Modifizierte Betriebsweise

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zaunreiter
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Fr 11. Nov 2011, 15:07

zaunreiter hat geschrieben:Hier sehe ich eine gute Kombinationsmöglichkeit von 40 cm hohen Zargen mit 20 cm hohen Zargen. Wobei die niedrigen Zargen unter- bzw. aufgesetzt werden. Die hohen Zargen dienen dann als "heiliger Brutraum" ... Der Einfachheit halber wird die 20-cm Zarge auf eine andere gesetzt, wobei diese einfach keine Oberträger hat und so der Wabenbau ununterbrochen 40 cm hoch ist. Fertig ist der heilige Brutraum für das nächste Jahr. Erspart auch das Bauen unterschiedlich hoher Zargen.



Das wird jetzt richtig interessant. Weil: viewtopic.php?f=31&t=268&p=2103#p2103

Gruß
Bernhard
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon Jean Rouge » Mi 21. Mär 2012, 21:24

Hallo Bernhard,
deine Überlegungen zur doppelten Zargenhöhe machen für mich Sinn. Ich fange gerade mit der Warré an, und möchte das ausprobieren, wobei mich vor allem der Bau kleiner Zellen im unteren Bereich interessiert.
Alternativ zu deiner Untersetz- und dann Aufsetzmethode könnte man doch auch einfach - nach zweizargiger Überwinterung mit ungeteiltem 40 cm hohem Brutraum - zuerst eine Zarge mit Oberträgern, dann eine ohne untersetzen. Im Herbst nimmt man ja eh 2 Zargen weg und hätte somit stets diesen Brutraum mit ungeteilten (und hoffentlich kleinzelligen) Waben.
Wenn man auf Ablegerbildung verzichtet und nur über Schwärme vermehrt, sollte das doch klappen.

Was meinst du ?

Gruß
Johannes

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Mi 21. Mär 2012, 22:09

Würde ich für den Anfang NICHT machen. Zwei Zargen können schon sehr schwer werden. Außerdem bauen sie dann eben nicht zwei volle Zargen aus - und dann? Für den Anfang würde ich die normale Höhe von 21 cm nehmen. Wirklich! Dann im Frühjahr eine untersetzen, dann später eine aufsetzen.

Ich selbst habe mich letztlich gegen die 40 cm Höhe entschieden. Denn das ist einfach zu unhandlich. Kann sein, daß ich mal eine Beute aufsetze, als Experiment zu den kleinen Zellen, aber von der Handhabung her ist das zu umständlich für die Praxis.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon Jean Rouge » Sa 24. Mär 2012, 20:34

Doppelte Zargenhöhe kommt für mich ja auch nicht in Frage. Ich würde schon 2x21 cm verwenden. Es erscheint mir halt nicht viel für ein Wirtschaftsvolk, 2 Zargen auszubauen, denn sogar meine Ableger bauten dieses Jahr eine Langstrothzarge komplett mit Naturbau aus.
Aber danke für den Tipp, ich werde das erstmal lassen und Unter- und Aufsetzen wie von dir geschildert probieren, denn der ungeteilte Brutraum fasziniert mich doch sehr. Nur leider weiß ich nicht so richtig, was ich mit der untergesetzten Zarge machen soll, denn ich möchte lieber über Schwärme statt Ableger vermehren...irgendein Geistesblitz muss noch her.

Gruß
Johannes

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Do 12. Apr 2012, 22:39

So - heute habe ich als zweiten Schritt oben erweitert und zwei Mittelwände als Leiter und Steighilfe gegeben, so daß die Bienen nicht von unten nach oben bauen.

Die Mittelwand habe ich mit einer Lötpistole angewärmt und mit einer Haushaltsschere auf das Maß zugeschnitten.
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Die Mittelwand habe ich zwischen zwei kleinen Leisten geklemmt und diese zusammengenagelt.
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Den überstehenden Rand der Mittelwand habe ich mit der Lötpistole geschmolzen - das Wachs lief in die Rillen links und rechts und verankerte die Mittelwand zusätzlich fest an den Oberträger.
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Zwei Leitern pro Zarge.
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Anscheinend funktioniert es - die Leiter wird angenommen.
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Ein Gewusel ist das - herrlich! Der Pott kocht!
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Gruß
Bernhard
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Di 17. Apr 2012, 21:41

Grantel nicht so rum. ;)

Verwendet habe ich Mittelwände mit "normalen" Zellen, nicht die kleinen.

Da kämpfe ich jahrelang einsam und unverdrossen den Kampf gegen Windmühlen, und jetzt werde ich rechts und links überholt. Auf einmal können es alle besser. :lol: Für mich ist das völlig in Ordnung.

Grüßle
Bernhard
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Do 19. Apr 2012, 13:42

Noch keine Bautätigkeit, sie bauen aber noch zwei Waben in einer unteren Zarge aus. Ich denke, sie werden spätestens nach deren Fertigstellung ein neues Betätigungsfeld suchen. ;)

Im Moment ist es sehr kalt und es wird eher Pollen als Nektar eingetragen.

Gruß
Bernhard
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Fr 20. Apr 2012, 20:50

Die Waben unter der aufgesetzten Zarge sind fast fertig. Die Zarge ist rappelvoll gefüllt mit frischem Honig.
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Die Bienen fächeln hörbar und es riecht nach frischem Honig. Herrlich!
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Auf der Leiter hat sich eine Bienen-Autobahn gebildet.
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Die oberen Ränder der beiden Mittelwände werden jeweils links und rechts ausgebaut.
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Auch neben den Mittelwänden hat sich eine kleine Bautraube gebildet.
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Funktioniert. Bis zur Nektarschlacht im Mai werden sie die Zarge wohl ausgebaut haben. Und dann immer rein mit dem Honig.

Gruß
Bernhard
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon Ulla S. » Mo 23. Apr 2012, 18:04

Mit meiner bisherigen noch bescheidenen Erfahrung im 4. Jahr möchte ich es so versuchen: Ich setzte oben auf, je nach Bedarf, jedoch denke ich, dass 4 Zargen aufeinander im Allgemeinen genügen, da ja die Völker oft auch noch schwärmen und der Platz dann wieder reicht. Im Sommer entnehme ich eine Zarge Honig, dann bleibt noch eine Honigzarge für den Winter. Im Spätsommer dann entnehme ich, wenn das Brutnest weiter oben ist, die unterste Zarge. So überwintert das Volk auf zwei Zargen. Dies erlaubt eine Bauerneuerung. Jedes Jahr kommt die unterste Zarge weg.
Leztes Jahr hatte ich ein Volk im Winter auf 3 Zargen gelassen (weil es noch so stark war im Spätsommer), das hat auch gut funktioniert, die hatten dann mehr Raum für die Frühjahrsentwicklung. Da ich das ganze Jahr offene Böden habe, bringt die unterste Zarge keine zusätzliche Kälte, denke ich mal.

Mit dem Erweitern von unten hatte ich die Erfahrung gemacht, dass die Völker stärker schwärmen.

Liebe Grüsse vom Genfesee, wo alles schon blüht, das kalte und nasse Wetter seit Wochen jedoch keine Honigernte erlaubt...

Ulla

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon Ulla S. » Mo 23. Apr 2012, 22:19

Ich versuche einfach, alle Schwärme einzufangen. Bis jetzt ist es mir immer gut gelungen, ich behalte einen oder zwei und gebe die anderen dann an Freunde weiter.
So ernte ich nicht sehr viel Honig, jedoch ziemlich viele Bienen für Neuimker. Das finde ich auch gut.
Herzlich
Ulla


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