Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Alle Arbeiten rund um die Einwinterung der Bienen im Warréstock. Einfüttern, vereinigen, usw.
Bienlars
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Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon Bienlars » Do 23. Sep 2010, 20:01

In "Das Gesetz der Nestduftwärmebindung" beschreibt Johann Thür auf Seite 10 :"...Die verbleibende Normalwohnung soll winterlich umhüllt werden" Ich nehme ja nicht an, dass jemand die Beute einpackt.. oder doch :?:
Ist euch das Thema schon mal begegnet oder hat es jemand ausprobiert?
Danke, Bienlars
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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon zaunreiter » Fr 24. Sep 2010, 11:22

Ich habe die Beuten in den vergangenen Wintern mit Fichtenzweigen umhüllt. Die habe ich von unten nach oben dachziegelartig angelegt und bis über das Dach.

Das hatte den Vorteil, den hier herrschenden Winterwind etwas zu bremsen, sowie den Schnee vom Flugloch fernzuhalten.

Das sieht dann so aus:

Bild

So sieht es im Sommer aus:

Bild


Ob das allerdings eine Optimallösung ist, sei mal dahingestellt. :lol:
Jedenfalls habe ich den Eindruck, daß die Bienen darin besser überwinterten als ohne Umhüllung. Das ist aber nur ein Eindruck, der zudem noch nicht durch jahrelanges Feldtests belegt ist.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon Bienlars » Fr 24. Sep 2010, 22:36

Hallo Bernhard,
das sieht doch gut aus mit dem Gezweig. Hält Schnee und Wind ab und verbessert im Winter das Mikroklima um die Beute.
Die Zweige verbessern auch die Qualität des Standortes, nehmen der Beute das "Viereckige"....
Danke für den Tipp, ich werde etwas ähnliches versuchen.
Viele Grüße! Lars
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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon Ulla S. » So 26. Sep 2010, 21:51

Ja, sieht schön aus, weihnächtelig auch. Heute hat es übrigens zum ersten mal geschneit!!
Ich habe eine Frage: bei starkem Wind, schlagen da die Äste nicht an den Bienenstock und schrecken so die ruhenden Bienen auf?

Liebe Grüsse
Ulla

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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon zaunreiter » Mo 27. Sep 2010, 10:20

Ich schichte die Fichtenzweige wie Dachziegel und am Schluß umwickel ich sie mit einem Tau. Auf diese Weise sind sie recht befestigt und neigen nicht zum Schlagen gegen die Beute, auch nicht bei starkem Wind, wie er hier bei uns im Flachland und in der Nähe zum Rhein sehr häufig vorkommt.

Weihnachtlich sieht es ganz bestimmt aus - vor allem mit einer Schneehaube. Ich sollte vielleicht etwas Schmuck hineinhängen. :lol:

Viele Grüße
Bernhard
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Warrebeuten enger zusammenstellen

Beitragvon mahagugu » Di 13. Aug 2013, 08:21

Man sieht ja oft das Imker zumindest im Winter die Beuten ganz eng zusammenstellen
und dann extra noch eine gemeinsame Abdeckung, in der Regel Staffeln und drauf
ein Blech oder so ähnlich draufgeben.
Ich nehme an das soll vor den starken Winden im Winter und vor eventuellen umkippen
schützen. Könnte man ja mit den Warrebeuten genau so machen.

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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon zaunreiter » Mo 4. Nov 2013, 14:20

Der Winter naht - und wie jedes Jahr verpasse ich den Bienen eine "winterliche Umhüllung" (nach Thür), über deren Notwendigkeit man sich streiten kann - ich aber für meinen Standort entschieden habe, daß sie notwendig ist. Das vor allem wegen der hier - direkt am Rhein - vorherrschenden dauerhaften Winde, die aus dem Osten kommend, bitterkalt sind und eben kontinuierlich wehen. Selbst als Mensch hält man das auch bei knappen Plustemperaturen und mit Winterkleidung kaum aus.

Ich habe in Richtung Norden und Osten rund um den Bienenplatz einen Wall aus Erde und Heckenschnitt gezogen, um den Wind zu dämpfen. Und Bäume gepflanzt. Trotzdem bekommen die Bienen einen wärmenden Mantel.

In diesem Jahr habe ich was Neues probiert, da ich nicht so viele Tannenzweige für so viele Völker bekommen kann. Dieses Jahr habe ich ein sogenanntes "Holzhackschnitzelvlies" als Umhüllung ausgeguckt. (Danke an Jörn für den Hinweis auf die Stallschutznetze.)

Das ist weitestgehend regenfest und sehr dampfdurchlässig, darunter werden Holzhackschnitzel vor Regen geschützt und getrocknet. Ich habe einen Strohballen nach draußen gelegt und das Vlies darüber - nach einem starken Platzregen war das Stroh unter dem Vlies noch trocken. Es funktioniert also sehr gut.

Daraus habe ich eine Art Mantel geschnitten. Leider habe ich in Anlehnung an die "hive wraps" wie bee cozy den Mantel zu kurz geschnitten. Für einen Zweizarge habe ich 85 cm Höhe gewählt und für einen Dreizarger 100 cm Höhe. Das ist zu kurz! Wenn man den Mantel bis über das Dach mit Stroh ausstopft und oben zu einer Zipfelmütze zusammenbinden will, so habe ich es jetzt das nächste Mal vor, dann muß die Höhe für einen Zweizarge mindestens 120 cm sein. Die Länge ist dann 220-230 cm, um rund um die Beute herum eine Strohschicht mit einer Dicke von 15-20 cm zu erreichen. Also 120x220 cm, die kurzen Seiten zusammenlegen und vernähen.

Das Flugloch habe ich kurzzeitig verschlossen, den Mantel um die Beute gelegt, mit einem stabilen Band unten am hohen Boden den Sack zugemacht, dann das Flugloch ausgeschnitten und dann den Sack mit Stroh ausgestopft und oben zugebunden. Wenn es nicht zu kurz geschnitten wäre, würde man einen schöne Zipfel bekommen, den man zur Seite hin runterhängen lassen könnte und so der Regen von oben weniger ein Problem ist. Im Moment habe ich einfach eine Überdachung draufgelegt.

Das Flugloch auszuschneiden, ist auch keine richtige Lösung. Das ist im Moment noch nur notdürftig gelöst. Aber gut. Man lernt ja dazu. Für das nächste Mal werde ich mir einen Rahmen bauen, den ich fest am Mantel installiere und den ich einfach auf das Flugloch draufschrauben kann.

Ansonsten ist diese Umhüllung bis jetzt nicht schlecht. Nach einem Sturm mit viel Regen gestern, war die winterliche Umhüllung danach schön trocken und sehr warm. Bei solchen Vliesen muß man immer aufpassen, daß die Bienen mit ihren Widerhaken an den Füßen daran nicht kleben bleiben, bei dem gewählten Stoff gibt es keine Probleme.(Einige Bienen mußten als Testbienen herhalten. Kein Problem. Auch nachher nicht, bei regen Flugbetrieb.)

Ob sich Mäuse an der Umhüllung zu schaffen machen, muß abgewartet werden. Ich vermute mal nicht, weil um die Mäuse um diese Jahreszeit bereits schon einen Unterschlupf für den Winter gewählt haben. Bis an die Bienen ran kommen sie nicht und falls eine Maus auftaucht, rücke ich ihr mit einer Falle zu Leibe.

Bild



Die Dinger sehen ganz witzig aus, fast schon wie Gesichter. Mit Zipfel wären die bestimmt noch witziger. Vorne hängen die Wülste über dem Flugloch schützend über dem Flugloch, an den Seiten auch gegen Seitenwind.

Ist zwar noch ausbaufähig, aber naja - nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr.

Viele Grüße

Bernhard
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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon Rumpel » Mo 4. Nov 2013, 16:50

Oh, schön mit dem Vlies wird bei mir der Schnee über den Sommer abgedeckt, die Beuten sehen schon aus wie kleine Nikoläuse.

LG. Jörn
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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon Rumpel » Mo 4. Nov 2013, 17:25

Bin oft im mittleren Bereich des Türöffnungsverfahrens. Schön das es funktioniert ( Symbiose)
Gruss Jörm
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Re: Wintervorbereitung laut Johann Thür: "Umhüllung"

Beitragvon oekonomy » Mo 11. Nov 2013, 20:32

Hat was von einem Michelinmännchen! :lol:

Macht Ihr auch die Fluglöcher zu? So wie es in "Bienenzucht in Honigarmen Gegenden" von Berlepsch beschrieben ist (S. 464ff).
Oder habt Ihr die Stöcke schon mal in einen kühlen Keller gestellt?

Lieben Gruß
Enrico


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