Presshonig: Ein paar Fragen

Alles rund um die Honigernte.
Immenpension
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon Immenpension » Fr 17. Jun 2016, 21:37

ei wirklich sauber gearbeitetes Teil! und fast zu schade zum benutzen.

dagegen sieht meine selbst gebastelte Obstpresse richtig stümperhaft aus, mal abgesehen davon, daß irgend welchen fingerdicken Maden das durchtränkte Holz besonders gut geschmeckt hat, die da riesiege Löcher reingefressen haben. Vielleicht sollte ich mal die zerfressenen Seitenteile erneuern und einen Pressversuch mit Honig starten.

wie macht man das dann ? wie beim Obst, mit mehreren dünnen Lagen? oder kann da gleich eine größere Menge in den Press-Sack gegeben werden?
Grüße vom Karle




Keine Tierversuche!...? aber wie ist das mit der Bienenhaltung?

Wolfram
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon Wolfram » Fr 17. Jun 2016, 22:20

Hallo Karl,
nee nee da passen schon ca. 10 Liter mit mal rein.
Alles in einem Presstuch.
Presssack haben wir auch versucht. Endete mit einem Pufffff und viel gematsche.
Kannste fast mit ein paar Fingern pressen. Dann raus und kneten und wieder von vorn.
Ist halt so dafür gemacht.
Gruß
Wolfram

KMP
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon KMP » Mi 6. Jul 2016, 13:09

Heute ist wetterbedingt meine kleine Honigernte ausgefallen. Ich habe also die Zeit genutzt um meine Presse genauer anzuschauen und in Ordnung zu bringen.

Es handelt sich um die Dema Edelstahl Spindel Presse V20 Inox 10 Liter. Meine wurde leider ohne Schmierfett oder nützliche Bedienungsanleitung geliefert worden. Was ich jetzt schreibe, empfehle ich als Vorbereitungen zur Inbetriebnahme.

1) Druckplatte entfernen und entfetten
2) Spindel herausschrauben und entfetten
3) Als nötig sehr scharfe Kanten auf dem Spindel, Druckplatte usw. mit Feile glätten.
4) Spindel und Druckplattensockel mit lebensmittelechtem Schmierfett or Spray schmieren
5) Alle Teile wieder zusammen bauen und wo nötig nochmal abwischen.
6) Presse an einem lackierten Holzbrett montieren (3 Schrauben/Bolzen)
7) Presse gut abspülen/abwischen.

Meine Presse wurde mit einem schmutzigen Fett auf dem Spindel geliefert. Es soll entfernt werden. Es gibt lebensmittelechte Entfettungsmitteln, aber da ich mein Honig nicht in Verkehr bringe, habe ich ein "Entfettungsmittel auf Zitrusbasis" geonommen (wird auch für die Fahrradkette benutzt). Ist leider nicht geruchlos, wird aber zu meinem Zweck reichen, denke ich. Ich musste zweimal entfetten und abspülen (das macht man lieber draußen) und eine Bürste hat geholfen.

Lebensmittelechtes Schmierspray kann man zur gleichen Zeit mit der Presse kaufen (oder hier: http://www.vikon-gmbh.de/VIKON-Lebensmi ... ray-400-ml), aber da habe ich auch eine für den Eigenbedarf praktische Lösung gefunden: Vaseline aus der Drogerie. Dieser Hinweis kam aus einem "Obstpressforum", glaube ich (und ähnliche Produkte für die Obstpresse habe ich schon gesehen, z.B. "Petro-Gel Lubricant").

Nach der Reinigung sind mir einige scharfe Kanten aufgefallen. Zuerst auf dem Spindel -- die Endgewinde waren nicht in Ordnung. Auch anderswo waren Stellen wo das Wischtuch klemmt und dann Fasern hinterlässt, was nicht erwünscht ist. Mit einer Feile konnte ich das alles schnell in Ordnung bringen.

Ich habe es noch nicht getan, aber ich empfehle sehr das Ding fest am Tisch bzw. an einem Brett zu montieren (die man dann später fest klemmen kann).

Und so habe ich jetzt eine saubere Presse und warte nur auf einen schönen warmen Morgen ohne Sturmwind und Regen.
Kevin Pfeiffer - Kleinimker seit 2012

Jens vom Fuchsberg
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon Jens vom Fuchsberg » Do 7. Jul 2016, 19:07

Hallo Kevin,

toller Beitrag. Hab mir die selbe Presse zugelegt und das selbe Prozedere durchgeführt. Hat alles Hand und Fuß was Du schreibst ;)

Beste Grüße,
Jens
Bienenhüter seit 2015 (Bienenkiste; Warré)

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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon biene1.0 » Do 7. Jul 2016, 20:04

Hallo Kevin,
schön, dass es "Presshonigimker" gibt.
Für den Kleingebrauch macht es sicher auch eine Kartoffelpresse wie sie z. Bsp. in Thüringen beim Herstellen der Thüringer Klöse in Gebrauch ist.
Eben habe ich mir eine Gebrauchte preisgünstig zugelegt. Ich denke, dass sie für 3 bis 4 Völker ausreicht.
Zu den Presstüchern könnte ich noch ein paar Informationen gebrauchen.
Gruß
Harald
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon KMP » Fr 8. Jul 2016, 23:36

biene1.0 hat geschrieben:Für den Kleingebrauch macht es sicher auch eine Kartoffelpresse wie sie z. Bsp. in Thüringen beim Herstellen der Thüringer Klöse in Gebrauch ist. [...]Ich denke, dass sie für 3 bis 4 Völker ausreicht.


"Für ein Volk" hätte ich gesagt, aber das muss man selbst entscheiden. (Aber 2 Völker reichen für mich auch mit der 10-Liter-Presse. Bei der 2. Füllung der Presse an einem Tag erinnerte es mich zu sehr an Arbeit.)

Das Presstuch hat den Vorteil, dass man die Masse (mit etwas Mühe) intakt aus der Presse zum drehen/umpositionieren kriegt.

-Kevin
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon Claudia.1977 » Sa 9. Jul 2016, 11:16

hi, wenn du die Zargen unterschiebst => bebrütete Honigwaben auspresst => ist pressen eine schwere körperliche Anstrengung... = mich nervt es schon sehr 10 bebrütete Zargen zu verarbeiten und wünsche mir eben eine Olvienpresse (weiter vorn verlinkt).

(Wird Jungfernwabenbau verarbeitet => Ist die Verarbeitungl leichter)
liebe Grüße Claudia
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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon jonas » Sa 9. Jul 2016, 19:15

Schon ab 3 Zargen ist es Arbeit :D
Olivenpresse ist super. Du kannst dir die gerne anschauen kommen.
Ich habe für dieses Jahr noch ein Heizkübel mit Doppelfilter. Letztes Jahr sind die normalen Doppelsiebe sehr schnell zu gewesen.

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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon zaunreiter » Sa 9. Jul 2016, 20:41

Tim Malfroy aus Australien geht stramm auf die 400 Warrévölker zu und er hat natürlich eine ganze Menge Honig in Stabilbauwaben. Er verkauft einen Teil als Wabenhonig und den größeren Teil aber schreddert er und läßt den Honig ablaufen.

So macht es auch Giles Dennis aus Frankreich, ebenfalls mit vielen Warrévölkern (500 Völker), davon ein Drittel in Stabilbau.

Es bleibt natürlich Honig imm Wachstrester zurück, sehr viel Honig sogar. Tim hat das zuerst gepresst, schwenkt jetzt aber um auf einen sogenannten Direktschmelzer. Das ist ein Gerät, das hat eine Wanne, wo das Honig-Wachs-Gemisch reinkommt. Dann kommt ein Deckel drauf und der Deckel ist beheizt. Nun passiert das Folgende: das Wachs schwimmt oben auf, die Hitze kommt von oben und schmelzt das Wachs ein, während der Honig unter der Wachsschicht erstmal vor der Hitze geschützt ist. Ich habe auch so'n Ding in größerer Ausführung. Das funktioniert sehr gut - ohne Hitzeschäden am Honig. Ich habe allerdings ein Gerät mit kontinuierlichen Durchfluss, aber das wird nicht entscheidend sein.

Jedenfalls wäre es doch mal eine Sache für die Tüftler hier unter uns, das Prinzip in kleinerem Maßstab nachzubauen. :idea:
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Presshonig: Ein paar Fragen

Beitragvon zaunreiter » Sa 9. Jul 2016, 20:49

Ha, das gibt es sogar schon in einer kleinen Mini-Ausführung! Dana Api Mini Melter!

Siehe: http://www.swienty.com/shop/vare.asp?si ... eid=104422

Allerdings ist der Preis nicht gerade Mini... :shock:

Das ist der von Tim: http://www.swienty.com/brugerdir/websho ... Img500.jpg

Oder hier: http://www.swienty.com/brugerdir/websho ... 000064.pdf

Der hat oben und unten eine Heizung. Unten nur bis 30 Grad Celsius einstellen, oben wenn voll ist dann aufdrehen.

Kann man das nicht in kleinem Maßstab nachbauen? Mit einem Föhn? (Stromverbrauch, uh oh...)
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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