Königinnenzucht: Wie?

Manfred

Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Manfred » Di 8. Nov 2011, 10:13

Grüß Euch,

Ein Bohrloch in den Zargen erspart viel pipapo - auch bei der Nutzung des Schwarmtriebs macht es Bienen und Imker froh.

Ist ein Vorschwarm abgegangen habe ich unter Berücksichtigung der vorausgegangenen Witterungsverhältnisse meist 5 Tage Zeit. Habe ich den VS vorweggenommen ists nach 8 Tagen soweit, daß ich entweder überschüßige Zellen entferne, oder einfach durch Zwischenlage einer Folie zargenweise Begattungsableger bilde. So ist alles unter Dach und Fach und die Anflugsituation stellt sich unverändert dar.

Herzliche Grüße Manfred

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 12:33

Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Manfred

Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Manfred » Di 8. Nov 2011, 13:33

Grüß Dich, Bernhard

Ich rede von Begattungsablegern.
Klar kann ich die theoretisch auch so klein bilden.
Nur muß ich mit der vorgestellten Lösung entweder wandern von einem Ort zum andern, um dem Kahlfliegen vorzubeugen. Die Lüftungsgitter sprechen dafür, daß er das so macht.

Andrenfalls, bei Verwendung am Stand und auf einen vorhandenen Stock aufgesetzt, meucheln die Bienen bei möglichem Rüsselkontakt alle als überschüßig empfundenen Königinnen. Im Fall der Verwendung am Stand und auf ein vorhandenes Volk aufgesetzt also die Gitter dicht machen und gleich mal locker Gras in die Fluglöcher, damit die Bienen sich neu einfliegen.

Herzliche Grüße Manfred

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 14:41

Oder in den Keller damit. (Obwohl ich ja nie Freund der Kellerhaft war.)

Giles Dennis wandert damit zu einem anderen Stand. Daher auch die Lüftungsgitter. Die werden auch für die Kellerhaft benötigt.


Mal eine andere Idee bezüglich der Integration in die Betriebsweise. Weiter hier: viewtopic.php?f=10&t=280&p=2052#p2052

Bernhard
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Jean Rouge » So 18. Mär 2012, 19:00

Manfred hat geschrieben:Habe ich den VS vorweggenommen ists nach 8 Tagen soweit, daß ich entweder überschüßige Zellen entferne, oder einfach durch Zwischenlage einer Folie zargenweise Begattungsableger bilde.


Wie nimmst du den Vorschwarm in der Warré-Beute vorweg ? Schaust du - wie bei Rähmchenimkern - einmal wöchentlich von unten in die Zargen ? Und erkennt man denn die Schwarmstimmung auch sicher (versteckte Zellen...)?

Und dann: Wie bekommst du die Königin heraus, bzw. wie findest du sie ?

Gruß
Johannes

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Sa 25. Mai 2013, 21:44

Nach dem Vorschwarm habe ich ein paar Tage gewartet, bis die meisten weiteren Weiselzellen verdeckelt sind. In der Nacht war ein Tüten zu hören. Heute habe ich die verdeckelten Weiselzellen rausgeschnitten und damit Begattungskästchen beschickt. Vier Weiselzellen habe ich pro Brutzarge stehen lassen, damit die gebildeten Brutzargenableger sich ihre eigene Königin ziehen können.

Brutzarge auf die Seite stellen, die Waben hochkant. Mit etwas Rauch die Bienen in die Wabengassen zurücktreiben - und die Weiselzellen werden sichtbar. (Praktischerweise lagern die Bienen auch außen an der Zarge, dort können sie direkt für die Begattungskästchen eingesammelt werden. :) )
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Die meisten Zapfen hängen an den Seiten. Üblicherweise in der untersten Brutzarge. Oft kommen auch Zellen zwischen den beiden Brutzargen vor, doch dort gehen sie beim Öffnen meistens kaputt. Wie in diesem Fall, sind aber genug andere im Stock.
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Schwierig sind die direkt hintereinander angelegten und zusammengebauten Zellen. Einfach mit einem langen Messer mit Wellenschliff die Zellen weiträumig ausschneiden, die Wabe mit der Hand festhalten. Mit dem flachen Stockmeißel als Spatel schaufel ich mir dann die Weiselzelle nach vorne und lege sie in einen wärmegedämmten Karton.
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Manchmal sind Weiselzellen in allen Stadien vorhanden. Hier schön das Gelee Royal im Weiselnapf zu sehen.
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Diese Königin ist bereits geschlüpft. Oft klappen beim Bearbeiten des Bienenstocks einige der Weiselzellen auf. Die warten ja auf das Startsignal und verlassen ihre Zellen nicht. Wenn aber der Bienenstock gestört wird, schlüpfen sie. Mir sind heute zwei Königinnen geschlüpft, während ich die Zellen in der Hand hielt.
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Ist jetzt nicht gerade ein Prachtexemplar von Weiselzelle im Bild - aber so befestige ich die Weiselzellen am Oberträger des Begattungskästchens. Die großzügig ausgeschnittene Wabe löte ich mit einem Lötkolben und etwas Wachs fest.
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Nach drei Tagen Kellerhaft, kommen die Begattungskästen an ein stilles Örtchen. Nicht direkt im Flugfeld oder in der Nähe anderer Völker. (Wegen Räuberei und Verflug der Königinnen.) Keine pralle Mittagssonne - sonst ziehen sie wieder aus.
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Hier wurden die Kästen gerade rausgestellt. Am späten Abend. Flugloch auf. Die ersten Neugierigen kommen zutage.


Die Schwarmköniginnen hatten trotz relativ starkem Volk (belegten 5 Warrezargen ohne Verstärken oder andere Manipulationen) nicht sooo viel Gelee Royal drin, wie die Königinnen der Auf-den-Punkt-Methode. Die zwei bereits geschlüpften Königinnen jedoch waren quitschfidel und kräftig.
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Fr 31. Mai 2013, 11:33

Die ersten Begattungskästchen erhalten schon Pollenlieferungen. Die
Königinnen müßten jetzt auf Begattungsflug gehen - hoffen wir auf besseres Flugwetter in den nächsten Tagen.

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon KMP » Fr 31. Mai 2013, 12:28

Und die Symbolen bedeuten?
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Fr 31. Mai 2013, 14:06

Geheime Bienensprache. :D 8-)


PS: Willkürliche Symbole, damit ein hoher Wiedererkennungswert gegeben ist und die heimkehrende Königin das richtige Flugloch erwischt. :idea:
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » So 2. Jun 2013, 22:30

Mal eine andere Art, das Begattungskästchen zu füllen. :D Anstatt ein Honigglas voll Bienen in das Kästchen reinzuschaufeln - und dann hektisch zu schließen - habe ich ein Absperrgitter aufgelegt und die Bienen darauf gegeben.

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Anstatt nach oben, drängen sie nun nach unten. :P Die ketten sich dann an den Oberträgern auf. Den Rest hebt man mit dem Absperrgitter ab, Deckel drauf, fertig. Hier mit einem Nachschwarm, den ich mit mehreren Königinnen erst mal auf Begattungskästen verteilte.



Heute habe ich direkt mehrere Königinnen bei der Rückkehr vom Begattungsflug beobachtet - leider war ich mit der Kamera nicht schnell genug. Daher im Video leider nur das Verhalten der Bienen direkt nach der Rückkehr der Königin. Ich freue mich trotzdem, denn bei uns hat es sehr viele Schwalben und die holen sich gerne mal einen Bienensnack.



Nach fünf Minuten waren alle wieder drin. Sobald die Königin raus ist, fangen einzelne Bienen vor dem Eingang an zu fächeln.
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