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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 15:57
von Klippenimker
Ein letztes Mal möchte ich mich zu diesem Thema melden. Immerhin habe ja ich mit der angenagelten Leiste blöderweise für etwas Unruhe gesorgt. Entschuldigung war keine böse Absicht!

Bienenfreunde sollten alles ansprechen dürfen, in jedem Forum denke ich. Hauptaugenmerk liegt natürlich hier bei Warré, Thür , Körbe und andere mit original Stabilbau. Bin ich voll und ganz dafür.

Wenn aber selbst der Chef mehrgleisig unterwegs ist und über Warré und Trogbeuten mit Rähmchen schreibt, dann dürfte dieses Recht allen zustehen.
Hübsch übersichtlich halt, im jeweiligen Bereich abgespeichert.
Ich tue mir jetzt noch und schon schwer mit der Übersicht hier, wie schaut das in einem Jahr erst aus. :?

Hochwürden würde sich über dieses Forum sicher freuen und gerne hören was seine Schäfchen in den letzten Jahrzehnten angestellt haben.

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 16:34
von edlBeefit

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 16:48
von Rumpel
Na nö, ich habe da Mandy schon verstanden, sie ist schon die ( Gralshüterin ) des Warrestocks.
Es wäre natürlich schade wen die Warre zur reinen Rähmchenbude verkommen würde.
Aber Naturbau im Rähmchen ist auch hier gut zu Hause im Forum denke ich.
Sowie alle anderen, auch die Bienenkiste hat ihren Platz, und das ist gut so.
Sogar Kurt darf hier janz ville schreiben, wenn er will. :lol:
Gruss Jörn

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 17:22
von Mellina
Ihr dürft natürlich schreiben, worüber Ihr wollt. Was und wo auch immer. Wer wäre ich, da jemandem Vorschriften zu machen.

Nur: In einem offensichtlichen Oldscool-Warré-Thema - nämlich der schlechteren Losschneidbarkeit von Stabilbauwaben durch von Warré selbst vorgeschlagene bauliche Modifikationen - was hat da die Rähmchendiskussion im Allgemeinen und der Schweizerkasten im Besonderen zu suchen?

Lieben Gruß
Mandy

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 19:23
von edlBeefit

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Di 4. Mär 2014, 11:08
von specht
Hallo liebe Imker/innen und Bienenfreunde!

Einige Fragen beschäftigen mich gerade, vlt. seid ihr so nett und beantwortet sie mir.

Im Warrebuch steht- Machen sie keine Experimente.
Mir gefällt die Vorstellung im Frühjahr Zargen unterzustellen und dann die Bienen einfach tun lassen bis zum Spätsommer. Dürfte für den Imker somit nicht sehr arbeitsintensiv sein und den Bienen kommt das Mehr an Ruhe sicherlich auch zugute.
Zugegeben etwas verwirrend für mich, viele hier verändern Boden, Zargen, Kissen Dach und stellen mal unter und mal auf.
Warre schreibt damals schon, dass die intensive Bienenhaltung ein Wettlauf um das liebe Geld ist, in Wirklichkeit sogar ein Wettlauf um den Tod ist.
Wozu ist dann die heroische Methode notwendig? Nur um mehr Honig entnehmen zu können?
Scheint als wäre auch das ein Wettlauf auf Kosten der armen Brut. Bin ich nicht dafür. :(

Es wurde das Argument angeführt, durch Veränderungen der Landwirtschaft in den letzten 100 Jahren sei dies notwendig geworden.
Müssen alle Imker ihre Bienen in den Lücken zwischen Massentrachten füttern, wenn sie Honig ernten?
In unserem Dorf werden leider keine Bienen gehalten, sonst hätte ich deswegen schon mal nachgefragt. Vereinzelt sehen wir doch einige Bienen im Garten. Ich frag mich wo die eigentlich herkommen.
An den Himbeerstauden aber, da wimmelt es immer nur so vor Hummeln. Da denkt man, wenn sie ohne unser Zutun überleben sollte es auch für Bienen reichen und wenn es auch ruhig mehr sein könnte, bei uns ist immer etwas am Blühen. In den Gärten, an den Wegrändern, am Bachufer und seien es auch nur Disteln auf den Brachwiesen.

Zu naiv gedacht?

Liebe Grüße, Marcus

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Di 4. Mär 2014, 11:22
von Mellina
Hallo Marcus,

das ist heutzutage immer eine Frage der regionalen Begebenheiten. Hier in der zweitgrünsten Stadt Deutschlands kann ich ganz nach Original-Warré imkern, da es hier von Februar bis Oktober ein kontinuierliches Trachtfließband gibt, ohne Trachtlücken. Dieses Glück haben heutzutage aber gerade im ländlichen Bereich die wenigsten. Meine Warrés, die ich in meinem Heimatdorf stehen hatte, habe ich nach einer Saison wieder weggeholt. Dort hätte ich anders/intensiver imkern müssen.

Die heroische Methode ist mit Sicherheit nicht wesensgemäß. Sie kann aber u.a. helfen, einen starken Varroadruck zu minimieren.

LG
Mandy

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Mi 2. Apr 2014, 01:00
von obstbaumfreund

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Mi 2. Apr 2014, 08:19
von specht
Hallo Thorsten,

das ist echt ein schwieriges Thema. So viel ich auch darüber lese, ich komm eigentlich auf keinen grünen Zweig.
Die Landschaft hat sich in den letzten hundert Jahren stark verändert, Gifte werden eingesetzt und dann werden die Bienen noch von den eingeschleppten Milben drangsaliert.
Ganz schön viel kommt da zusammen!

Darum würde ich auch gerne mehr darüber erfahren, wie Völker ohne/mit wenigen Behandlungen über die Runden kommen. Ich hab großen Respekt vor diesen Menschen, weil das mit Erfahrung zusammenhängt und mit noch mehr Feingefühl.

Ich lasse mich überraschen, was in der nächsten Zeit auf uns zukommen wird.
Unser Imker, von dem wir das Bienenvolk bald bekommen, behandelt seine Völker im Sommer und im Winter - trotzdem bringt er nicht alle durch.

Irgendwie komm ich mir jetzt schon hilflos vor, wenn sogar Imker-Urgesteine nicht genau sagen können was los ist.
Dein letzter Satz, den merk ich mir!
Zusammen ist man weniger allein.

Und jetzt warte ich mit dir voller Spannung auf Mandy's Antwort. :)

Liebe Grüße, Marcus

Kennst den Film - Summ' mir das Lied vom Tod?
http://www.youtube.com/watch?v=n0ySVMcxLac#t=1510

Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Verfasst: Mi 2. Apr 2014, 08:28
von Mellina
Lieber Thorsten,
Vorneweg: ich selbst behandele nur in Ausnahmefällen. Ich glaube an die Evolution. 8-)

Deine Situation ist aus der Ferne schwierig zu beurteilen. Könnte der Anfang vom Ende sein oder der Anfang vom Anfang. Und ich bin mit Tipps und Ratschlägen immer gern zurückhaltend.

Wenn Du mich nach meiner persönlichen Meinung fragst; ich würde eine Heroische in Erwägung ziehen, sobald der Massewechsel durch ist. Wichtig für die Beurteilung ist aber das ganze Verhalten des Volkes. Wieviel Brut, Volksstärke, Flugverkehr ... Polleneintrag. Wenn das alles gut aussieht, könnten sie es schaffen, denn normalerweise läuft um diese Jahreszeit die Volksentwicklung der Varroa davon. Die Frage steht also nach der Volksentwicklung.

Prinzipiell hatte Warré meiner Ansicht nach aber schon damals den Finger drauf - auch ohne Varroa ;). Denn nach meiner Erfahrung ist die Einwinterungsstärke entscheident. Warré hat Mickerlinge gar nicht erst eingewintert, sondern im Herbst zu bienenstarken Völkern vereinigt. Und schon bei Pfarrer Christ ist eine der Grundregeln erfolgreicher Bienenhaltung "halte volksreiche Stöcke". Ich selbst habe das als notorischer Gutmensch, der ich bin, oft nicht gemacht. Die Erfahrung hat mich eines besseren belehrt. Am Ende entscheidet nämlich nicht die Varroa über Tod und Leben, sondern die Bienenmasse.

Und nochwas habe ich gerade diesen Winter gelernt. Ernten und Zurückfüttern streng nach Warré ist besser als großzügig-drauflassen. Durch die Rückfütterung setzen die Bienen noch mal richtig Bienenmasse an, was ihnen hilft, es auch ohne Varroabehandlung über den Winter zu schaffen. Völker, denen ich das Futter dagegen komplett belassen hatte, sind jetzt teilweise tot, im Vergleich aber auf jeden Fall viel schwächer, und kommen nun nicht richtig in die Puschen.

Also mein persönliches Fazit dieses Winters, auch in Bezug auf die Varroa, ist in Anlehnung an den Spruch zur Demokratieproblematik: "Gegen die Probleme bei Warré hilft nur noch mehr Warré." ;)

LG
Mandy