Probleme bei Ablegerbildung

Wie bilde ich mit dem Warré-Bienenstock Ableger?
2weiund2wanzig
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Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon 2weiund2wanzig » Fr 26. Jun 2015, 18:08

Ich habe genau vor 20 Tagen aus einem 3-zargigen Volk einen Ableger gemacht. Der Teil mit der alten Königin kam an einen neuen Platz und hat sich bis jetzt quasi gar nicht entwickelt. Bei erster Kontrolle heute sehe ich keine Brut aber ganz oben zwischen den Waben eine verdeckelte Weiselzelle.
Das macht für mich keinen Sinn - außer die Königin ist kurz nach dem Teilen gestorben oder?

Das Ablegervolk, das eine neue Königin bauen sollte hat das anscheinend geschafft, es gibt neue Brut und es fliegen viele Arbeiterinnen.

Und jetzt die Frage: Die beiden Teilvölker tauschen und dem "Schwächling" alle Flugbienen geben und ggf. bei Mißerfolg vereinigen? Oder sofort vereinigen? Oder einfach stehen lassen und abwarten?

Danke schon mal für eure wertvollen Tipps!

dornbusch
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon dornbusch » Mo 29. Jun 2015, 10:41

Hallo 22,

ich habe da in diesem Jahr auch schon versucht, ist nicht übermäßig gelungen. Ich hatte dazu auch Anfang Juni ein Post. Lass mal alles wie es ist, nicht auch noch das andere Volk schwächen. Die Königin braucht auch ein wenig bis sie beginnt Eier zu legen. Geduld, beobachten, lernen.

Gruß hagen

isartaler44
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon isartaler44 » Mo 10. Aug 2015, 22:04

Hallo 22,

ich weiß zwar nicht, wie Du den Ableger gemacht hast, aber vermutlich ist die alte Königin im Ablegervolk gelandet. Nach 20 Tagen dürfte da sonst kaum noch Brut sein, wo sollte die denn herkommen, wenn eine neue Weisel erst "herangezüchtet" werden muß. -

Am besten ist es, darauf zu achten, dass sowohl im Ableger wie auch im Muttervolk offene Brut ist. Wenn das der Fall ist, dann ist es wurscht wo die Königin sitzt, dann schaffen sich die Bienen ohne Königin auf jeden Fall sofort einige Weiselzellen damit es bald eine neue Weisel gibt.
Bis diese aber in Eiablage geht, dauerte es ca. 5-6 Wochen, erst dann gibt es ordentlich Polleneintrag und nochmal 2 Wochen später nimmt die Volksstärke wieder signifikant zu.

Bei mir funktioniert die Ablegerbildung so:
1.) Zeitpunkt:
Ableger frühzeitig bilden, so um den 15.-25.Mai rum, damit das Volk noch genug Zeit hat, sich zu entwickeln, auch früh am Tag, damit man noch Bienen zufliegen lassen kann (s.Punkt 6).

2.) Vorbereitungen:
- Das "Mutter"-Volk, aus dem der Ableger gebildet werden soll wird vorübergehend an einen anderen Platz gestellt (2-3 m entfernt).
- Die Ableger-Beute, bestehend aus zwei Zargen, kommt an die Stelle des Mutter-Volkes.

3.) Jetzt geht's los:
Aus dem "Mutter"-Volk, das nach dem Untersetzen von 2 Leerzargen Ende März/Anfang April jetzt auf 4 Zargen sitzt, entnehme ich aus der obersten Zarge, nach Trennung der Wachsbrücken die 4 mittleren Waben. Dort ist meistens noch offene Brut zu finden, eine Voraussetzung dafür, dass die Sache klappt.
Um die Königin kümmere ich mich dabei nicht (die hat meistens weiter unten zu tun).
Falls die Brut schon komplett verdeckelt ist, nehme ich noch eine mittlere Wabe aus der Zarge drunter. Dort ist bestimmt offene Brut vorhanden.

4.) Ableger schließen:
Diese 4 oder 5 Waben setze ich in die Mitte der leeren oberen Ableger-Zarge, rechts und links davon kommen je 2 Oberträger mit Wachsstreifen, bzw. ein Oberträger bei 5 Waben. Obendrauf kommen 1-2 kg Futterteig, dann Deckel drauf und fertig.
Die Leerzarge drunter hat Oberträger mit Wachsstreifen und ganz unten den Warre-Boden.

5.) Mutter-Volk schließen:
Im Mutter-Volk werden die jeweils 2 äusseren Waben im die Mitte gesetzt, rechts und links davon kommen je 2 Oberträger mit Wachsstreifen. Falls ich eine 5. Wabe aus der Zarge drunter entnommen habe, werden drei Waben in die Mitte gesetzt und an den Rand kommt ein Oberträger mit Wachsstreifen.

6.) Dem Ableger Bienen zufliegen lassen:
Da die Bienen des Muttervolkes an ihren alten Platz zurückfliegen, verstärken sie den Ableger. Je nach Flugverkehr (Flugloch beobachten), hat der Ableger einigen Stunden genug Bienen. Jetzt verschließe ich das Flugloch (gut gelüftet) des Ablegers und stelle ihn 2 Tage in die dunkle Garage (ein kühler Keller wäre besser, habe ich aber nicht) und das Mutter-Volk zurück an seinen alten Platz.

7.) zur Frage: Wo ist die Königin?
Normalerweise im Muttervolk, weil sie weiter unten sitzt.
Da aber in beiden Stöcken offene Brut ist, ist es egal, wo die Königin sitzt. Das Volk ohne Königin wird sich aus der offenen Brut sofort Weiselzellen schaffen. Nach ca.6 Wochen sollte sie normalerweise in die Ei-Ablage gehen, Nach 6-8 Wochen, also in der 1. Julihälfte muß ordentlich Polleneintrag erfolgen.

8.) Sonstiges: Varroabehandlung Ende Juli

mit Imker-Gruß,
Alexander (alias Isartaler44)

isartaler44
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon isartaler44 » Sa 22. Aug 2015, 18:59

Hallo Impler,

auf Nachschaffungsköniginnen - auch wenn das eine "Notlösung" ist - setze ich, weil die Bienen besser wissen als ich, ob diese Nachschaffungskönigin brauchbar ist oder nicht. Öfter mal weiseln sie dann in aller Stille um, sie wissen's halt - und ich habe keine Arbeit.

Da ich mich für Stabilbau entschieden habe, habe ich keine Rähmchen zum Abkehren für die Schwarm"vorwegnahme". Aber in der nächsten Saison werde ich es vielleicht mal mit dem Freiluft-Kunstschwarm versuchen. Das schafft Entlastung auch bei der Varroa.

mit Imkergruß!
isartaler44

stefanzo
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon stefanzo » Sa 22. Aug 2015, 22:10

Die Nachschaffungszelle ist eineNotlösung, das Umlarven eine Zwangsmethode, die Schwarmzelle ist eine Königin die ich am liebsten habe. Meiner Meinung nach sind alle Methoden gut, nur der Schwarm ist die beste Lösung.
mfg stefanzo

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edlBeefit
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon edlBeefit » So 23. Aug 2015, 06:16

Also@2weiund2wanzig

Da ist 100% tig die Kö im Ableger gelandet, ist gar nicht anders möglich, denn in 20 Tagen legt keine NSK

Und darum hast auch eine NSZ im alten Kasten, und dort kann natürlich nach 20 Tagen nichts los sein
Gruss Kurt Edlinger

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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon biene1.0 » So 4. Jun 2017, 22:29

hallo,
die Überschrift ist gerade recht. Ich habe mit den Ablegern, bzw. mit einem.
Im Mai habe ich nach Warre ein Volk geteilt. Habe schnell herausgefunden wo nachgeschafft wird. Der Teil ohne Königin war so stark, das ich nach dem Ansetzen von Königinnenzellen diese und die Waben sowie die Bienen auf zwei Zargen aufgeteilt. Nun möchte ich einen dieser "Ableger" nur etwa 800m Luftlinie entfernt aufstellen. kann ich das direkt oder muss ich erst außerhalb des Flugraumes aufstellen und nach drei Wochen (Ende Juni) an den vorgesehenen Standort umziehen?
zweckdienliche Hinweise sind willkommen! :D
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

stefanzo
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon stefanzo » Mo 5. Jun 2017, 00:29

Alles wird funktionieren, aber ich hätte Bauchweh dabei, Völker ständig zu teilen und ständig zu verstellen. Leider ist mein Beitrag nicht wirklich konstruktiv. Ich würde die Völker nach all dem Stress einfach dort stehen lassen wo sie jetzt sind.
mfg stefanzo

Johannes-Mellifera
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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon Johannes-Mellifera » Mo 5. Jun 2017, 06:17

Hallo Harald,

auch durch ein Verstellen für 3 Wochen vergessen die alten Flugbienen nichts. Du wirst also "nur" die jüngeren Flugbienen erhalten können, die den jetzigen Standort nicht mehr kennen gelernt haben. Dessen solltest du dir bewusst sein! Grundsätzlich kannst du das so machen. Denn auf die paar sehr alten Flugbienen kann das Volk gut verzichten.

Sind die Königinnen denn schon fleißig in Eilage, dass bald Jungbienen nachkommen, um Verluste auszugleichen?

Gruß Johannes

Verein Dunkle Biene

www.bv-dunkle-biene.de
Eine Mitgliedschaft wäre ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Natürlich sind alle herzlich willkommen!

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Re: Probleme bei Ablegerbildung

Beitragvon biene1.0 » Mo 5. Jun 2017, 21:11

Hallo Johannes,
das werde ich morgen sehen. Denn nun sind wieder ein paar Tage ins Land gegangen und die Brut, so nehme ich an, ist in vollem Gange.
Ohne diesen Stand erreicht zu haben wollte ich sowiso den Ortswechsel nicht vornehmen.
Gruß
Harald
Stefanzo, auch dir danke. Wenn normale Brut-Ableger gemacht werden, dann werden diese ja sofort aus dem Flugradius gebracht und dann später auf den festen Standort versetzt. Hier geht das aber nicht, damit sich die Flugbienen auf die Hälften möglichst gleichmäßig verteilen. Was ja nicht von Nachteil ist.
Da ich als Prinzieb die Einzelaufstellung verfolge bleibt mir nichts anderes als diese nachgezogenen "Ableger" nochmals umzustellen.
Meinst Du ich könnte mit dem einen Ableger sofort an den endgültigen Standplatz (800m Luftlinie) umziehen?
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer


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