Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

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acki
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Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon acki » Mo 6. Jun 2016, 12:48

Hallo in die Runde,

imkere jetzt im dritten Jahren mit zwei Warré- Beuten und habe eine Frage zur anstehenden Honigernte.
Abgeerntet wird ende Juli eine Beute mit derzeit zwei aufgesetzten Honigzargen. (Beute zwei ist im Frühjahr mit eigenem Schwarm aus Beute 1 neu besiedelt worden)
Die untere Honigzarge ist total voll, die obere zu ca 3/4 - nach der Robinie. Wenn jetzt noch die Linde reinkommt, wird´s auch voll. Ernten will ich eigentlich, wie oben gesagt, gegen Ende Juli.
Meine Frage jetzt zum Absperrgitter - habe ich bislang nicht verwendet - ist es sinnvoll, jetzt noch mit einem Absperrgitter sicher zu stellen, dass zur Ernte in den Honigwaben kein Brut mehr ist? Und wenn ja, wann muss das Gitter spätestens vor der Ernte eingesetzt werden. Ach und ein letztes, wie kann ich sicherstellen, dass die Königen nicht oberhalb des Gitters in der Honigzarge feststeckt. Reicht es da, vor dem Einsetzen des Gitters mit Rauch nach unten zu treiben.

Gruß und danke für Eure Tipps.

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stbiene
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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon stbiene » Di 7. Jun 2016, 13:07

Hi,

also ich habe bei mir in den Honigzargen nie Brut. Weil ich eigentlich nur die abernte die auch nur Honig haben. Den Rest lass ich ihnen. Dann brauch ich nicht soviel zu füttern.

und dann gehts mit einer Bienenflucht bei mir eigentlich immer gut. Bienenflucht rein. 24 h - warten und Honigzarge fast ohnen Bienen abnehmen.

Lg
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acki
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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon acki » Di 7. Jun 2016, 13:52

Ja, natürlich bleiben die zwei unteren Brutnestzargen mit dem darin befindlichen Honig unangetastet. Meine Frage - war wohl nicht ganz klar formuliert - bezog sich ausschl. auf die beiden zusätzlich auf die Brutnestzargen aufgesetzten Honigzargen. Nur diese werden geerntet. Und da ist nicht auszuschließen, dass das Brutnest wenigstens zeitweise auch etwas nach oben in die Honigzargen wandert. Das ist mir zwar sonst egal. Sollen sie ruhig machen. Aber ebend ganau zur Honigernte sollte da oben keine Brut mehr sein.

Gruß Acki

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon Dietmar » Di 21. Jun 2016, 16:15

Ich habe das neulich auch so gemacht um eine fast volle Zarge brutfrei zu bekommen. Die Königin habe ich vorher mit Rauch runtergetrieben (wenn sie überhaupt da oben war). Das sollte min. 3 Wochen vor der Honigernte passieren, damit alle Brut auslaufen kann.
Ich hatte dann aber das Problem, daß es sich zumindest teilweise um Drohnenbrut gehandelt hat, und ich in den Honigzargen Drohnen hatte, die nicht rauskamen wegen des Absperrgitters. Als ich das gemerkt habe, habe ich den Deckel etwas gelüftet um die Drohnen rauszulassen. Das war höchste Zeit! Sie stürzten geradezu ans Freie und setzten sofort Kot ab. Der Deckel mußte recht bald wieder ganz geschlossen werden, bevor die Drohnen wieder obenrum reingekrabbelt sind. Das habe ich dann täglich widerholt, weil immer noch Drohnen in der Beute waren.
Insgesamt muß ich sagen war das mit dem runterräuchern und dann mit den Drohnen keine ganz schöne Sache, halt ein gewaltsamer Eingriff und eine von mir nicht vorhergesehene Folgewirkung. In Zukunft möchte ich das lieber vermeiden.

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon Johannes-Mellifera » Mi 22. Jun 2016, 21:57

Naja, man braucht ja auch nicht zwangsläufig ein ASG. ;)

Ich arbeite auch bei meinen herkömmlichen Magazinen komplett ohne. Ich nutze Halbzargen als HR. Im untersten ist mit unter noch etwas Brut, aber wenn einmal ein Honigkranz entsteht, bleibt der obere Teil brutfrei. Und wenn die Königin eine Trachtlücke doch mal nutzt und es übertreibt, dann warte ich halt, bis der Nektareintrag das Brutnest runter drückt. Ich schleudere nie komplett ab und lebe damit bestens!

Oder anders ausgedrückt, wenn der obere Raum nicht von selbst brutfrei wird, dann haben die Bienen keinen Überfluss und der Imker sollte vielleicht mal zu Gunsten der Bienen auf die Ernte verzichten. Füttern macht schließlich auch Arbeit und birgt Risiken. (Räuberei)

LG Johannes

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon biene1.0 » Do 23. Jun 2016, 22:51

Hallo Johannes,
danke für den Gedanken, dass die Bienen u.U. keinen Überschuss haben und der Imker auf die Ernte (in diesem Volk) mal verzichtet.
Die Verfahrensweise mit den Halbzargen habe ich auch vor. Z.Z. baue ich meine erste Warre-Beute mit ganzem Brutraum (48 cm hoch). Die aufzusetzenden Halbzargen erhalten (Halb-)Rahmen. Im Brutraum ebenfalls.
Somit habe ich den Vergleich zu den Arbeit mit Wabenträgern.
In meinem Arbeitsraum liegt zwar ein Absperrgitter, aber ich habe es nie eingesetzt. In den vorbereiteten HR habe ich den Wabenabstand auf 38 mm vergrößern. Reicht das, damit Dickwaben entstehen, die nicht so gern bestiftet werden. Aber die Halbzargen wären dann noch ein weiterer Beitrag zur Brutlosigkeit in den HR.
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon Johannes-Mellifera » Fr 24. Jun 2016, 05:05

Hallo Harald

Von Dickwaben halte ich nicht viel. Die sind in meinen Augen unnatürlich und können deshalb der Harmonie des Volkes wohl kaum dienlich sein.
Bei mir haben alle Waben den gleichen Abstand und die Bienen treffen selbst ihre Entscheidung.

Es ist ein viel einfacheres Arbeiten, wenn man sich nach den Bienen richtet und sie entscheiden lässt, als ihnen seinen Willen aufzuzwingen. ... Meine ganz persönliche Meinung.

LG Johannes

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon zaunreiter » Fr 24. Jun 2016, 07:32

Wie viele Völker mit Dickwaben hast Du denn schon gehabt? Basiert deine Meinung auf Erfahrung?
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon Johannes-Mellifera » Fr 24. Jun 2016, 08:42

Nein. Es ist wie oben geschrieben "meine ganz persönliche Meinung" und nicht mehr. ;)
Jeder kann das halten wie er will. Aber ein Volk in der Klotzbeute oder im Stülper baut auch nicht aus lauter Freude Dickwaben. Warum sollte ich es meinen Bienen vorschreiben und damit der Königin und dem Volk meinen Willen aufzuzwingen?

Ich fahre sehr gut mit meiner Betriebsweise. Und nur das zählt für mich.
Ich bin nur am Wochenende zu Hause bei meinen Bienen. Die Bienen müssen zufrieden sein und ihr Leben selbst organisieren. Dann machen sie auch die wenigste Arbeit. Schwarmstimmung hatte nicht mal 1/5 meiner Völker und Honig hab ich reichlich. ... So falsch kann mein Empfinden nicht sein. Aber es gibt natürlich noch viele andere Wege zum Ziel.

LG Johannes

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Re: Honigernte Brutfreiheit durch Absperrgitter

Beitragvon biene1.0 » Fr 24. Jun 2016, 15:05

Hallo Bernhard,
na eben: noch keins. Die Erfahrungen hat mein langjähriger Imkerfreund gemacht, da habe ich (und die Meisten anderen) noch nicht an Bienen gedacht. Er arbeitet heute noch damit.Seit mehr als 3 Jahrzehnten!
Gruß
Harald
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