Brennessel- und andere Bienentees

Alles für die Einfütterung der Bienen im Warré-Bienenstock.
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zaunreiter
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Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon zaunreiter » So 24. Jun 2012, 20:30

Brennessel ist wie Spinat - zu lange erhitzt wird sie sauer. Daher überbrühe ich die Brennesseln nur mit kochendem Wasser und lasse das Ganze dann für 10 Minuten stehen. Mit kalten Wasser auf Handwärme runterbringen und dann Zucker einrühren. Ich habe immer noch einen Tropfen Rosmarinöl reingegeben, das mögen sie ganz gern.

Der Effekt läßt sich für mich nicht meßbar beschreiben, jedoch vom Anblick und Gefühl her scheinen sie munterer zu sein. Du kennst das wahrscheinlich, wenn Bienen depressiv werden, dann wirken sie so eingefallen und klein. Irgendwie geschrumpft, geduckt. Ich kann es nicht genau beschreiben. Mit einer Brennesselkur wirken sie prall und sehr lebendig. Irgendwie stark.

In dieser Arbeit haben Forscher Bienenvölker absichtlich geschwächt und untersucht, mit welchen "Hausmitteln" sie wieder aufgepäppelt werden können.

Dabei erwies sich ein Sud aus Brennesseln als sehr förderlich, die Bienen wieder zu stärken. Siehe: http://www.usab-tm.ro/fileadmin/fzb/Sim ... ghitas.pdf

Sie haben es gemessen, es ist also in diesem Versuch signifikant zu belegen gewesen, daß der Brennesseltee stärkend wirkt.

Der darf auf keinen Fall kalt angesetzt werden = Brennesseljauche! Und auf keinen Fall zerkocht werden. Also brühen.

Gruß
Bernhard
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon zaunreiter » Mi 24. Okt 2012, 14:52

Neues von der Brennesselfront. Allen Anschein nach hat die Brennessel starke antimikrobielle Eigenschaften, die sich unter Umständen sogar zur Vorbeugung/Behandlung von Amerikanischer Faulbrut einsetzen lassen. Zu diesem Gedanken lassen sich die Autoren dieser Studie hinreißen, nachdem sie die Eigenschaften und Wirkstoffe der Brennessel untersuchten.

Antibacterial Activity of Different Plant Extracts and Phenolic Phytochemicals Tested on Paenibacillus Larvae Bacteria
Animal Science and Biotechnologies, 2011, 44 (2)
http://usabtm.weburl.ro/utilizatori/ZOO ... ghitas.pdf


Maschinenübersetzung des Fazits:
>>Schlussfolgerungen
Die Pflanzen sind sehr wichtige Quellen von potentiel wertvollen Rohstoffen für die neue Entwicklung
natürlichen Chemotherapeutika. Viele Berichte sind erhältlich auf die antivirale, antibakterielle, antimykotische oder entzündungshemmende Eigenschaften von Pflanzen [5, 6, 7, 8, 9, 10, 28, 29, 30, 31 32]. Diese Studien haben halfen bei der Identifizierung der Wirkstoffe die verantwortlich für die genannten Aktivitäten und einige der untersuchten Pflanzen als Bestandteile in verwendet verschiedene Medikamente in menschlichen und tierischen Heilmittel verwendet.

Unsere Studie zeigen, dass die Pflanzen, die wir nahmen in Betrachtung (Basilikum, Brennnessel, Thymian und Schafgarbe) das Potential haben, das Wachstum von Paenibacillus larvae in vitro bei Konzentrationen gegründet von den mikrobiologischen Methoden. die Verwendung der biologisch aktiven Verbindungen aus.
Diese Pflanzen könnten eine natürliche alternative Antibiotika bei Honigbienen, bei der Kontrolle der Amerikanischen Faulbrut Erkrankung durch Paenibacillus larvae Bakterium hervorgerufen.

Neben ihrer Hemmwirkung, Mazerate die Anlage auch eine geringe Toxizität für Bienen, die sich wie nutritive Ergänzungen in Bienenvolk Entwicklung.<<

Anscheinend wirkt vor allem der hohe Flavonoidgehalt der Brennessel (und von Basilikum) positiv auf die Gesundheit der Bienen. Polyphenole spielen dabei wohl weniger eine Rolle. In der Brennessel gefunden:

Chlorogensäure 0.71 mg/g getrockneter Pflanze
Kaffeesäure 1.23 mg/g getrockneter Pflanze
Ferulasäure 3.09 mg/g getrockneter Pflanze
Rutin 3.16 mg/g getrockneter Pflanze
Rosmarinsäure 29.20 mg/g getrockneter Pflanze

Ziemlich spannend.

Gruß
Bernhard
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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon zaunreiter » Do 10. Jan 2013, 23:16

Marc Gatineau hat sein eigenes Rezept. Es hilft, einige Krankheiten vorzubeugen. Insbesondere Amerikanische Faulbrut und Kalkbrut/Pilzkrankheiten.

1 Teil Nelkenöl
1 Teil Rosmarinöl
1 Teil Korianderöl
1 Teil Eucalyptusglobuli (alternativ als Öl?)
1 Teil Bohnenkraut(öl?)

1 ml der oben genannten Mischung werden auf 10 Liter Sirup gegeben.
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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon zaunreiter » Di 13. Aug 2013, 15:42

Anekdote am Rande. Ich bekam einen Anruf einer Unbekannten und die berichtete mir das Folgende. Sie hat den natürlichen Varroenfall über drei Tage beobachtet und nur wenige Milben sind pro Tag gefallen.

Dann hat sie frisch gepflückte Brennesseln oben auf die Oberträger gepackt. Am nächsten Tag lagen etwa 500 Milben auf der Windel.

Wer gerade Zeit und Lust hat: bitte mal Brennessel reinpacken und den Totenfall der Varroa vorher/nachher beobachten. (Achtung: Das ist nur eine einzelne Beobachtung gewesen und ist nicht als alternative Varroabehandlung zu verstehen. :wink:)
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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon specht » Do 10. Apr 2014, 11:01

zaunreiter hat geschrieben:Anekdote


Vielleicht schreibt später einer darüber noch ein ganzes Buch. ;)

Wer von euch hat's versucht - frische Nesseln in den Bienenstock gelegt?

Das müsste mal genau erforscht werden. Im Pflanzenreich gibt es unzählige bioaktive Substanzen, Wissenschaftler haben schon viele davon analysiert.

Grüße, Marcus

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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon Rumpel » Do 10. Apr 2014, 11:14

Dann hat sie frisch gepflückte Brennesseln oben auf die Oberträger gepackt

Das wäre dann AS. die stärke in der Pflanze variiert je nach Standort, und den Nährstoffen im Boden.
LG. Jörn
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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon specht » Do 10. Apr 2014, 11:35

Nesselgift ist mehr als nur Ameisensäure.

http://www.accessdata.fda.gov/scripts/p ... fm?id=9275

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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon Rumpel » Do 10. Apr 2014, 11:38

Ja wenn du möchtest zerhacke ich dir das bis hin zum Benzol.
Gruss Jörn
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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon specht » Do 10. Apr 2014, 13:32

Das Zerhacken bringt dir nur insofern etwas, wenn du das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten (bioaktiven Substanzen) verstehst. ;)

Viele Grüße, Marcus

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Re: Brennessel- und andere Bienentees

Beitragvon Rumpel » Do 10. Apr 2014, 13:36

Na dann ist ja gut, sonst üben tue ich noch. ;)
Gruss Jörn
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