Zusetzen von Königinnen

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zaunreiter
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Zusetzen von Königinnen

Beitragvon zaunreiter » Do 28. Jun 2012, 16:16

Zitat:
>>Wir haben uns bestrebt zu zeigen :

1. daß der Volksgeruch oder Stockgeruch keinerlei Bedeutung hat beim Zusetzen,

2. daß längeres Einsperren einer Königin die Annahme, fraglicher macht,

3. daß der Zustand des Volkes und die Stimmung der Bienen von Einfluß sind auf die Annahme der neuen Königin, daß es aber praktisch unmöglich ist, den psychologisch günstigen Moment für eine gesicherte Annahme zu erkennen, wenn die Königin noch nicht vollreif ist,

4. daß aber Zustand des Volkes und Stimmung der Bienen völlig bedeutungslos sind, wenn sich die Königin in jeder Hinsicht so verhält, daß sie nicht Feindseligkeit erregt;

5. daß das Verhalten der Königin in jedem Fall der entscheidende Faktor ist, der schließlich Annahme oder Ablehnung bedingt, und

6. daß das Verhalten der Königin abhängt von ihrem Zustand und ihrem Alter.

Unsere Behauptung, das Verhalten der Königin sei der grundlegende und einzige Faktor, der über die Annahme entscheide, stützen wir mit folgenden Tatsachen :

1. Vollreife Königinnen, die in Eierlage sind, können beigesetzt werden unter völliger Mißachtung aller bisher als unumgänglich betrachteten Vorsichtsmaßnahmen.

2. Auf diese Art neubeweiselte Völker können schon am nächsten Tag geöffnet werden ohne die geringste Gefahr für die neue Königin.

3. So zugesetzte Königinnen werden unfehlbar angenommen.<<


>>In allen Fällen welche Zusetzmethode man auch immer anwende liegt die Ursache, welche über Annahme oder Rückweisung einer Königin entscheidet, im Verhalten der Königin.<<

>>Eine so erschreckte Königin rennt auf den Waben umher und bringt dadurch die Stockbewohner in Aufruhr, so daß diese sie angreifen.<<

Alles nachzulesen hier: http://perso.fundp.ac.be/~jvandyck/homage/artcl/FAintroSBZ50de.html


Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Honigtopf
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Re: Zusetzen von Königinnen

Beitragvon Honigtopf » Fr 5. Aug 2016, 13:39

Direkt dazu. In der sonstigen Literatur findet man dazu, dass das Zusetzen bei offener Brut gefährlich ist. Bei Warré selbst ist dazu nichts zu finden.
Konkret habe ich gestern bei zwei weisellosen Völkern je eine Königin zugesetzt. Teilweise war noch wenig offene Brut da. Nachschaffumgszellen habe ich rausgebrochen.
Eine Königin habe ich noch. Die ist für ein Volk vorgsehen, das ich morgen umweiseln möchte, da es seit einiger Zeit an Kalkbrut leidet und non-regizide Maßnahmen bisher nichts gebracht haben. Da ist deutlich mehr Brut drin. Konkret wollte ich so vorgehen wie bei Warré beschrieben, um die Königin zu finden. Dann wollte ich zwei Stunden warten, um dann die neue Königin zusetzen. (Es heißt, dass die neue Königin besser angenommen würde, wenn man zwei Stdn. wartet.)

Hat jemand Erfahrungen damit?

Vielen Dank und beste Grüße,
Markus

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zaunreiter
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Re: Zusetzen von Königinnen

Beitragvon zaunreiter » Fr 5. Aug 2016, 15:04

Alte Königin raus. Zwei Stunden warten, dann die neue Königin im Käfig unter Teigverschluss rein. Ist zu 99 % sicher. Nicht vor zwei Stunden rein und nicht später als vier Stunden. Die Bienen starten sonst ihr Notprogramm und dann haben sie ihren eigenen Kopf.
Cogito ergo summ.
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Honigtopf
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Re: Zusetzen von Königinnen

Beitragvon Honigtopf » Sa 6. Aug 2016, 15:33

Vielen Dank!
Die Königin ist seit einer Stunde draußen. Es war gar nicht so leicht sie zu finden. Die Methode nach Warré hat nicht funktioniert und ich dachte schon, dass das Volk weisellos wäre. Es war auch sehr wenig verdeckelte Brut in den Waben zu sehen.

Da ich mir nicht genau sicher sein konnte ob das Volk tatsächlich weisellos ist und ob denn schon Drohnenmütterchen drin bzw. in der Entwicklung waren, habe ich das Volk in eine Kiste abgeschüttelt. Drohnenmütterchen (und auch Königin) können nicht fliegen und somit nicht in den Stock zurück. Das ganze hat nicht länger als eine halbe Srunde gedauert und ich hoffe somit, dass es die kurze Unterbrechung der Heiztätigkeit der Brut nicht zu sehr geschadet hat. Zahlreiche Bienen sind auch schon direkt zurück. Die Kiste mit den restlichen Bienen habe ich dann vor die Beute gestellt, sodass sie wieder zum Stock zurück fliegen konnten. Letztlich habe ich dann doch die Königingefunden, die munter in der Kiste rumlief.

Ich habe sie dann eingefangen. Allerdings muss ich noch meinen Skrupel überwinden sie in die Gefriertruhe zu stecken. :?

Nun zu einem Folgeproblem: Wann kann ich frühestens mit der Varroa-Behandlung beginnen? Der Züchter meinte man solle schon so 8 Tage warten. Gibt es da andere Erfahrungswerte? Oder: Wenn aufgrund der geringen Bruttätigkeit kaum Varroa vorhanden ist, kann ich dann die Sommerbehandlung aussetzen? Den Schieber hatte ich schon vor zwei Wochen drin und es war kaum Varroafall zu sehen.

Nochmals vielen Dank,
Markus


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