Bezeichnung und Preis von Honig

Alles rund um die Honigernte.
Stephan
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Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon Stephan » Sa 6. Jun 2015, 09:08

Hallo Zusammen,
ich bin jetzt im 3. Jahr meines Imkerdaseins habe 8 Völker (eine Bienenkiste, 7 Warre).... ich renche damit das ich diesen Sommer 2-3 Zargen ernten kann.
In dieser Saison werde ich zum ersten mal mit einer Obstpresse aus Edelstahl pressen.

Wie bezeichne ich meinen Honig korrekt?
Press-Blütenhonig, gepresseter Blütenhonig oder wäre nur Presshonig auch in Ordnung bzw. ist nur Blütenhonig erlaubt?

und kann ich "aus wesensgerechter Bienenhaltung" bzw "aus Naturnaher Bienenhaltung" auf das Ediket schreiben?

Wenn ich unser Eigenbedarf und das oblikatorische "auf gute Nachbarschaft" für die Anwohner meiner 2 Stände abziehe bleibt nicht viel zu verkaufen. Aber ich denke ne Preisliche Hausnummer sollte ich schon haben, da ich gerne ab nächstes Jahr (soweit die Bienen mitmachen) an der Haustüre meien Honig verkaufen würde. Der Fichten/Tannenhonig vom örtlichen Imker kostet im REWE ca. 9€, am Marktstand auch.
Ich würde jetzt einfach mal mind. 13,50€ für 500g sagen. Was denk Ihr zuviel/zuwenig????

Und ich würde gerne einen Flyer entwerfen auf dem kurz die wesentliche Merkmale/Unterschiede erklärt werden, was das überhaupt ist "naturnah" "wesensgerecht" und den mit jedem Glas Honig mitgebe? Bedeutet natürlich im Umkerschluss für den Imker aus dem Rewe dass er sich eventuell vor seiner Kundschaft erklären muß. Zu agressiv???

Grüße
Stephan

Wolfram
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon Wolfram » So 7. Jun 2015, 00:17

Hallo Stephan,
tja das ist so eine Sache.
Dein Preis .... hmmm wenn du die Kunden findest ist er ok.
Wenn nicht ... dann runter gehen ist auch nicht gerade überzeugend.
Betrachtet man das ganze mit grünen Augen kann man es sicherlich versuchen.
Wir haben schon eine Verkaufsstelle wo wir die besserbetuchten Kunden erreichen werden. Aber auch da oder gerade da musst du das Produkt dementsprechend verkaufen.
Natürlicher Wabenbau, freies Schwärmen, Pressen der ganzen Waben, hoher Pollenanteil und was einem sonst noch so einfällt muss schon deutlich dabei rüberkommen.
Nur einfach mein Honig ist besser reicht für einen hohen Preis nicht aus.
Ein Infoblatt ist sicherlich hilfreich. Sollte aber auch nicht aussehen wie im Kinderbuch.
Ein hochwertigeres Glas ist sicherlich auch Pflicht oder man argumentiert rein über das Produkt.

Aber wir fangen ja gerade mal an mit Naturbauhonig.
Da gibt es sicherlich den ein oder anderen der seinen Honig schon länger vermarktet.
Ich finde die Frage schon interessant.
Also Honigverkäufer des wertvollen Presshonigs meldet euch.
Gruß
Wolfram


Claudia.1977
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon Claudia.1977 » Di 9. Jun 2015, 18:18

Hallo Stephan,

der Preis setzt sich mind. soooo zusammen:
+ überwintern Deine Bien auf eigenen Honig?
+ Glaspreis
+ Honiganalyse
+ Werkzeug, Lehrgänge, Literatur, Beuten, Farben, Mitgliedschaften, geeichte Waage, AS, OS .... durch 10 Jahre teilen und mit der Jahresernte vergleichen.
(Rechne vielleicht noch Ausfälle, durch Krankheiten o.ä. mit ein? Steuerberater?)

= im groben, der Kostenfaktor.

Außerdem, würde ich meinen kostbaren Honig nicht in 500g Gläser füllen, sondern eher in 125g Gläser.
grüßend claudia
liebe Grüße Claudia
Warré/ TBH, 2014 www.Oekobeute.de
Bienenkugel, 2016 https://www.bienenkugel.de
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auberg
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon auberg » Mo 15. Jun 2015, 14:19

Geht es Dir allein um (honigliche) Selbstversorgung oder ist Dein - mittelfristiges - Ziel auch der (pekuniäre) Gewinn?

Für Deine Selbstversorgung ist Dein Völkerbestand vermutlich zu groß (irgendwann wirst Du mehr als 2 Zargen Honig aus 8 Völkern ernten) und es stellt sich die Frage, warum Du Dir die Arbeit mit 8 Völkern machen willst wenn es auch 4 tun.

Verfolgst Du Gewinnabsichten ist Dein Bestand zu klein. Leg' mal die gesamten Kosten aus 10 Jahren auf 800 kg (10 Jahre x 8 Völker x 10 kg) Überschuss um; Du wirst kaum auf einen marktfähigen Preis kommen. Zu den von Claudia genannten Kosten kommen wenigstens noch Fahrt-/Transpostkosten, Dein (wie niedrig auch immer angesetzter) Arbeitslohn und die Mehrwertsteuer hinzu; genaueres können Dir hier vielleicht noch die Profis sagen.

Wie Claudia schon schrieb solltest Du den Honig vielleicht in kleinere Gläser abfüllen; da diese allerdings genauso teuer sind wie 500g-Gläser würde sich dadurch bei einem 125g-Glas der Verpackungskostenanteil pro Kilo vervierfachen.

Thomas

Claudia.1977
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon Claudia.1977 » Mo 15. Jun 2015, 21:12

- Fahrt-/Transpostkosten wie Lehrgänge / Verkauf / Wanderung
- (wie niedrig auch immer angesetzter) Arbeitslohn (->auch für lesen von Literatur, Internetrecherche)
- online Zugang... Homepagekosten, Handykosten ...

anders gerechnet:
Rechne den Ertag (60-120kg?) aus konventioneller Bienhaltung in Euro aus und vergleiche Deinen Ertrag gegen.

Natürlich kann man auch mit einer Warré Beute, TBH.... konfentionell imkern...
claudia
liebe Grüße Claudia
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Stephan
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon Stephan » Mo 15. Jun 2015, 22:07

OK, da sind wir dann schon in der Betriebswirtschaft. Ich habe momentan einfach Spaß an den Bienen und würde gerne das was ich für den Eigenbedarf nicht brauche an der Haustüre verkaufen. Daher auch die Frage des Preises. Auch längerfristig würde ich das so im Bereich "Urlaubskasse" ansiedeln. Und ich würde gerne ein besonderes und qualitativ hochwertiges Lebensmittel anbieten. Daher auch pressen und nicht schleudern.

Also 250gr Gläser finde ich gut. Da ich keine Sorten Honige habe finde ich kleinere Gläser einfach zu klein. Ein gutes Glas Hoinig im Schrank soll ja auch ne Weile halten.

Grüße Stephan

KMP
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon KMP » Di 16. Jun 2015, 07:22

Interessante Diskussion.

Der Tipp mit den kleineren Gläsern ist gut -- die Menge ist recht klein, aber der Preis bleibt meistens noch ziemlich hoch, im Sinne von "ein Hauch Luxus".

Allerdings weiß ich nicht wie gut "ein Hauch Luxus" an der Haustür geht. Nachbarkunden, würde ich denken, erwarten beim Honig direkt von Imker eine gute, verlässliche Qualität zum "fairen" Preis, also ungefähr zum "üblichen Preis in der Gegend". Bei uns (Berlin-Marzahn) scheint das EUR 4,50 pro 500g Glas (direkt vom Imker) zu sein, was ich für fürchtbar billig halte (ich verkaufe keinen Honig), aber so ist es. Da könnte der nächste Imker um die Ecke dann vielleicht 5,00 verlangen, aber 10,00/Glas z.B. wird er wohl nicht bekommen, denke ich.



-Kevin
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auberg
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon auberg » Di 16. Jun 2015, 08:30

Stephan hat geschrieben:Auch längerfristig würde ich das so im Bereich "Urlaubskasse" ansiedeln.


Du solltest nur sicherstellen, dass Du dabei in die und nicht aus der Urlaubskasse wirtschaftest ;) .

Ich würde mir überlegen, ob sich der Aufwand bei Deiner Völkerzahl und Betriebsweise lohnt.

- Um Deine Kunden längerfristig zu binden müsstest Du einen (ausreichenden) Überschuss sicherstellen, auch in schwachen Jahren.
- Du müsstest - wie schon geschrieben wurde - einigen Aufwand und auch Geld für die Bewerbung Deines besonderen Produktes betreiben, ein Blechschild "Honig vom Imker" an der Hauswand dürfte nicht reichen, wenn man 6-7 Euro für ein 250g Glas verlangen will. Und hast Du Lust, jedem Interessenten, der unangekündigt bei Dir schellt, einen Vortrag über Presshonig, Naturbau etc. zu halten?

Falls Du in einem Imkerverein bist und dieser auf einem Weihnachtmarkt oder anderen Veranstaltungen mit einem Verkaufstand vertreten ist würde ich versuchen, in diesem Rahmen den Überschuss zu verkaufen. Dabei würde ich unter dem doppelten Preis für Schleuderhonig bleiben. Wenn also die KollegInnen das 500g-Glas für 5 € anbieten nimm 4,50 € für's 250g-Glas.

Schöne Grüße

Thomas

Stephan
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Re: Bezeichnung und Preis von Honig

Beitragvon Stephan » Mi 17. Jun 2015, 16:57

Ja, an das ständige Geklingel an der Tür habe ich auch schon gedacht... Meine vorläufige Idee war so nen Automaten wo man in der Bar kleine Dosen mit Nüssen ziehen kann an die Straße zu stellen.


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