Detaillfragen zur Honigernte

Alles rund um die Honigernte.
Eberhard
Beiträge: 5
Registriert: Mi 20. Aug 2014, 18:10

Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon Eberhard » Mi 20. Aug 2014, 18:32

Hallo, ich habe 4 Völker auf Warre, von denen ich dieses Jahr bei 3 Honig ernten werde.
Nachdem im letzten Jahr ein großes Schlachtfeld mit viel süßer Schweinerei entstanden ist, wollte ich dieses Jahr schlauer sein und habe mir eine Bienenflucht nach den Maßgaben aus diesem Forum gebaut.

Grundsätzlich habe ich aber folgenden Fragen und möchte mal hören, wie ihr damit umgeht, bzw. wie es bei Euch ist:
Die Bienen überwintern auf 2 Zargen. Im Frühjahr habe ich 2 leere Zargen mit Oberträgern und Anfangsstreifen untergestellt. Soweit, sogut.
Allerdings halten sich meine Bienen daran nur bedingt an meine Vorgaben und bauen teilweise auch quer, was mich nicht stört. Allerdings bauen sie auch die einzelnen Zargen trotz Oberträgern von oben nach unten weiter, so dass eine Trennung der Zargen ohne eine große Schweinerei nicht möglich ist. Da die Bienen ja wieder auf 2 Zargen überwintern sollen, muß ich aber im Vorfeld der Ernte wissen, wie weit nach unten der Turm ausgebaut ist. Wie löst ihr dieses Problem?
Ich habe heute mal versucht, die obere Zarge runter zunehmen, um die Bienenflucht zwischenzuschieben.
Die Bienen hatten einen schlechten Tag, waren trotz Rauch äußert griffig und hatten nur Krawall im Sinn. Ich versuchte die Zargen mit dem Messer zu trennen, was nur bedingt gelang. Da ich keinen Honigeimer mit hatte und es mir nicht gelungen war, die obere Zarge sauber zu trennen, habe ich es auf morgen verschoben.
Ich möchte mit der Ernte auch nicht mehr lange warten, da die Voroenzählung eine Behandlung deutlich anzeigt.
So und jetzt ihr.
D A N K E

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4649
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon zaunreiter » Mi 20. Aug 2014, 20:31

Moin Eberhard,

öfter mal die Völker nachsehen hält die Zargen mobil. Zur Lösung der jetzigen Situation: Am besten mit einem feinen Draht die Zargen trennen, aber aufeinander stehen lassen. Dann ein paar Stunden/einen halben Tag warten. Die Bienen schlecken all den Honig auf, so daß der Trennschnitt nun trocken ist und nicht mehr tropft und auch keine Räuber anlockt.

Nicht zuviel Rauch verwenden, die werden dann orientierungslos und dann wieder aggressiv. Den Stockmeißel zwischen die Zargen schieben, leicht anhebeln, nur ein paar Millimeter. Dann mit dem Smoker Rauch in den Spalt geben. Ruhig über die ganze Länge. Dann kannst Du die Zarge abheben und auf das Gestell abstellen.

Viele Grüße

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

stefanzo
Beiträge: 322
Registriert: So 5. Feb 2012, 20:20
Wohnort: Frankenburg

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon stefanzo » Mi 20. Aug 2014, 20:58

Hallo Eberhard!
Bisher hatte ich, Gott sei Dank, noch nie das Problem mit zusammengebauten Zargen. Dazu eine Frage, stehen deine Beuten auch wirklich schön waagrecht? Aber sollte mir dies auch einmal passieren, so würde ich es mit einer Gitarrensaite probieren die Zargen vorsichtig zu trennen. Schlägt man kleinere Schwärme in die Warrebeute ein, so tendieren diese eher zum Querbauen als größere. Bei der Honigernte, gehe ich wie folgt vor: Zuerst drei Rauchstöße ins Flugloch, etwas warten bis das Volk leicht aufbraust, dann das Abdecktuch leicht anheben und auch von oben ein paar kleine Rauchstöße geben, wieder kurz warten, anschließend stelle ich alle Zargen zur Seite, und beginne mit der Durchsicht an der untersten Zarge, die Zargen der Reihe nach wieder zurückstellen, bis zu jenen Zargen die ich ernten will, auch diese stelle ich wieder zurück, aber treibe die Bienen nun mit reichlich Rauch aus der Zarge, hebe diese wieder ab und gebe sie einem Helfer, welcher diese Zarge wegträgt, und mit einem Tuch abdeckt. Wichtig ist bei der Durchsicht immer an der untersten Zarge zu beginnen, sonst werden die Bienen von Zarge zu Zarge nervöser. Warre hat dies in seinem Buch besser beschrieben, als ich hier, am besten noch einmal nachlesen.
mfg stefanzo
ps. Hoppala, habe gerade gesehen Zaunreiter hat dir schon einen guten Rat gegeben, aber ich schicks jetzt trotzdem noch ab.
Zuletzt geändert von stefanzo am Mi 20. Aug 2014, 21:38, insgesamt 2-mal geändert.

Eberhard
Beiträge: 5
Registriert: Mi 20. Aug 2014, 18:10

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon Eberhard » Mi 20. Aug 2014, 21:22

Danke rstmal für die Antwort!
zaunreiter hat geschrieben:öfter mal die Völker nachsehen hält die Zargen mobil.

gut, hätte mann können. Warre meint aber: nicht so oft aufmachen...., eigentlich nie.

Zur Lösung der jetzigen Situation: Am besten mit einem feinen Draht die Zargen trennen, aber aufeinander stehen lassen. Dann ein paar Stunden/einen halben Tag warten. Die Bienen schlecken all den Honig auf, so daß der Trennschnitt nun trocken ist und nicht mehr tropft und auch keine Räuber anlockt.
ich habe mit dem Stockmeißel nur leicht angelupft und gesehen, dass ich die Oberträger der unteren Zarge mit anhebe, und dann fehlte mir einfach eine Hand....
Nicht zuviel Rauch verwenden, die werden dann orientierungslos und dann wieder aggressiv.
Den Stockmeißel zwischen die Zargen schieben, leicht anhebeln, nur ein paar Millimeter. Dann mit dem Smoker Rauch in den Spalt geben. Ruhig über die ganze Länge. Dann kannst Du die Zarge abheben und auf das Gestell abstellen.

so werd ich´s morgen machen


Eberhard
Beiträge: 5
Registriert: Mi 20. Aug 2014, 18:10

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon Eberhard » Mi 20. Aug 2014, 21:25

Hallo Lorenzo

stefanzo hat geschrieben:.... stehen deine Beuten auch wirklich schön waagrecht? ....., nein sie stehen schön Senkrecht.

.... es mit einer Gitarrensaite probieren die Zargen vorsichtig zu trennen.


Gitarrensaiten habe ich reichlich!! Danke super Tip

stefanzo
Beiträge: 322
Registriert: So 5. Feb 2012, 20:20
Wohnort: Frankenburg

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon stefanzo » Mi 20. Aug 2014, 22:23

eberhard hat geschrieben:ich habe mit dem Stockmeißel nur leicht angelupft und gesehen, dass ich die Oberträger der unteren Zarge mit anhebe, und dann fehlte mir einfach eine Hand....

Das klingt für mich so, als ob du die Oberträger nicht mit Drahtstiften festgehaftet hättest. Leichte Verbindungen sind in der original Betriebsweise möglich, darum hat Warre die Oberträger auch angenagelt. In diesem Falle könntest du evtl. die Oberträger auch leicht mit dem Stockmeisel wieder nach unten drücken, aber das kann ich hier nicht über das Internet beurteilen. Auf jeden Fall wünsche ich dir eine gute Honigernte, und vielleicht erzählst du uns hier dann auch wie es dir ergangen ist.
mfg stefanzo

Eberhard
Beiträge: 5
Registriert: Mi 20. Aug 2014, 18:10

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon Eberhard » Fr 22. Aug 2014, 15:38

Gestern habe ich nun die drei Völker durchgesehen und die Zargen mit dem Draht getrennt.
Volk 1 ( Schwarm aus diesem Jahr) hatte zwei Zargen voll mit Honig, eine ausgebaute ohne Honig und wenig Brut die vierte (unterste) Zarge war nicht ausgebaut. Nach dem Einbau der Bienenflucht gestern war heute die oberste Zargen Bienenfrei. Das Gesamtgewicht der Zarge beträgt 19,6kg.

Volk 2 hatte zwei Zargen voll mit Honig, eine ausgebaute ohne Honig und ohne Brut die vierte (unterste) Zarge war nicht ausgebaut. Unten auf dem Gitterrost waren Spuren von Kalkbrut.
Nach dem Einbau der Bienenflucht gestern waren heute beide Zargen voller Bienen. Ich mußte gar nicht öffnen, da ich bei diesem Volk Guckfenster habe.
Ich gehe mal davon aus, das in beiden Zargen Brut ist, wo sich die Königin aufhält, kann ich nur raten. (eher unten?!)
Frage an die Experten/Rinnen : Wie gehe ich vor?
Bei diesem Volk bin ich nicht unter Zeitdruck, die Varoazählung hat eine Befall von 5 Milben nach 2 Tagen ergeben.
Ich würde die Bienenflucht jetzt wieder ausbauen und in 4 Wochen sie erneut einsetzen.
Was meint ihr?

Beim dritten Volk war die Kontrollergebnis wie beim zweiten, incl. Kalkbrutspuren auf dem Gitterboden. Dort habe ich die freie Bienenflucht eingesetzt.
Mal sehen, wie es dort morgen aussieht.

Benutzeravatar
Rumpel
Beiträge: 2396
Registriert: So 10. Feb 2013, 15:08
Wohnort: 707 m ü. NN

Re: Detaillfragen zur Honigernte

Beitragvon Rumpel » Fr 22. Aug 2014, 18:07

Volk 1 ( Schwarm aus diesem Jahr) hatte zwei Zargen voll mit Honig, eine ausgebaute ohne Honig und wenig Brut die vierte (unterste) Zarge war nicht ausgebaut.

Die zwei untersten weg denn wäre im Winter schön kuschelig.
Die vierte gleich weg, und die dritte im Oktober.
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe


Zurück zu „Warré-Honigernte“