Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Alles für die Einfütterung der Bienen im Warré-Bienenstock.
Christine
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Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon Christine » Mi 11. Mär 2020, 16:42

Hier würde ich gerne Euer aktuelles Wissen darüber sammeln, wie überschüssiges Perga im Herbst aus dem Bienenstock entnommen und im Frühjahr wieder eingefüttert werden kann.

Ich mag es ungerne im Herbst mit den Waben zusammen einschmelzen, das ist einfach nur Verschwendung.

Das Perga ist fermentiert und dadurch längere Zeit haltbar, ich weiß aber nicht, wie lange.
Auch weiß ich nicht, ob man es einfrieren kann und es später immer noch nutzbar/nahrhaft ist. Einfrieren würde zumindest Wachsmotteneier abtöten, ob es auch Faulbrutsporen abtöten kann, konnte ich nicht herausfinden.
In welcher Weise könnte es den Bienen anschließend gegeben werden? Aus den tiefgefrorenen Waben herausklopfen und einfach in den Fütterer legen?

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon Nöld » Do 12. Mär 2020, 11:26

Hallo Christine,

einfrieren geht problemlos der Nährwert wird annähernd beibehalten. Die Fermentation spielt sich im Perga hauptsächlich um die Pollenkörner herum ab. Nach Bedarf aufgetaut, mit eigenem Honig vermischt, kann das ganze als Pattie direkt auf den Oberträger liegend angeboten werden. Bienen sind nicht so scharf auf eingelagerten Pollen, sollte frischer reinkommen, wird dieser bevorzugt. Spätestens dann, kannst Du die Pampe entsorgen :)

Viele Grüße,

Nöld
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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon Christine » Do 12. Mär 2020, 18:01

[quote="Nöld"]Nach Bedarf aufgetaut, mit eigenem Honig vermischt, kann das ganze als Pattie direkt auf den Oberträger liegend angeboten werden.[/quote]

Danke, Nöld. Einfrieren und "liegend anbieten" in der ursprünglichen Wabe? Oder holst Du das Perga dort vorher raus? (Wie?)

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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon zaunreiter » Do 12. Mär 2020, 19:26

Bienen fressen lieber frischen Pollen. Perga wird nicht so gern gegessen. Jeden Tag Sauerkraut ist eben nix.

Perga hat auch einen geringeren Nährwert für Bienen.

Am besten frischen Pollen mit der Pollenfalle sammeln und später wieder zurückfüttern, wenn es Pollenmangel gibt.
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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon Nöld » Do 12. Mär 2020, 20:50

Perga-Waben-Honig mix mit einer Gabel zerdrücken (Wärme max. 40 Grad) hilft. Der Wachs darin stört nicht :)
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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon Christine » Fr 13. Mär 2020, 00:33

[quote="zaunreiter"]Bienen fressen lieber frischen Pollen. Perga wird nicht so gern gegessen. Jeden Tag Sauerkraut ist eben nix.

Perga hat auch einen geringeren Nährwert für Bienen.

Am besten frischen Pollen mit der Pollenfalle sammeln und später wieder zurückfüttern, wenn es Pollenmangel gibt.[/quote]

Ich war immer der Meinung, dass Fermente MEHR Nährstoffe enthalten als das Ausgangsmaterial - trifft jedenfalls für Gemüsefermente zu. Besser verdaulich sind sie auch.

Wir haben halt bei der Wabenhygiene immer ziemlich viele Pollenwaben im Spätsommer beim Einengen übrig, die würde ich gerne sinnvoll nutzen, statt sie einfach nur einzuschmelzen und das Perga wegzuwerfen, wo es doch im Frühling evtl. gute Dienste leisten könnte.

Ok, Pollen also sammeln, trocknen?, tiefgefrieren? für den Frühling.

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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon Math. » Di 16. Jun 2020, 09:52

moin.

ich frag mich, warum mensch immer noch meint, für bienen etwas aufzubewahren und (anderen) bienen es wieder zurückzugeben oder zu füttern.

das ist alles nicht bienengemäß.

nein noch mehr: es ist gefährlich für die gesundheit der bienenvölker, denn so verbreiten sich sehr schnell krankheiten.

und:
es ist absolut überflüssig.

bitte:
passt mehr auf die gesundheit eurer völker auf.
deshalb: füttert nichts zurück, was ihr aus dem volk rausgenommen habt.
schöne zeit

math

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Re: Perga aufbewahren und wieder einfüttern

Beitragvon biene0.1 » Mi 17. Jun 2020, 23:23

Hallo Math,
das ist richtig wovor Du warnst!
"füttert nichts zurück, was ihr aus dem volk rausgenommen habt".
Wichtig ist dabei, dass das "Material" nicht mit solchem aus anderen Völkern vermischt wird.
Ich gebe den Völkern z.Bsp. die abgeernteten Waben wieder zurück. Dabei kann ja nichts fremdes in das Volk kommen. Dazu kommt, dass die Waben beim Ernten den Standort des Volkes nicht verlassen.
Was mir nochnicht gelungen ist, dass die Bestückung der HRe (im Winter) nur mit Rähmchen / Waben des entsprechenden Volkes erfolgt. Doch mit den "neuen" HRen wird ja nichts fressbares in die Völker gegeben.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.


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