Baeren-sichere Beute

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
garbeam
Beiträge: 45
Registriert: Mo 18. Jul 2016, 14:36
Wohnort: Roberts Creek, BC, Kanada

Baeren-sichere Beute

Beitragvon garbeam » Do 30. Mai 2019, 03:22

Hallo liebe Immenfreunde!

Ich bin jetzt knapp 2 Jahre in BC und habe dieses Jahr 3 Warrebeuten durch Baeren verloren. Ich habe meine Beuten nicht hinter einem Elektrozaun gestellt, so dass sich ein Schwarzbaer die Waben samt Brut und Honig hat schmecken lassen. 3 Voelker sind hin.

(Video: https://photos.app.goo.gl/qkKJXwS9RdK38SZE8)

Jetzt bin ich am Ueberlegen anstatt eines Elektrozauns ggf. bear-proof Beuten zu bauen. Meine Idee ist, eine sehr schlanke aber hohe Beute zu bauen, die einen 20x15cm Innenraum aufweist und die ich ziemlich fest an einem Baum anbringen will, so Fluglochhoehe etwa 1-2m ueber dem Erdboden.

Ich habe Western Red Cedar Holz (meine Warre Beuten sind aus dem selben Holz gebaut) 1x8" Zoll Bretter (also 200x25mm) und ueberlege mir jetzt das Warre Volumen einer Zarge in eine Schlank-Zarge auf 20x15x60cm (Innen) zu imitieren, das entspricht exakt 18l mit jeweils 5 OTs. Die ganze Beute muss ziemlich massiv sein, so dass der Baer sie nicht aufbrechen kann und dann aufgibt. Die Warre Zargen hat er mit Leichtigkeit ausgefressen, da passt seine Schnauze super rein und ne Beute zu zerlegen stellt kein Problem dar fuer den Baeren. Ich wuerde dann zwei solche Schlankzargen uebereinader stellen und ordentlich auf ein vorher am Baum ordentlich befestigtes Grundbrett (Baum durchbohren und ordentlich Grundbrett fixieren) montieren. Jede Zarge wird dann am Grundbrett mit diversen Schrauben montiert.

Die Idee kommt einer natuerlichen Behausung nahe. Ich wuerde vom Handling von Stabilbau ausgehen, aber die Zargen sollte man abschrauben koennen um Wabenerneuerung zu erreichen. Ich wuerde auch eine 20x15x30cm Honigzarge bauen, die man draufsetzen kann im Mai/Juni um etwas Honig zu gewinnen.

Hat jemand von Euch evtl. mit Klotzbeuten Erfahrung, wie schmal maxmimal eine Bienenbehausung sein darf, dass sie gut funktioniert?

Die Baerendichte ist hier leider so hoch, dass es neben dem Elektrozaun (der auch nicht immer zuverlaessig funktioniert) kaum Alternativen gibt. Man muss einfach immer mit Baerenbesuch rechnen, die riechen 2100mal besser als wir und koennen Bienenbrut und Honig aus Kilometern entfernt wittern.

(Der Baer vor der Haustuere: https://photos.app.goo.gl/MeWkU98gno8PsUN36)

Danke und Gruesse fuer Euren Rat!

Beste Gruesse,
-garbeam

Benutzeravatar
biene0.1
Beiträge: 133
Registriert: Mi 23. Jan 2019, 18:07

Re: Baeren-sichere Beute

Beitragvon biene0.1 » Sa 1. Jun 2019, 23:51

Hallo,
ich denke, dass Du mit der Befestigung am Baum nicht so viel Freude haben wirst und deine Bienen schon garnicht.
Der Schwarzbär steigt da einfach hoch und findet schon einen "Eingang".
Ich habe ein Video aus Russland gesehen. Da haben Braunbären eine Beute, die mit etwa 6mm Baustahl am Baum befestigt war, vom Baum geholt.
Ein Bär hat sich auf die Beute gestellt und hat solange gewippt bis die Beute auf dem Boden lag. Den Rest kannst Du dir vorstellen.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4648
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Baeren-sichere Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 5. Jun 2019, 10:25

Ich denke auch, daß Du an einen Elektrozaun nicht herum kommst.

So schlanke und hohe Beuten habe ich auch schon mal ausprobiert. Ich fand diese Beuten nicht so optimal. Insbesondere in dem kalten Klima von Kanada wirst Du da wenig Erfolg mit haben, denn unter diesen Bedingungen ist eine hohe schlanke Form eher kontraproduktiv.

Die originale Warré ist sogar bis nach Alaska im Einsatz, da kenne ich jemanden. Dort werden die allerdings zum Winter hin mit Stroh sehr dick eingepackt.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

garbeam
Beiträge: 45
Registriert: Mo 18. Jul 2016, 14:36
Wohnort: Roberts Creek, BC, Kanada

Re: Baeren-sichere Beute

Beitragvon garbeam » Fr 21. Jun 2019, 05:51

Hallo zusammen,

danke fuer Eure Einschaetzung soweit. Was mir vorschwebt sieht in etwa so aus: https://photos.app.goo.gl/WJY7KzXPeTaqWWaA8 (der Zylinder ist der Baum).

Die einzelnen Zargen wuerde ich an den Rahmen verschrauben (jede Zarge ist 17.5cmx17.5cmx30cm gross und enthaelt 5x35mm OTs). Der Rahmen wuerde mit drei Metallbolzen durch den Baum befestigt werden.

Bzgl. dem Klima -- ich lebe in der mildesten Gegend in Kanada, ist vom Prinzip das Klima des suedlichen Vancouver Island. Im Winter geht's hier kaum unter 3 Grad Celsius runter, vielleicht 10 Naechte mit leichtem Nachtfrost. Das Problem ist hier eher, dass es von November bis einschl. Februar fast taeglich regnet. Das Fruehjahr und der Sommer sind dafuer sehr sonnig... Hier an der Sunshine Coast in BC gilt die Gegend sogar noch als Varroa-frei (weshalb nur lokale Bienen oder Bienenimporte aus NZ und Australien in diesem Bienenbezirk erlaubt werden).

@zaunreiter: wuerde sich vor diesen klimatischen Bedingungen Deine Einschaetzung zu einer hohen schmalen Beute aendern?

Beste Gruesse,
garbeam


Zurück zu „Eigene Modifikationen des Warré-Bienenstocks“