Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
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Rumpel
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Sa 13. Feb 2016, 18:28

Hallo Wonderfool,
Die können Waben auch abnagen und putzen, auch leer futtern. :)
Engländer sind jetzt schlecht dran.
http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de ... /pdf/3.pdf
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

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Rumpel
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Sa 13. Feb 2016, 19:12

Wenn im Wachs Proteine enthalten sind, speichern sie Informationen?
Wie könnten die Proteine in die Nahrung gelangen?
LG. Jörn
PS: Bei den Milben scheint es zu funktionieren, Homöopathische Hausapotheke Perezin D6 oder so. :)
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Sa 13. Feb 2016, 21:29

Ups, die Plempe heißt Perizin. :)
Ein zu großes Brutnest brauch ein Schied ist sonst kalt.
Gruß Jörn
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Claudia.1977 » Mo 15. Feb 2016, 12:35

Ihr lieben, ich! glaube ein Nichtbehandeln allein ist es nicht: - natürlichen Schwarm? - aufgefüttert? - Reizfütterung zum Winter? - überwintert auf eigenen Honig? Zuckerwasser zugefüttert? Trachtangebot der Umgebung? Wetter? Ziehe ich! alles zusammen, ist mein! Fazit: 3x Schwärme gibt die Natur, weil Verluste mit 50% (ohne menschl. Manipulationen) normal sind? Fahre ich durch die Stadt: Sehe ich nur noch grünen Rasen in den Gärten, dann muss doch Bien so oft schwärmen um Ihre Rasse am Leben zu erhalten, oder? So meine (laienhaften) Gedanken von einem regnerischen Montag
liebe Grüße Claudia
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon wonderfool » Mo 15. Feb 2016, 14:52

Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch ob rein natürliche Bienenhaltung (ein schönes Oxymoron!) wirklich die Antwort sein kann. Immerhin ist die Varroa kein natürlicher Parasit der Apis melifera. Woher also sollte die Anpassung kommen?

Wahrscheinlich kann sich unter idealen Bedingungen ein Gleichgewicht einstellen. Es scheint ja zumindest Beispiele zu geben, ich denke da z.B. auch an David Heaf oder Phil Chandler. Beide gehen aber auch offen damit um größere Verluste gehabt zu haben, die Reise in der Richtung ist auf jeden Fall noch nicht zu Ende.

Persönlich scheint mir unkontrolliert Schwärmen lassen keine sinnvolle Maßnahme. Zumindest das Muttervolk würde einen Großteil der Milben behalten, gleichzeitig aber den Bienenbestand deutlich verringern. Die Last steigt also mit jedem abgehenden Schwarm.

Ich kann mir vorstellen, das die relativ enge Warré und möglichst wenige Störungen im Jahresablauf den Bienen ermöglichen das Klima im Inneren der Beute genau zu steuern, die Brut optimal zu versorgen.

Überwintern auf eigenem Honig und natürliche Waben dürften einen weiteren positiven Einfluss auf die Bienenvölker haben. Zufüttern generell zu verdammen dagegen finde ich wenig hilfreich. Je nach Situation vor Ort kann plötzlich viel Tracht weg fallen. Dann sollte man füttern, die Alternative wäre ein spätestens im Frühjahr hungerndes Bienenvolk. Zucker finde ich da insofern probat, als der keine Krankheiten übertragen kann. Honig von einem Volk ins andere zu transferieren erscheint mir zumindest für Anfänger als Risikobehaftet.

Generell scheint mir: Je stärker ein Bienenvolk, desto besser die Überlebenschance.

Ich behandle aber auch - orientiert am Befall - insofern sind das keine persönlichen Beobachtungen.

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Mo 15. Feb 2016, 23:57

Immerhin ist die Varroa kein natürlicher Parasit

So ein Mist, die befällt sogar Mischlinge. :)
Eine Imkermenschenkette um die Erde spannen, und gut festhalten, die stellt das drehen ein, jede Wette. ;)
Nicht böse gemeint- Jörn
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Di 16. Feb 2016, 00:54

Übrigens in der Sache gibt es auch Länder und Gemeinden die sehr Egoistisch sind.
Die fahren in ihrer beschränkten Sicht auch die Behandlungspflicht, von Verdrängung nix gehört.
Das nennt man Sankt-Florian-Prinzip, oder für ausgegrenzte Not in my backyard.
LG. Jörn
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Claudia.1977 » Mi 17. Feb 2016, 10:35

Hallo Jörn, Deinem Humor kann ich leider bei Deinen vielen Postings nicht immer nachvollziehen ....
es grüßt eine humorlose? claudia
liebe Grüße Claudia
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Mi 17. Feb 2016, 15:33

Na ia, manchmal kann ich selbst nicht drüber lachen, ist halt Galgenhumor.
Mit den Bienen ?
Vereinspolitik ist wie große Politik, Ich kenne beide Seiten.
Ich bin kein Ängstlicher Mensch.
Nur ob die Imker das hin bekommen wage ich zu Bezweifeln.
Bei der eigenen Art ist man auch nicht zimperlich.
Schadens Ersatz dafür? https://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange
Ich bin nicht gerne Laborratte wenn ich nicht gefragt werde.
Einigkeit wegen den Verpfuschten Milbchen, na wer es glaubt.
Gruß Jörn
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » So 13. Mär 2016, 11:50

Soeben in der Apidologie erschienene Studie:

Island population of European honey bees in Northeastern Brazil that have survived Varroa infestations for over 30 years
Igor Medici de Mattos , David De Jong, Ademilson Espencer E. Soares
Apidologie online 9.3.2016: http://link.springer.com/article/10.100 ... 016-0439-5

Isolierte Population der europäischen Honigbiene im Nordosten Brasiliens, die den Varroa-Befall seit über 30 Jahren überlebt hat
Europäische Honigbienen wurden im Jahr 1984 auf Insel Fernando de Noronha eingeführt, die bereits mit der Varroa destructor infiziert waren, und seitdem haben sie ohne Behandlungen überlebt. Im Jahr 2012 wurden die Befallsraten der adulten Bienen und der Brut gemessen und mit historischen Aufzeichnungen verglichen. Es gab keinen signifikanten Unterschied bei den Befallsraten zwischen den 1996 erhaltenen Werten (14 Milben / 100 erwachsenen Bienen) und 2012 (16,5 Milben / 100 Bienen). Der Prozentsatz der Milben, die in Arbeiter Brutzellen reproduzierten, war ebenfalls nicht signifikant verschieden von den in 1996 gewonnenen Daten. Die Häufigkeit des hygienischen Verhaltens war ähnlich wie bei resistenten afrikanisierten Honigbienen. Die durchschnittliche Fruchtbarkeit verringerte sich leicht zwischen 1996 und 2012, blieb aber hoch. Aus unseren Daten schließen wir, dass diese Bienen das stabile Befallsniveau für mindestens 16 Jahre erhalten haben. Die Befallsraten bleiben hoch. Die Raten sind so hoch, daß sie in den meisten Regionen der Welt für Honigbienen tödlich sein würde, aber es gibt keine Varroa-bezogene Vökerverluste auf der Insel.

=> Befallsraten von 16-17 % werden da überlebt. Da fragt man sich, warum hierzulande alles über 5 % bereits Probleme verursacht.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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