die Tage im Mai - hohe Luftfeuchtigkeit! Daher auch der Zusammenhang von Schwärmen nach Regentagen! Alles das ergibt ein klares Bild.

Daher Kondensation! Und Wiederverwendung des Wassers innerhalb der Beute.

Bernhard
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 03:43

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 03:53

Die Bildung dieser typischerweise nur nanometergroßen Keime ist zunächst kinetisch gehemmt. Flüssigkeiten lassen sich unterkühlen und überhitzen. Der Grund für diese Hemmung liegt in der Arbeit, die aufgebracht werden muss, um die gekrümmte Oberfläche eines kleinsten Keims (z. B. ein kugelförmiges Tröpfchen) der neuen Phase zu bilden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nukleation

Die Arbeit wird durch das Tröpfchenformen der Bienen beim Trocknen des Nektars übernommen?

Gruß
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 13:12

Bisher gingen die Überlegungen zum Warré-Heukissen ja immer dahin, die Feuchtigkeit aus dem Stock zu entfernen. Wobei angesichts der Massen an eingetragenem Wasser die Funktionsweise des Kissens in dieser Hinsicht völlig unzureichend sein muß.

Jetzt stelle ich mir die Frage, wie der Bienenstock konstruiert werden kann, um eine größtmögliche Kondensation zu erreichen. Kondensation trocknet die Bienenstockluft - und erhält die Wärme im Bienennest! Ganz im Gegensatz zur Ventilation.

Der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur ist hier entscheidend für die erfolgreiche Kondensation. Um die Wärme im Stock zu halten, ist eine stärkere Isolierung notwendig. Bevor jemand zum Styropor greift - hier haben wir ganz andere Möglichkeiten!

Eine 4 cm dicke Wachsschicht hat die gleiche Wärmespeicherkapazität wie eine 30 cm dicke Ziegelwand!

Konsequenterweise könnte hier eine dicke Wachsschicht an den Beutenwänden zu einer größeren Isolation der Bienenstöcke verhelfen. Bei gleicher Brettstärke. Oben drauf dann eine Schicht Bienenschminke aus Propolis/Harz.

Die Kondensation unten am Boden der Beute ist nicht zu emfpehlen, da herunterfallendes Gemüll sich mit dem Wasser vermischen würde und zu einem Schleim werden ließe. So einen Schleim werden die Bienen aus offensichtlichen Gründen nicht für die Herstellung von Futtersaft hernehmen. Überkopf würde eine Kondensation zu herabfallenden Tropfen auf die Bienen führen - ebenfalls nicht angenehm.

Hier scheinen also besonders die Bienenstockwände für eine Kondensation von Wasser geeignet.

Die Ventilaton als Gegenspieler zur Kondensation müßte etwas herabgesetzt werden. Dazu ist vor allem der Deckel und die Verbindung zwischen den Zargen luftdicht abzuschließen. Wie kann das erreicht werden?

Es wäre eine gute Sache, wenn es an den Wänden eine speziell gekühlte Fläche zur Kondensation geben würde. Um die Bienenstockluft schneller trocknen zu lassen und um eine natürliche Bienentränke im Bienenstock zu stellen. Ich denke da an die Glasfenster - wie könnte man die kühlen? Die Fenster würden dann zwei Funktionen erfüllen - zur Beobachtung und als Kondensationsfläche.

Immer her mit den Ideen!

Bernhard
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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon obi11 » Do 19. Jan 2012, 14:47


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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Jan 2012, 15:14

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon obi11 » Do 19. Jan 2012, 16:38

Hallo Bernhard,
den modernen Beuten, die es neben dem offenen Gitterboden auch mit geschlossenen Boden gibt, fehlt der besagte „Speicher“ um die entstehende Feuchtigkeit aufzunehmen und somit setzt die Kondensation umgehend an der Warm/Kaltgrenze ein. Das Kondensat steht den Bienen umgehend zur Verfügung und vermutlich in einer Menge, die sie nicht umgehend verarbeiten können. Der größte Teil davon wird sich ungenutzt am Beuteboden sammeln. Bei der Warré tritt selbiger Effekt erst dann auf wenn das Füllmaterial des Kissens gesättigt ist und keine weitere Feuchtigkeit mehr aufzunehmen vermag.
Ich denke die offenen Gitterböden wurden erst durch die Schimmelproblematik notwendig, die der schichtenbewegliche Wabenbau und der fehlende Speicher erst mit sich brachten.

Ich mag auf dem Holzweg sein was den Umstand betrifft, doch halte ich Warré nach wie vor für einen ausgezeichneten Beobachter, der sich sehr viel Gedanken gemacht hat und diese in seinem Buch niederschrieb.

LG
Andreas

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Re: Kondensation, Futtersaft und Varroa

Beitragvon m4fish » Do 19. Jan 2012, 19:47



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