Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

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Rumpel
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Rumpel » Do 18. Feb 2016, 09:55

Beobachten Beobachten. :)
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biene1.0
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon biene1.0 » Sa 20. Feb 2016, 17:52

Hallo,
nach so vielen jahren Milbe müsste es doch an einer Stelle geschehen sein, dass die Biene mit dem Parasid zurcht kommt. Nur ich denke es hat keiner gemerkt. Wenn, dann ist das die klassische vertane Gelegenheit.
Unsere Schweizer Kollegen sind zumindestens dabei einen anderen Weg zu gehen. Ihr Blick ist auf wildlebende Bienenvölker gerichtet. Sie kämpfen dafür, dass solche durch Nistgelegenheiten unterstützt werden.
Gruß
Harald
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zaunreiter
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon zaunreiter » Sa 20. Feb 2016, 22:36

Ist die Frage, ob das ausreicht. Ich habe schon zu viele tote Völker gesehen. Nicht schön.

Ausreichend Nistplätze sind auch nicht das Kernproblem der Bienen heute. Das ist etwas naiv zu glauben, daß die Natur schon alles selber richtet. Klar tut sie das, wenn sie denn kann. Im Moment haben wir das sechste große Artensterben. Die Dimension des Artensterbens ist genauso groß wie zuletzt bei den Dinosauriern. Auch wenn es einige noch nicht begriffen haben, es geht ums Überleben. Und damit die Biene irgendwann nicht nur im Museum ausgestopft bestaunt werden kann, braucht es etwas mehr als ein paar "Nistplätze".

Daß es eben kein Bienenproblem sondern ein allgemeines Problem ist, mit dem wir zu tun haben, sieht man doch am massiven Aussterben der anderen Tierarten.
Cogito ergo summ.
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon stefanzo » So 21. Feb 2016, 00:04

@ biene1.0 Wenn die Milbe allein das Problem wäre, wäre es auch so. Aber Pestizide und Monokulturen bedeuten zusätzlichen Krieg, da geben wir mit der Varroabehandlung eine Schutzzonne. Gut ist das viele Wege probiert werden.
mfg stefanzo

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon zaunreiter » Do 30. Jun 2016, 22:38

Performance of honeybee colonies located in neonicotinoid-treated and untreated cornfields in Quebec

M. Alburaki1,2,†,*, B. Cheaib1, L. Quesnel1, P.-L. Mercier1,2, M. Chagnon3 andN. Derome1,4
Version of Record online: 2 JUN 2016

DOI: 10.1111/jen.12336

"Overall, our results show that forager bees collected 20% of corn pollen containing variable concentrations of neonicotinoids. Colonies located in treated cornfields expressed higher varroa loads and long-term mortality than those in untreated cornfields."


Sprich: in der Nähe von mit Neonicotinoiden behandelten Maisfeldern hatten die Völker mehr Varroa.
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon KMP » Fr 1. Jul 2016, 13:06

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Isabella » Sa 3. Sep 2016, 14:56

2,5 Millionen tote Bienen – an einem Tag
In South Carolina starben Millionen Bienen.
Der Grund:
Die Behörden besprühten die Region aus der Luft mit einem Insektizid gegen Zika-Mücken.

Ubi apis, ibi salus ! - Wo Bienen sind, da ist Gesundheit !

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Okt 2017, 08:45

Pflanzenschutzmittel im Honig

Bienen sind weltweit Giften ausgesetzt

http://www.n-tv.de/20068052

Mitchell und Kollegen untersuchten den Honig auf die fünf am meisten verbreiteten Neonicotinoide (Acetamiprid, Clothianidin, Imidacloprid, Thiacloprid und Thiamethoxam). In 75 Prozent aller Proben wiesen sie mindestens eines der Mittel nach. Gut ein Drittel (35 Prozent) enthielt zwei oder drei Neonicotinoide, zehn Prozent sogar vier oder fünf. Unterschiede ergab die Auswertung nach Erdteilen: Mindestens ein Neonicotinoid enthielten 86 Prozent der Proben aus Nordamerika, in Asien waren es 80 Prozent, in Europa 79 Prozent. Am seltensten belastet war Honig aus Südamerika (57 Prozent).
​Und:
In knapp der Hälfte aller Proben, genau in 48 Prozent, fand das Team um Edward Mitchell von der Université de Neuchâtel (Neuenburg/Schweiz) Konzentrationen, die Studien zufolge Bienen schädigen können.​
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon biene1.0 » Fr 6. Okt 2017, 20:53

Hallo,
und was wird die neue Politik der Schwarz-Gelb-Grünen Deutschen Regierung in den vor uns liegenden Jahren ändern? NICHTS!
Beten hilft aber auch nichts.
Neonics werden ja nichteinmal für Haus- und Kleingärtner verboten. Ich wette, dass es so wie anderswo auch wird: Beschäftigung mit sich selbst. So wie es die bisherigen 3er-Bündnisse machen.
Und die Felder sind wieder gelb gespritzt!!! Es sei "Feldhygiene" wurde hier öffentlich gemacht. Da man ja wegen der trohenden Erosion nicht pflügen dürfe / könne muss der Aufwuchs anders total vernichtet werden. Gerste im Weizen würde die Ernte im kommenden Jahr qualitativ beeinträchtigen. Das Weizenmehl wäre dann nicht verbackbar! Hier wird keine Gründüngung angebaut. Man sieht Flächen, die von September / Oktober bis Mai unbearbeitet und kahl daliegen. Das sind zu etwa 90% künftige Maisflächen. Wie es da weitergeht weiß jeder.
Geschädigte Bienen haben der Varroa und den übertragbaren Infektionen wenig entgegen zu setzen. Also wird der Winter und das kommende Jahr keinesfalls besser. Wohldem, der nicht in den Raps ziehen "muss".
Gruß
Harald
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Rumpel » Sa 7. Okt 2017, 07:04

Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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