Wachsverarbeitung

Alles rund um die Honigernte.
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zaunreiter
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Wachsverarbeitung

Beitragvon zaunreiter » So 29. Jul 2012, 18:56

Am Anfang habe ich das Wachs immer ausgekocht. Also die Reste vom Pressen erwärmt und so vom Honig getrennt. Danach einfach in Wasser gekocht und langsam auskühlen lassen.

Dann bin ich dazu übergegangen, einen Einkochkessel zu verwenden - darauf einen Entsafter-Aufsatz. (Dampfentsafter.) Das ist ein Boden mit Ablauf und ein Korbeinsatz. Siehe: http://www.shoppingfever.de/images/p_bi ... d4a28c58cc
Das funktioniert genial und vor allem schnell. Ich lege das Wachs in ein Preßtuch ein und dann erst in den Entsafter. So kann der Trester schneller entnommen werden und es ist weniger Schnodder im Korb.

Einziger Nachteil: Es paßt nur begrenzt was rein. Ungefähr eine Zarge. Dafür kann schnell nachgelegt werden.

Heute habe ich mal das Auspressen probiert. Also Wachs mit Wasser aufgekocht und dann in die Presse rein - vorher mit einem Presstuch ausgelegt. Das funktioniert erstaunlich gut - der Trester ist nach dem Pressen äußerst trocken. Kein Wachs mehr drin!

Nachteil: Beim Pressen schießt bei der offenen Presse regelmäßig eine Fontäne aus heißem Wachs und Wasser zur Seite weg. Das Saubermachen ist dann eine Qual. Ich werde mal eine größere Presse bauen müssen, die geschlossen ist. Nach zwei Durchgängen habe ich den Rest heute doch wieder mit dem Dampfentsafter gemacht.

Wichtig ist, das Wachs vorher für zwei Tage in weiches Wasser (Regenwasser) einzuweichen. Die Brutkokons saugen sich dann mit Wasser voll und sind dann wachsabweisend. Wenn sie trocken sind, das Wachs also vorher nicht gewässert wurde, saugen sich die Kokons mit flüssigem Wachs voll und es steckt dann darin. Dort ist es nicht mehr herauszuholen.

Regenwasser muß es sein, weil das Leitungswasser normalerweise sehr kalkhaltig ist. Kalk und Fett - das gibt eine Verseifung und das Wachs ist nicht mehr zu gebrauchen. Daher sind das zwei wichtige Dinge: Wässern der Waben in Regenwasser vor der Verarbeitung.

Viele Grüße

Bernhard
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Manfred

Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon Manfred » So 29. Jul 2012, 22:31


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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon zaunreiter » So 29. Jul 2012, 23:15

Die Fontänen kommen von den Brutkokons - ich habe noch rumexperimentiert und die brutfreien Waben spritzen nicht herum. Vermutlich platzen die Kokons irgendwann. Vielleicht ein Sieb vorschalten?

Viele Grüße
Bernhard
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helvy
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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon helvy » Fr 20. Sep 2013, 01:19

Ich habe mal noch 3 Fragen:
Die Honig-Wachs-Pampe ... wird sie mit oder ohne Wasser erhitzt? Ich habe es bisher ohne gemacht.
Du sagst, das Wachs unbedingt in Regenwasser einweichen: In welchem Wasser kochst Du es dann? Auch nur in Regenwasser?
Und wieviel Wasser verwendest Du? Gibt es ein zuviel oder ein zuwenig?

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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon Claudia.1977 » Mo 11. Aug 2014, 22:40

Guten Abend,
was machen denn hier die anderen Forumsmitglieder mit ihrem verunreinigten Wachs?
Wir klären denn die vielen anderen user ihren Wachs?

herzlichen Dank
claudia
liebe Grüße Claudia
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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon zaunreiter » Mo 11. Aug 2014, 23:04

Das Wachs in einen feinen Seihsack stecken, mit einem Stein beschweren (im Sack), verschließen, in einen Bottich stellen, mit Wasser auffüllen und aufkochen. Das Wachs schmilzt und treibt nach oben, der Trester bleibt unter Wasser im Sack zurück.

Das Ganze abkühlen lassen und die Wachsplatten erneut einschmelzen und in einem isolierten Gefäß langsam abkühlen lassen, die ganz feinen Stoffe sinken dann unterhalb der Wachsschicht, wo sie nach dem Abkühlen und Erhärten abgekratzt werden können.

Das Wachs wird beim Einschmelzen mit Säure (Milchsäure) versetzt, wenn Du es bleichen willst. Für ganz helles Wachs.

Die Profis arbeiten mit teuren Hochdruckfilteranlagen. Je besser gefiltert, desto besser brennen die Kerzen auch. Allerdings finde ich gerade das Knistern der Kerzen schön und der Duft ist auch intensiver, wenn das Wachs nicht ganz so gereinigt wurde.
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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon Claudia.1977 » Di 12. Aug 2014, 10:05

Hallo Bernhard,
lieben Dank für die schnelle Antwort.
Leider beitze ich keinen feinen Seihsack, Bottich und auch kein isoliertes Gefäß.
Werde wohl einen Dampfentsafter + Korbeinsatz kaufen.
Hast Du hier auch schon eine fertige Fotoserie auf dem PC, welche Du hier einstellen könntest?
liebe Grüße
claudia
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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon zaunreiter » Di 12. Aug 2014, 10:14

Leider nicht. :)
Cogito ergo summ.
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Manfred

Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon Manfred » Di 12. Aug 2014, 11:22

Grüß Euch,

Zur Wachsgewinnung in kleineren Mengen gut geeignet:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/5 ... L1500_.jpg
http://www.fissler.de/typo3temp/pics/0e06d0b33f.jpg
http://thumbs.ebaystatic.com/d/l225/m/m ... zUTj5Q.jpg

Verpackungskarton des Einkochtopfs aufheben und nach getaner Arbeit über den heißen Topf stülpen. Das aufschwimmende Wachs soll langsam auskühlen, so klärt es sich gut.

Herzliche Grüße Manfred

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Re: Wachsverarbeitung

Beitragvon Claudia.1977 » Do 14. Aug 2014, 17:05

Liebe Wachsgewinner,

ist eine Uhr am Einkochautomat notwendig und der Automat ausschließlich fürs Wachs zu verwenden?

(bei Netto sind gerade Edelstahl Dampfentsafter im Angebot runtergesetzt)
claudia
liebe Grüße Claudia
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