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Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: Mo 9. Aug 2010, 19:08
von Teila
Hallo Warristen,

Königinnenzucht war für mich bisher nie ein Thema, aber nächstes Jahr würde ich mich ja schon ganz gerne mal dranwagen. Viel habe ich noch nicht gelesen, ich fasse mal kurz zusammen, was ich weiß: Man nehme eine Wabe mit ganz frischer, offener Brut. Man löffle die Waben aus und gebe den Inhalt in eine Kunst-Weiselzelle, zusammen mit einem Klecks Gelée Royale. Dann hänge man den Zuchtrahmen in ein Starkes, Schwarmwilliges Volk (oder war es ein Weisselloses Volk? Naja, irgendeins, das aus irgend einem Grund motoviert ist, Nachschaffungszellen zu pflegen...) und setze die Käfige auf, sobald die Zellen verdeckelt sind. Einige Tage später "ernte" man die frisch geschlüpften KÖs. So oder so ähnlich.

Klar, in die Feinheiten muss ich mich noch reinlesen. Aber eine Frage: Wie macht man das bei Naturbau? Hängt man einzelne Weiselzellen an Drähten zwischen die Waben? Irgendwas von Halbrähmchen habe ich auch schon gehört.... Bin gespannt.

Grüße, Teila

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 00:17
von kalle
Königinnenzucht ist ein sehr spannendes Ding beim Erlernen.Eine nette Spielerei, auch zur Befriedigung des Bedürfnisses in den Bienen rumzufummeln- und das meine ich nicht hämisch oder so.
Mein Tipp : Wenn es dich interessiert, lies dich rein. Der Winter ist lang genug zum Überlegen, welchen der vielen Wege du mal ausprobieren möchtest, und was wäre wie möglich...
Die beste Kö-zucht machen die Bienen selbst. Es sind wirklich die Besten.Heißt :Schwärme und Schwarmzellenverwertung.
Mein Equipememnt für Kö-zucht verstaubt seit Jahren in der Werkstatt, und neben meinem Bedarf verkaufe , tausche und verschenke ich so einige im Jahr.
Bin aber trotzem auch sehr gespannt was da schon erfolgreich praktiziert wurde und wird.
Grüße , Kalle

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 13:31
von Teila
Gerade zum Thema Schwarmzellen.... Wenn ich aus einem normalen Volk mit frischen Eiern eine Kö entnehme, dann merken die das ja innerhalb von wenigen Minuten bis Stunden. Wenn ich beim Kö entnehmen einfach einen Zuchtrahmen zuhänge, damit sie gleich Weiselzellen haben und die nicht erst bauen müssten, dann würden die doch die Eier/Junglarven in die Weiselzellen umsiedeln und sich ne neue Kö züchten, oder? Ich habe bisher noch nicht gehört, dass so verfahren wird, andererseits fällt mir kein Grund ein, warum es nicht gehen sollte, außer dass die Bienen vielleicht garnicht fähig sind, die Larven umzusiedeln....?

Daher die Frage: Müssen die Nachschaffungszellen von der Kö direkt bestiftet werden oder reicht es, wenn jüngste Brut vorhanden ist?

Grüße, Teila

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: Mi 11. Aug 2010, 23:56
von beetic
Hi Teila/Lukas,

nein, die Nachschaffung heißt ja: im Nachhinein - eben zB wenn die Queen verloren geht. Jüngste Brut ist Voraussetzung, sonst geht`s nicht mehr, Nachschafungszelen findet manin diesem Fall im Bereich des vorherig vorhandenen Brutnestes auf den Waben. Anders ist es, wenn die Bienen bei noch vorhandener Altkönigin von sich aus Nachschaffen wollen. Dann kann diese in den Prozess mit einbezogen werden, indem sie die hergerrichteten Weiselzellen bestiftet.

so hab ich`s gelesen. Denke, das ist richtig.

Ach ja, und die Königin im Schwarm bzw. die aus Schwarmzellen sind dann die 1A-Qualität, Nachschaffung ist schon sozusagen B-Sortierung. Angeblich werden diese oft im Volk, die sie bei Weisellosigkeit "hergestellt" haben, nochmal benutzt um erneute Nachschaffungszellen - diesmal "korrekte" und nach Plan - zu bestiften - eben weil die nochmal besser sind und die Andere nur ne "Übergangslösung".

Grüße

Marion

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: Sa 14. Aug 2010, 13:48
von IMME
kalle hat geschrieben:...Mein Equipememnt für Kö-zucht verstaubt seit Jahren in der Werkstatt...
Grüße , Kalle


Hallo Kalle,
was ist denn das alles, was Du in Deiner Werkstatt verstauben läßt?
LG IMME

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: Sa 14. Aug 2010, 14:37
von kalle
Einiges an Zuchtrahmen, Rahmen für Schlupfkäfige und die natürlich auch,Formhölzer für Weiselnäpfchen.
Dazu Ewk´s mit Schutzhäuschen usw für ca 50 Königinnen.Und den ganzen Klimbims, was noch als "nötig" angesehen wird...
Aber wirklich : aus Schwarmzellen geschlüpfte- am besten mit eigenem Schwarm- sind besser und zeigen ein weit natürlicheres Verhalten, und das über ihre ganze natürliche Lebensdauer.
Grüße, Kalle

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: So 17. Okt 2010, 13:23
von Finvara
Hallo an alle,
Königinnenzucht kann sehr einfach sein. Ich stelle darum mal meine Methode vor.
Als Begattungskästchen benutze ich selbstgebaute drei-Wabenkästchen.
( Innenmaß 15cm x15cm x11cm ) Die Kästen besitzen ein kleines abgetrenntes Abteil am Boden für eine Portion Futterteig, ca 5 cm hoch und breit. Sowie eine mit Gitter verschlossene Bodenöffnung für den Transport.
Möchte ich eine Serie Königinnen ansetzen gehe ich folgendermaßen vor :

Die Begattungskästen werden vorbereitet :
-Futter reingeben, Leitwachsstreifen anbringen, Oberträger zum Block zusammentackern.

- Aus einem ( oder mehreren ) Schwarmreifen Volk entnehme ich die schönsten verdeckelten Weiselzellen in entsprechender Anzahl. ( Ausschneiden mit einem kleinen Stückchen Wabenwerk.) Dazu hebe ich einfach die obersten zwei Zargen ab und stelle sie auf den Kopf. Da sich Schwarmzellen immer auf der unteren Wabenkante befinden habe ich genug zur Auswahl.

In einen Schwarmkasten mit aufgesetzem Trichter fege ich eine entsprechende Anzahl Waben ab. ( Hängt in der unteren Zarge eine Traube aus bauenden und heimkehrenden Trachtbienen hebe ich den ganzen Wabenblock heraus und stoße die ganze Traube in den Schwarmkasten ab.)
- Ist eine ausreichende Menge Bienen im Kasten werden sie gründlich mit Wasser eingesprüht !

- Jeweils eine Weiselzelle wird mit dem daran verbliebenen Wabenwerk zwischen zwei Oberträger eingeklemmt, oder notfalls mit einer Stecknadel / Streichholz od.ä. sicher befestigt.

-Den Oberträgerblock mit der Weiselzelle beiseitestellen.

Eine Kelle, ( der Inhalt eines Honigglases ist ein gutes Maß ! ) voller nasser Bienen aus dem Schwarmfangkasten in den Begattungskasten schütten - Oberträgerblock aufsetzen - Folie drauf - eine Platte Styropur drauf als Wärmedämmung - fertig.

Begattungskästen dieser Art sollten außerhalb des Flugkreises aufgestellt werden, sonst fliegen die Altbienen zurück in den alten Stock.
Auch sollte man sie nicht zu lange sich selbst überlassen. Ist die Königin erst begattet und legt, entsteht schnell Legenotstand und die junge Königin zieht aus !

Das ganze kann man sich noch einfacher machen wenn man statt des abkehrens der Bienen einfach einen Nachschwarm verwertet. Das Suchen der Königin kann man sich sparen.

gruß Finvara

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: So 17. Okt 2010, 16:11
von Mellina
Hallo Finvara,

Wie machst Du das mit dem Timing bei den schwarmreifen Völkern?

Sobald die erste Weiselzelle verdeckelt ist, sitzt der Vorschwarm doch schon in den Startlöchern. Nimmst Du den vorweg?

LG
Mandy

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: So 17. Okt 2010, 18:14
von Finvara
Hallo Mandy,

...
Mellina hat geschrieben:Hallo Finvara,

... Sobald die erste Weiselzelle verdeckelt ist, sitzt der Vorschwarm doch schon in den Startlöchern. Nimmst Du den vorweg?

LG
Mandy


... genauso ist es. Der Vorschwarm muß raus sein. Erst wenn er raus ist, dann weiß ich genau das die verdeckelten Weiselzellen im Volk reif sind. Und das die Altkönigin raus ist. Ich muß also keine Sorge haben sie aus Versehen mit abzukehren. Ich verwende also zwangsläufig immer Völker bei denen der Vorschwarm raus ist. ( Wenn möglich fange ich ihn mit dem Schwarmfangbeutel ab. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.) Ich merke mir also den Schwarmtermin und das Volk, und lege danach alle Folgearbeiten fest.
Und nur so kann ich mir auch den Schlupftermin der Königinnen etwa auf den Tag ausrechnen. ( Der Vorschwarm zieht in der Regel aus wenn die erste Zelle verdeckelt wird. Ich weiß also das die Königinnen im Zeitraum von 8 Tagen nach Abgang des Schwarmes schlüpfen werden. Dann dauert es meist noch mal vier Tage bis zu einer Woche das die Königin ausfliegt und begattet wird. ( je nach Wetter ! )
Ich schaue also das erste mal etwa nach 18 -21 Tagen, nach Abgangstermin des Vorschwarmes, ob die Königin legt. Tut sie das, wird es auch Zeit ihr mehr an Wabenfläche zu bieten bzw. sie zu verwerten.

gruß Finvara

Re: Königinnenzucht: Wie?

Verfasst: So 17. Okt 2010, 19:41
von Mellina
Das klingt nach einer sehr guten Methode. Warré-Königinnen-Zucht mit echten Schwarmzellen statt Nachschaffungsköniginnen. Danke Finvara. Ich glaube, dass probiere ich nächstes Jahr mal.

Gruß
Mandy