Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
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zaunreiter
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Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » Do 4. Nov 2010, 13:59

Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

bernhart
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon bernhart » Do 4. Nov 2010, 15:12

Servus Bernhard,
danke für Deine Ausführungen. Ich bin allerdings etwas verzagt: wie soll ich als Anfänger im 2ten Jahr erkennen, wie es einem Volk geht. Bei dem Volk welches an Varroa eingegangen ist, haben mir zwei Imkerkollegen 8 bzw 3 Wochen vor dem Zusammenbruch noch gesagt, wie vital das Volk nicht aussieht.
lg
Bernhart

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » Do 4. Nov 2010, 16:12

Das ist korrekt, es ist schwierig - nicht nur für Anfänger, sondern auch für Fortgeschrittene, wenn es darum geht, von außen ein Volk zu beurteilen.

Letzlich ist es aber kein Hexen- sondern Handwerk. Nicht beeindrucken lassen!

Vielleicht hilft auch die Taschenkarte bei den Beobachtungen. Siehe:

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Ulla S.
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Ulla S. » Mo 8. Nov 2010, 22:14

Von mir auch vielen Dank für Deine sorgsamen und umfassenden Erklärungen, Bernhard. Danke auch Dir, Markus.
Ja, dem ist von meiner Seite nichts dazuzufügen, als Anfängerin bin ich auf dem Weg. Manchmal ist dieser holperig, führt ins Gebüsch, dann aber auch wieder heraus.
Auch ich lese viel, die Foren im Internet helfen mir sehr. So bilden wir auch eine Gemeinschaft, wie die Bienen, und das ist sehr hilfreich.

Ich habe letztes Jahr mit einer Warré-Beute begonnen, jetzt gehen deren drei in den Winter. Ich begleite sie so gut ich eben kann und versuche, daraus zu lernen.
Ich danke Euch allen für Eure Offenheit und Euren Austausch.
Herzlich, Ulla

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zaunreiter
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » Mi 24. Nov 2010, 12:53

Hier ein Vortrag zum Soft Bond Test:


Eine grobe Übersetzung:
JKefuss_PraktVarrSelektion.pdf
(105.33 KiB) 1177-mal heruntergeladen


Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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fripon77
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon fripon77 » So 10. Jul 2011, 11:18

Hallo zusammen,

kleiner Erfahrungs-/Unfallbericht mit ein paar Fragen...

Ich war gestern saumäßig ungeschickt und fühle mich beschissen: beim Aufstellen eines Nassenheider Verdunsters mit Ameisensäure hat sich etwas verhakt und er ist umgekippt, so dass sich geschätzt bis zu 80ml AS von oben über ein Volk ergossen hat. Da blutet einem das Herz und als Anfänger war ich natürlich völlig ratlos. Ich erreichte meinen Imkervater telefonisch, der mitfühlte und Trost spendete. Er meinte, von solchen Pannen erzählt kaum ein Imker, aber fast jedem passieren sie. Ihm z. B. letztes Jahr auch mit zu starker Ameisensäure. Die Bienen wären hart im Nehmen und würden nach seiner Beobachtung die Königin bis aufs Äußerste verteidigen & schützen. Ich könnte jetzt nichts mehr tun außer Hoffen, Beobachten und Warten. Falls im worst case die Königin tot ist, könnte ich in ca. drei Wochen eine neue dazu kaufen, weil es für eigene Nachzucht durch das Volk vermutlich zu spät ist. Stimmt, die Drohnen werden derzeit aus der Beute "gejagt".

Ich saß so lange wie noch nie vor meinen Beuten und Beobachtete... unmittelbar nach dem Unfall war natürlich helle Aufregung/Panik, sehr viele Bienen drängten nach draußen. Es war wirklich schrecklich zu sehen, wie die Bienen gegen den Tod kämpften. Schon nach ca. 90 Minuten waren die Bienen am "Aufräumen": tote und verletzte Bienen wurden übers Flugbrett geschmissen oder auf den darunter liegenden Boden geflogen. Und dort machten sich Wespen über die Armen her. Nach ca. 3 Stunden sah der Eingang schon fast wieder normal aus - es fand schon wieder "normaler" Flugverkehr statt. Und heute morgen war richtig viel Flugbetrieb, aus meiner Sicht auffallend viel/fast ausschließlich Polleneintrag. --> Hat das was mit dem AS-Unfall zu tun?

Aus einem Vortrag von Bernhard habe ich Erinnerung, dass er nicht behandle, weil a) ein gesundes Volk das nicht brauche und b) die Bienen das nicht mögen (= kurz von mir mit eigenen Worten zusammengefasst) Ich kann das jetzt zu 100% nachempfinden. Wieso tut man das den Bienen an? Klar, ich habe mich verdammt dumm angestellt und es tut mir wahnsinnig weh, trotzdem frage ich mich, wieso man die Bienen dieser Gefahr aussetzt? Wenn ich schon mehr als nur zwei Völker hätte, würde ich es vielleicht auch schon ohne Behandlung riskieren.

Meine Fragen:
1) die AS hat sich also von oben ergossen, also zunächst über die Honigwaben. Ich kann aber kaum erkennen, wo genau. Ist der Honigvorrat jetzt quasi verdorben? Sterben weitere Bienen, wenn sie davon fressen - oder die AS auch nur berühren? Sollte ich den Honig vielleicht weitflächig wegschneiden?
2) woran erkenne ich (als Laie), ob die Königin noch lebt? Ich finde die Königinnensuche schon bei der konventionellen Rähmchenimkerei schwierig, aber in der Warrébeute tue ich mir erst recht schwer. Und ich will ja auch nicht ständig stören und gucken. An welchen Signalen/Zeichen kann ich es möglichst zweifelsfrei erkennen, dass sie noch lebt?

Für weitere Hinweise/Tipps bin ich ausgesprochen dankbar. Vielleicht habe ich an weitere Probleme gar nicht gedacht?

Viele Grüße
Daniel

PS: immerhin beim zweiten Volk hat das Aufstellen des Verdunsters gut geklappt.
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon kaibee » Mo 11. Jul 2011, 11:21

Hallo,

ersteinmal dankeschön, dass Du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt!

Ich habe letztes Jahr auch mit dem NH behandeln wollen. Irgendwas stimmte bei mir auch nicht, denn innerhalb eines Tages war die AS ausgelaufen. Anscheinend saß der Docht nicht richtig... keine Ahnung. Ich habe mich ähnlich geärgert und danach grundsätzliche Gedanken zur Behandlung gemacht. Allerdings war es nicht in der Warre, sondern in einer Bienenkiste, daher lief die Säure nicht über die Bienen.

Leider kann ich deine Fragen nicht beantworten. Vielleicht ist es angebracht, die Bienen nun einfach in Ruhe zu lassen. Störung hatten sie nun schon genug, ob Du wirklich helfen kannst, ist ggf. fraglich. Aber warte lieber noch ein paar Antworten ab...

Deinem Volk gute Besserung!

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Distelbauer » Mo 11. Jul 2011, 12:14

Hallo Daniel,

kann dir auch nicht viel helfen, habe aber ein mir bekannter Imker hat mal erzählt, daß ihm sowas ähnliches bei der Behandlung mit der Medizin/Tropfflasche passiert ist. Wieviel da drin war kann ich auch nicht sagen. Aber er sagte die Bienen haben es gut überstanden. Ich hab bei der AS immer noch ein ungutes Gefühl, da es auch in die Brut wirkt. Oder sollte man denken, daß es sie abhärtet :shock: ? Na wie auch immer, ich drück die Daumen, daß es eher geholfen als geschadet hat.

LG Georg

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Frank A. aus B. » Mo 11. Jul 2011, 19:59

Hallo Daniel,

wenn Du wissen willst ob das Volk eine Königin hat kannst Du ein mal kurz und laut mit dem Fingerknöchel gegen die Kiste klopfen.
Wenn Du wärend des Klopfens ein Ohr an die Beutenwand hälst solltest Du ein eher kurzes Aufsummen hören, dann ist alles in Ordnung, wenn sie sich länger aufregen ist die Königin hin. Wenn Du dir unsicher bist mach ein Vergleichsklopfen an einer anderen Beute.

Gruß Frank

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon fripon77 » Do 14. Jul 2011, 10:00

cooler Tipp - danke. Werde ich heute ausprobieren.
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