Mittelwände einlöten

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon stefanzo » Di 3. Apr 2018, 23:04

Auch mit größerern Völkerzahlen ist es möglich ohne Mittelwände zu imkern. Als Beispiel möcht ich Les Crowder nennen. Es ist aber wesentlich einfacher davon zu reden, als es selbst zu machen. Ich bin davon überzeugt, das der Naturbau auch in die Erwerbsimkereir wieder einziehen wird, aber es wird noch viele Jahre brauchen. Kurzfristig brachten künstliche Königininenzucht und Mittelwände sehr viel Erfolg in der Imkerei, langfristig betrachtet war es einfache Schwarmimkerei, welche die Imkerei über Jahrhunderte einen Erfolg beschied. Die Bescheidenheit ist die Zier des Meisters! Nicht der Effekthascherische Honigertrag!
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon stefanzo » Di 3. Apr 2018, 23:20

Und man muß unterscheiden ob man für oder von den Honigbienen lebt. Meine Sicht, aus der ich nicht vom Ertrag der Bienen abhängig bin, muß man auch mit dieser Lockerheit sehen. Ein Erwerbsimker kann mit meinen Ideen derzeit kaum bestehen, das muß ich ehrlich zugeben. Bitte nicht mit den Finger auf die anderen zeigen, denn wir brauchen einander.
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon Rumpel » Mi 4. Apr 2018, 08:39

Als Beispiel möcht ich Les Crowder nennen.

Der setzt auch Königinnenzucht ein, umlarven tut er “Stilecht“ mit einem abgerissenen Zweig, anstatt einer desinfizierten Umlarvnadel.
Mittelwände sehe ich heute als Einschränkung der Freiheit von Bienen.

Dann aber konsequent, jeder der sich mit Bienen beschäftigt weiß das die Wabenstellung im Freibauenden Bienenstock sich an der Form und Lüftung usw. orientiert.
Kurze Wege, effiziente Klimatisierung, Erreichbarkeit der Ressourcen usw.
Der Spruch “von Imkern leben ist leichter als von Bienen“ wird in Anbetracht des Ökologischen Desasters wohl immer mehr in den Mittelpunkt treten.
-Jörn
Wen es interessiert es gab auch die einseitige Mittelwand, da fällt die Y Variante dann aus.
https://ia601206.us.archive.org/21/item ... AAMAAJ.pdf
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon stefanzo » Mi 4. Apr 2018, 21:27

Les Crowder verwendet zum Umlarven Grashalme, und dies sind insofern steril, da er sie frisch rupft. Gerade Waben im Naturbau erhält man auch ohne großen Zwang, wenn der Raum und die Bienenmaße stimmt. Selbst in meiner Klotzbeute haben die Bienen alle Oberträger angenommen, obwohl ich keine Leitwachsstreifen verwendet habe. Interessant ist, das meine Bienen früher als ich noch Mittelwände verwendet habe, bei den großen Zargen im Einheitsmaß, unten im hohen Boden schräg angebaut haben. Seit ich die Rähmchen im Naturbau ausbauen lasse verzichten sie auf diesen Querbau, da diese Waben ihren Bedürfnissen entsprechen. Der Trick liegt in der Raumgabe. Gibt man zuviel Raum krümmen sie den Bau ein um die Wärme zu halten. Ich gebe nur leere Rähmchen ohne Anfangsstreifen. Diese Methode verlangt etwas Erfahrung und Gefühl. Ist mit Sicherheit keine Methode die für jedermann gleichermassen geeignet ist. Wer diese Methode falsch macht, muß alle 10 Rähmchen zugleich ziehen.
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon zaunreiter » Mi 4. Apr 2018, 21:38

biene1.0 hat geschrieben:Dass das alles nur Unsinn ist, zweifle ich an.


Da gibt es keine Zweifel, dass die „Y-Theorie“ ein ausgekochter Unfug ist.

Du solltest die Bienen mal Stabilbau machen lassen, also keine Mittelwände und keine Rähmchen.

Und dann photographierst du die Waben von außen nach innen von beiden Seiten. Und dann zeige mir mal einen von den Bienen selbst ausgeführten Stabilbau, der auch nur annähernd der Y-Theorie gerecht wird.

Ich habe im Laufe der Jahre bei hunderten Völkern im Stabilbau nicht ein einziges Mal diesen Unfug bestätigt gefunden.

Ist wohl eine Art moderne Religion, wo Zweifel oder Gegenworte nicht erlaubt sind. Irgend ein Hohepriester betet es vor, alle anderen hinterher. Selber beobachten ist scheiße?!
Cogito ergo summ.
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon Rumpel » Do 5. Apr 2018, 09:10

Les Crowder verwendet zum Umlarven Grashalme

Wenn er eine Banane benutzen würde wäre es mir auch egal.
Leider entsteht der Eindruck das wenn der geliebte Guru die Larven in die Plastiknäpfe drückt ist es dann etwas anderes als Künstlich.
Ein Bienenvolk fällt und steht mit seiner Königin, und das ist Fakt!
Das Naturbau in Trogbeuten sehr wohl gut funktioniert ist kein Geheimnis, und in der TBH von bestechender Einfachheit geprägt ist.
Verhungert, vergiftet und verreckt wird auf Naturbau genauso wie auf Mittelwand.
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon Rumpel » Fr 6. Apr 2018, 08:19

ohne MWs kann man sich auch so manchen Ärger ersparen.

Das ist natürlich an Kurzsichtigkeit kaum zu übertreffen!
Weder die Mittelwand noch der Imker, und noch weniger die armen Bienen können was dafür
wenn irgend welche Gierlappen ein Scheiß in den Wachs mischen!
Wer jetzt mit Häme reagiert der kann sich in die Ecke stellen mit dem Gesicht zur Wand.
Wenn da noch ein Funke Charakter vorhanden ist sollte sich derjenige selber 50 Hiebe mit der Kasperklatsche verabreichen.
Ist aber leider eine Meinungsäußerung. :)
-Jörn
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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon biene1.0 » Fr 6. Apr 2018, 23:27

Bienen_Oli hat geschrieben:Hallo Harald,

was ist denn,

Warre-BR 2.0


Gibt es dazu eine Erklärung die ich mir mal durchlesen kann.


Hallo Oli,
entschuldige, ich habe das völlig außer Acht gelassen. Deine Frage zu "Warre-BR 2.0"
In den vergangenen Jahren hat mich wiederholt gestört, dass die Brutfelder über zwei Zargen gingen. Bei Durchsichten habe ich dann oft Zellen mit Brut zerrissen.
Nun habe ich einen Brutraum gebaut, der 2 x Zargenhöhe ist (2 x190mm = 380mm). Ich wollte ihm eine Bezeichnung geben, also BR 2.0 analog der 1.5 für 1 1/2 fache Zargenhöhe bei anderen Beuten.
Mir ist nicht bekannt, dass das eine anderer Warre-Imker so macht. Es ist ja auch nur ein Versuch. Werde sehen was die Bienen damit anfangen können. Ein Ableger von 2017 hat die Waben etwas mehr als die Hälfte ausgebaut. Sie werden das in diesem Frühjahr zu Ende bringen.
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon zaunreiter » Sa 7. Apr 2018, 04:23

biene1.0 hat geschrieben:Nun habe ich einen Brutraum gebaut, der 2 x Zargenhöhe ist (2 x190mm = 380mm). ...
Mir ist nicht bekannt, dass das eine anderer Warre-Imker so macht.


Nicht bekannt, dass ein anderer Imker zwei Zargen hohe Bruträume hat?

Wie wäre es mit:

viewtopic.php?f=19&t=1595

Oder:
viewtopic.php?f=19&t=138

Oder dreifach hoch:
viewtopic.php?f=19&t=138&start=20#p8015
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Ich summe, also bien ich.

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Re: Mittelwände einlöten

Beitragvon zaunreiter » Sa 7. Apr 2018, 04:37

biene1.0 hat geschrieben:Ein Ableger von 2017 hat die Waben etwas mehr als die Hälfte ausgebaut.


Etwas mehr als die Hälfte der doppelt-hohen Zarge ist also die Höhe einer normalen Warré-Zarge.

Ja ja, der gute alte Émile Warré hat die Höhe seiner Zarge schon gut bemessen.

Die Bienen zeigen es dir schon, dass das Original seine Berechtigung hat. Das originale Warrékonzept beruhte alles noch auf Beobachtung während wir heute nur mit dem Kopf versuchen, die Bienen zu ergründen. Bestenfalls! Manche googeln nur noch, und da gilt: wer am lautesten schreit, hat Recht. Und so verbreiten sich solche Dinge wie kleine Zellen, Y-Theorie und Bienenkiste.
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Ich summe, also bien ich.


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