Zarre - wie ich sie gebaut habe

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
Benutzeravatar
Schlossimker
Beiträge: 51
Registriert: Fr 14. Sep 2018, 22:47
Wohnort: Schwabach

Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » Mo 24. Jun 2019, 02:33

Hallo, ich bin sehr spät fertig geworden mit dem Bauen, für diese Bienensaison. Musste Kunstschwarmrisiko seit letzten DO versuchen und hab jetzt, da 7 Zargen komplett fertig sind etwas Zeit, vorzustellen, was ich gebaut habe.
- Ich wollte 33mm Wandstärke.
- Ich wollte beständigeres Lärchen/Douglasie-Holz, trotz etwas höherem Gewicht.
- Ich wollte Standard Bretter verwenden, die sind beim Sägewerk 19cm breit, daher sind meine Zargen 19cm hoch.
- Ich wollte die vertieft sitzenden Griffe wie bei Zander, da ich es etwas kompakter wollte um einfacher irgendwann mal mit einem eigenem Bienensaunaentwurf gegen Varroa Behandelungsversuche machen zu können (das zum Wanderimkern die Griffe besser Parallel zu den Oberträger sein sollten habe ich gelesen, und mich dagegen entschieden).
- Ich wollte trotz der 18mm Griffe quadratische Außenabmessungen um Warm/Kaltbau auch mischen zu können.
- Ich wollte alle Zargen mit Fenster haben, damit ich das Brutnest nicht wöchentlich abkühle.
- Ich wollte bewusst keine zwingende Kompatibilität (es wird mir zuviel geklaut, diesen März 3 mal in meiner Nähe bei Roßtal, Ammerndorf und Fürth). Brauche ich mal Kompatibilität zu Warre Rähmchen/Waben, tut es ein bei mir zwischengesetzter 18mm hoher Rahmen aus zurecht geschnittenen Brettern - macht die Tischkreissäge super schnell.

- Die Bretter habe ich bereits passend abgelängt vom Sägewerk anfertigen lassen, gehobelt, aber nicht gefast (auch wenn die Bienen es lieber sägerauh haben wollen, gehobelt ist besser zu bauen, und innen aufrauhen würde der Bandschleifer schon machen - wenn nötig).
- Falze, Phasen und Absschrägungen habe ich mit der Tischkreissäge gemacht (2 Schnitte = ein Falz).
- Ich hab nicht gezapft, sondern geschraubt und geleimt.
- Lärche/Douglasie muss zum Schrauben immer vorgebohrt werden, sonst kann es sich spalten.
- Aufgrund der Griffe und der Länge der Warre innen von 30cm hat sich eine Länge Außen vom 30cm + 2x Wandstärke 3,3cm + 2x Griffbreite 1,8cm, also rund 40cm ergeben.
- Aufgrund der Breite von 40 cm aus Länge und Quadratform hat sich eine innenraumbreite von 40cm - 2x Wandstärke 3,3cm, also rund 33,5cm ergeben.
- Aufgrund der Breite ergibt sich die Möglichkeit 8 Dickwaben bei 40mm, 9 Normalwaben bei 36mm, oder 10 Kleinzellenwaben bei 32mm zu betreiben (Trotz der Erkenntnis von Bernhard, das alles über 8 Waben zum verhonigen des Brutnestes führt). Das bringt mir die 10% verlorenes Volumen durch die Höhe von 19cm wieder etwas zurück.
- Sollte ich eine Biene sehen, die mit dem Zollstock die quadratische Form nach messen will => Kündigung des Mietverhältnisses für diese.
- Mir ist bewusst, dass ich damit wieder einen Sonderschnitz mache, und hoffe, dass ich die Warre Gemeinde damit nicht durcheinander bringe - so wichtig bin ich nicht.
- Ich habe ein wenig so gebaut wie die Warre aussehen könnte, wenn der Pater damals schon eine Tischkreissäge gehabt hätten, den mit der ist manche Verfeinerung einfach möglich (Konstruktiver Wetterschutz).

Die Zarge im Rohbau:
ZargeRohbau.jpg

Die fertige Zarge mit 9 Obertrager
ZargeLeinölBestückt.jpg

Oberträger mit Nut für Anfangsstreifen aus Holz (unten im Bild, aus Abfallstreifen bei der Falzerstellung der Zargen) und 2 Rahmen, weil Faulbrutbezirk in 20km Entfernung
ZargeOhneFensterdeckelOberträgeranfangsstreifen.jpg

Fensterglasbefestigung (aus Abfallstreifen bei der Falzerstellung der Zargen)
ZargeFensterlagerung.jpg

Fensterdeckel mir versteckten Verschlüssen (Verhinderung von Öffnen/offen stehen lassen durch Unbefugte im Winter)
Fensterdeckel_25.png

Tabelle für Oberträgerabstände/Oberträgerbreiten (Beespace) mit Bohrschablone für Nägellöcher
Zarge8-10OT.jpg

Das Dach, einfach größenangepasst mit einem einzigen Brett pro Giebelseite (einfacher zu bauen, aber dadurch konnte ich die Kissenhöhe nicht >10cm machen, weil kein breiteres Brett machbar war bei 18mm Dicke (nur die Zargen haben 33mm Wandstärke, alles ander aus Gewichtsgründen nur die zwingend notwendige Stärke für die Festigkeit))
DachGrössenangepasst.jpg

Das Kissen, einfach größenangepasst
KissenGrössenangepasst.jpg

So sieht die erste in der freien Wildbahn aus
Warre-01-KS.png


Böden habe ich bisher nur 2 Behelfsböden nach Warre gebaut, da die Konstruktion der hohen Böden mit einem Sommerfütterer, alternativ Varroagiter und Windeleinschub, alternativ Pollensammlereinschub noch nicht einfach Tischkreissägengerecht fertigbar ist.

Schlossimker - ein Kaiserfranke!
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

Deichkind
Beiträge: 319
Registriert: Mo 7. Jan 2019, 14:03
Wohnort: Nordseeküste SH

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Deichkind » Mo 24. Jun 2019, 09:13

Das sieht handwerklich einfach beeindruckend aus. Ich bin ha leider der totale 3D-Legastheniker und kann daher immer nur die Arbeit anderer Leute bewundern und nicht selbst bauen. Aber dafür bewundere ich gute handwerkliche Arbeit umso mehr. Ich bin gespannt wie sich deine modifizierte Beute macht.
Anfängerin 2019
Volk 1 Naturschwarm einlogiert 15.05.19, aufgelöst 31.7.19
Volk 2 Naturschwarm einlogiert 01.06.2019
Volk 3 Naturschwarm einlogiert 24.06.2019
Imkerverein + Imkerkurs konventionell vor Ort

heiner
Beiträge: 26
Registriert: So 30. Nov 2014, 14:26

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon heiner » Di 25. Jun 2019, 09:42

Wie kommt der Name Zarré zustande, aus welchen Wörtern setzt er sich zusammen, und warum?

Benutzeravatar
biene0.1
Beiträge: 127
Registriert: Mi 23. Jan 2019, 18:07

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon biene0.1 » Di 25. Jun 2019, 11:16

Hallo Schlossimker,
gut gemacht!!
Solches mache ich auch seit Jahren. Nur etwas bescheidener.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

Benutzeravatar
Schlossimker
Beiträge: 51
Registriert: Fr 14. Sep 2018, 22:47
Wohnort: Schwabach

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » Mi 26. Jun 2019, 00:17

heiner hat geschrieben:Wie kommt der Name Zarré zustande, aus welchen Wörtern setzt er sich zusammen, und warum?

Hallo heiner, das "Z" lag mir so unter den Fingern. Ich denke nur, sie als Warre zu bezeichnen, wäre etwas voreilig, weil sie eben ein wesentliches Kennzeichen der Warre nicht besitzt => nur 8 Waben!
Die "Z"ander gibt es auch mit 9 Waben/Rähmchen.
Die Griffe sind ähnlich der Zander Beute - oder auch einiger anderen.
Ich wollte unbedingt Fenster, und ich wollte deren Deckel (Fensterläden) auch vertieft unter bringen, so das ich keine so robusten Beschläge dafür brauche, Gewicht spare, und Fenster und deren Deckel geschützt sind, beim rauhen Umgang. Das habe ich mit den Griffen nach z.B. Zander realisiert. Abstehende Griffe wollte ich auch nicht, Robustheit,...

Daher habe ich mir viel durchgelesen und auch andere Beuten angesehen und alles was ich gut fand mehr oder weniger gegen gecheck, mit dem was hier - vor allem von Bernhard - an Erkenntnissen und Meinungen mitgeteilt wurde, und versucht abzuwägen ob ich grob unsinniges mache. Ich habe seit 08/2018 etwa das halbe Forum dazu durchgelesen - die Hälfte davon aber sicher wieder vergessen.

Ich hoffe, Bernhard ist jetzt nicht enttäuscht, das durch seine bereitwillige Weitergabe von Wissen ein absoluter Anfänger so eine Veränderung zurecht bastelt, und vielleicht andere durcheinander bringt. Ich bin mir daher auch nicht sicher, ob die Veröffentlichung der Imkerei nach Warre dienlich ist. Denke aber, dass sich jeder seine eigene Meinung bilden sollte.

Der Name ist mir nicht wichtig, sagt ihr mir, was es ist. Betreiben will ich sie weitgehend nach Warre - bei Honigräumen kann ich aber auch schon wieder mit Aufsetzen anstelle von Untersetzen abweichen - voraussichtlich aber nicht im Frühjahr, weil ich das Brutnest möglichst wenig abkühlen will (Zeitdauer der Bienenentwicklung <> Anzahl der mit schlüpfenden Varroamilben).

Schlossimker - ein Kaiserfranke
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

Benutzeravatar
Schlossimker
Beiträge: 51
Registriert: Fr 14. Sep 2018, 22:47
Wohnort: Schwabach

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » Mi 26. Jun 2019, 00:39

biene0.1 hat geschrieben:Solches mache ich auch seit Jahren. Nur etwas bescheidener.

Hallo biene0.1, danke für die Blumen. Von Dir habe ich auch schon viel gelesen/gesehen. Deine Zwischendämmung mit Holzwolle/Kleintierstreu gefällt mir sehr gut. Jedes mal wenn ich derzeit unter einer blühenden Linde vorbei fahre, frage ich mich wo ich sicher giftfrei verleimtes Sperrholz her bekomme um zu meinen Außen- und Innenmaßen kompatible, leichte und Wintergeeignete Zargen bauen zu können, die ich direkt in die Bäume zur Blüte montieren könnte. Da bricht wohl gerade der Wanderimker in mir durch. Wegen der Durchfahrt unter den blühenden Linden konnte ich auch plötzlich nicht mehr auf einen Schwarm aus der Schwarmbörse warten, und hab bei einem nordbayerischen Imker so einen unnatürlichen Kunstschwarm abgeholt und hoffe gerade, dass das mit dem was wird.

Nach einem Fernsehbericht über die Probleme der Stadtbäume durch den Klimawandel, mit dem Ergebnis, dass die Silberlinde mit den höheren Temperaturen gut zurecht kommt, sehe ich auch Vorteile des Klimawandels. Bei uns im Südwesten von Nürnberg (Stein/Eibach) sind viele Linden an die Straßenränder gepflanzt worden - wenn dann durch Elektromobilität weniger Abgase dazu kommen...
Meine allerliebste hat mir inzwischen allerdings die Projektstunden zusammen gestrichen.

Schlossimker - ein Kaiserfranke
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

Benutzeravatar
biene0.1
Beiträge: 127
Registriert: Mi 23. Jan 2019, 18:07

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon biene0.1 » Mi 26. Jun 2019, 21:00

Hallo Schlossimker,
die Maße sind bei mir innen Warre (300 x 300 x 190) und außen + 50mm Wand = 400 x 400.
Inzwischen sind die BR doppelt hoch. Und überall Halbrähmchen mit der Abweichung, dass die Seiten (10mm Rundstäbe) 300mm lang sind und in den HR 173mm lang. Somit setze ich die HR auf. Ein Volk läuft wieder in den OT-Betrieb über. Habe ich ein Jahr gemacht und bin mit dem (tollen) Verbau an den Seiten nicht sorichtig klar gekommen.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

heiner
Beiträge: 26
Registriert: So 30. Nov 2014, 14:26

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon heiner » Fr 28. Jun 2019, 22:57

Hallo Schlossimker
Danke für deine Erklärung für die Namensgebung. Z von Zander kann ich hinsichtlich der Bauweise nachvollziehen.
Was ich noch fragen möchte: Aus welchem Grunde hast du dich für 9 statt 8 Waben entschieden. Worin liegen die Vorteile?
viele grüße heiner

Benutzeravatar
Schlossimker
Beiträge: 51
Registriert: Fr 14. Sep 2018, 22:47
Wohnort: Schwabach

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » So 30. Jun 2019, 00:21

heiner hat geschrieben:Aus welchem Grunde hast du dich für 9 statt 8 Waben entschieden. Worin liegen die Vorteile?
viele grüße heiner

Hallo Heiner,
ich bin absoluter Anfänger. Meine Frau hat letztes Jahr einen VHS-Kurs gemacht - und mich begeistert.
Das ganze habe ich mir angelesen und bin dank Bernhard und Melina (Buchübersetzung, ursprünlicher Bauplan) sehr schnell mit dem Imkern nach Warre bekannt geworden. Auch weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ich auf Rähmchenebene schieben will. Ich meine, die Bienen hat es schon vor dem Menschen gegeben, und ich will nicht so viel manipulieren. Die Bienen wissen schon viel und sollen selbst machen. Ich will auch möglichst nicht in eine ertragsoptimierte Massentierhaltung abgleiten. Daher hat mir die Warre gut gefallen. Allerding denke ich, das
1) bei Warre in Frankrein das Klima im Winter milder war (atlantisches Klima, keine kalte kontinentale Festlandluft aus dem Osten.
2) die Bäume in denen die Bienen früher wohnten bei nur 20mm Wandstärke aus statischen Gründen nicht mehr lange gestanden haben.
(Ich denke das war mehr, und da die Warre etwas kleiner ist dachte ich mir, sie wird - voll mit Honig - weniger Gewicht haben, wodurch ich etwas mehr Gewicht in Wandstärke investieren kann. 33mm ist noch eine (frühere) Standardbreite, wären es 40mm gewesen, hätte ich das auch noch genommen, darüber wäre mir aber der Rücken meiner Frau zu schade gewesen. Ich hab die Holzteile auch selektiert nach Gewicht und leichte (für unseren kleinen / meine Frau), und schwere (für mich) gebaut).
Ich kann keine Vorteile von 9 Waben / Zarge aufführen, weil ich Anfänger bin. Aber ich kann sagen wie es dazu kam, da ich eigentlich nichts ohne Grund mache:
1) die 33mm Bretter gab es im Sägewerk nur in 19cm Breite, und ich wollte einfach bauen und nicht auf 21cm per Leiste erhöhen. Und Leimholz wollte ich gar nicht verwenden - weil nicht nachprüfbar ist, was für ein Leim das ist, und was aus dem hereaus dünstet (ich hab bei Bindan per email geschildert was ich machen will und mir den schadstoffreiesten Leim empfehlen lassen). (den richtigen Aufwand wollte ich besser in die Fenster investieren). Dadurch hatte ich schon mal ca. 10% weniger Zargenvolumen, für Sortenhoniggewinnung vorteilhaft, da schneller voll, das Brutnest ist aber kleiner - und das ist von Warre auf das zum Überwintern notwendige reduziert - zumindest in Länge und Breite. Bei der Höhe hatte er ursprünglich 42cm und die aus praktischen Gründen auf 2x21cm halbiert. Standardmaße für Bretter gab es damals wohl noch nicht, oder er ist damit auf die 42cm gekommenn. Denn er wollte immer "einfach" bleiben.
Aus Bernhards Brutnest-Skizzen im Forum mit Bienensitz, habe ich geschlossen, das 19cm x 2 Zargen noch OK sein können.
2) ich wollte die eleganteren (verdeckten) Griffe nach u.A. Zander, auch um darin geschützt die Fenster und deren Deckel unter zu bringen.
Das bedeutet, das 2 Seiten um die Griffe, für die ich 18mm pro Griff als minimale Breite "erfühlt" hatte, länger sind. Aber ich wollte quadratisch, praktisch, gut bleiben - auch um mir das Mischen von Kalt- und Warmbau noch offen zu halten. Also muss die Länge 2x18mm kürzer als 30cm Innenmaß, oder die Breite um das Gleiche breiter werden. Da ich schon von der Höhe her 10% Volumen durch die 19cm Bretter verloren hatte, fiel nach langem - mit dem Gedanken schwanger gehen - die Entscheidung um eine Wabe also 2x18mm = 36mm breiter zu werden.
Das trotz der Erklärung von Bernhard, das mehr als 8 Waben stärker zum verhonigen neigt. Ich hab gedacht, ich riskier es einfach.
Es waren also rein praktische Beweggründe für die 9. Wabe. Außerdem habe ich bei irgend einem Bienen-Papst gelesen, das es für die Bienen günstiger sei, eine ungerade Anzahl von Waben zu haben. Weil die Bienen immer die längste Wabe zuerst bauen wollten, und im Baum ist das die Mittlere. Bei 8 gibt es keine Mittlere - und bevor ich durch das Fenster sehe, dass sie nicht anfangen zu bauen, weil sie sich nur über die Mitte streiten, sollen sie doch 9 Waben haben ;-)
(Mein erstes Volk - ein Kunstschwarm folgt dem aber nicht, ich hab nicht mehr auf gemacht nach dem zuhängen der Königin, und diese fälchlicherweise nicht in die Mitte, sondern an die Fensterseite/Ecke gehängt, damit ich sehen kann, wenn sie befreit ist - und jetzt bauen sie von dem Eck in dem der Königinnen Käfig hängt die Unterträger entlang).

So kam es zu 9 Waben - da steckt kein Bienenwissen dahinter. Ich empfehle daher auch keinem das nach zu bauen, und ich werde wohl keine Vergleiche zu 8 Waben ziehen können, weil ich nicht vor habe das auch noch zu bauen. Ich denke aber irgendwie wird sich darin schon imkern lassen - und ich kann viel ausprobieren, auch Kalt-/Warmbau gemischt - vielleicht beim Übergang auf 8 Dickwaben für den Honig. Ja, ich glaube ich werde die Instinkte der Bienen ganz schön fordern. Ich mach das Imkern wegen der Aussicht auf das "dolce vita", und weil es mich interessiert etwas neues zu machen, und weil ich meinen beiden kleinen den Horizont erweitern will.

Später habe ich dann noch von Dickwaben und Kleinzellen gelesen, und gedacht: 8 - 9 - 10 Waben, das geht ja auch mit meinem "Kasten".

Derzeit sind meine Probleme aber das durchbringen von meinem 1. Volk. Es beschleicht mich der Gedanke, dass der Kunstschwarm etwas klein war, und dass in der Multibox der Futterbehälter so viel Raum der gesehenen Bienentraube ein nimmt, davon habe ich nirgend wo etwas gelesen. 1,5kg Bienen müssten eigentlich 15000 Stück sein. Wenn die so weiter bauen, brauchen die 6 Wochen für eine Zarge zum Ausbauen. Zuckerwasser (1:1) nehmen sie auch nur noch 0,2l/Tag ab (alle 2 Tage neues gemacht, und alles ausgewaschen). Sie sind heute den 9. Tag drin und tragen noch keinen Pollen ein - ich hoffe ich muss da in einer Woche nicht noch einen Faden mit meinen Anfängerfragen deswegen auf machen.

Schlossimker - ein Kaiserfranke.
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

heiner
Beiträge: 26
Registriert: So 30. Nov 2014, 14:26

Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon heiner » Mo 1. Jul 2019, 10:31

hallo schlossimker,
ich danke dir sehr für deinen ausführlichen und sehr interessanten Bericht. Sicherlich wirst du mit dieser Beute genau so imkern können, wie
mit einer Warré mit normalen Maßen.
Aber das Gewicht einer Honig-Zarge wird schon spürbar hoch sein.

Warré hat seine Beute letzlich aus Versuchen mit 360 unterschiedlichen Beuteformen als die für ihn und den einfachen armen Mann für die
am wirtschaftlichste Beute entwickelt. Auch das kann ich nachvollziehen. Sie gibt i. d. R. einen sicheren, wenn auch nicht allzu hohen
Ertrag.

Was deinen Kunstschwarm anbelangt - die müssten schon seit ein paar Tagen Pollen eintragen. Du musst die Bienen am Flugloch mal genau
aus der Nähe ansehen. Zur Zeit bringen sie sehr viel dunklen, grau-braunen bis schwarzen Pollen rein, nur selten noch gelben. Die dunklen
Höschen fallen fast nicht auf

Viel Glück weiterhin mit deinem Volk und deiner sehr schön konstruierten Beute

heiner


Zurück zu „Eigene Modifikationen des Warré-Bienenstocks“